Luxemburgs Firmenchefs protestieren
Normalerweise sind es die Arbeitnehmer, die ihren Unmut über Arbeitsbedingungen oder Gehälter kund tun und auf die Straße gehen. Am Dienstagnachmittag bot sich vor dem Parlament ein völlig anderes Bild.
Rund 400 Manager und Firmenchefs besonders kleiner und mittlerer Unternehmen, viele von ihnen Handwerker oder Landwirte, waren einem Aufruf der "Fédération des Artisans" gefolgt.
Motto der Aktion: "Elo geet et duer" - frei übersetzt: "Jetzt reichts".
Der Protest der „Fédération des Artisans“ richtet sich dabei besonders an die CSV/LSAP-Koalition. Sie soll nach der gescheiterten Tripartite endlich etwas unternehmen um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken.
"Es wird Zeit, dass das verzerrte Bild ändert, das die Gewerkschaften von den Arbeitgebern zeichnen," so Norbert Geisen, Präsident der "Fédération des Artisans", welche im Prinzip einer Mittelstandsvereinigung gleich kommt.
Die "Fédération des Artisans" hatte sogar eine Petition ins Leben gerufen, in der sie zum Beispiel Lohnkosten fordert, die nicht schneller wachsen als die Produktivität, stabile und konkurrenzfähige Lohnnebenkosten sowie eine nachhaltige Investionspolitik im Interesse des Wirtschaftsstandorts Luxemburg und der ansässigen Betriebe.
Diese Petition, die mittlerweile von 2.087 Unternehmern, die rund 59.000 Mitarbeiter beschäftigten, unterzeichnet wurde, überreichte eine Delegation der Föderation gestern nun dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Laurent Mosar (CSV).
"Fédération des Artisans": Protest vor dem Parlament
Foto: Steve Eastwood
Die DP (demokratische Partei) reagierte gestern Abend bereits auf den Aufmarsch der Mittelständler. In einer Pressemitteilung bedauern die Liberalen dass die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat der Luxemburger Wirtschaft bilden, überhaupt auf die Straße gehen mussten. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Regierung nicht in der Lage ist, Antworten auf die Krise zu liefern. Gemäß ihrem Wahlprogramm spricht sich die DP dafür aus, die nächste Indextranche komplett auszusetzen.
Zwischenzeitlich sollen die Erdölprodukte aus dem Index-Warenkorb rausgenommen werden. Die DP unterstreicht ferner ihre Ablehnung des Steuerpakets der Regierung, das Unternehmen und Familien belaste, allerdings über die Sanierung der Staatskassen hinaus keine strukturellen Änderungen bringe.
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