Boni-Wahnsinn hat ein Ende
Als erste Wirtschaftsregion weltweit wird die Europäische Union die Bonuszahlungen für Bankmanager begrenzen. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Finanzminister stimmte das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg zu. Damit kann die Neuregelung wie geplant Anfang kommenden Jahres in Kraft treten. Die Richtlinie sieht zwar keine generelle Obergrenze für Boni vor. Die Banken müssen die Prämien künftig aber an das Grundgehalt eines Finanzmanagers koppeln. Zudem dürfen künftig nur noch 30 Prozent der Boni in bar ausgezahlt werden, bei besonders hohen Summen nur 20 Prozent. Den Rest sollen die Banken in der Regel drei bis fünf Jahre zurückhalten und nur im Erfolgsfall auszahlen. Für Banken, die Staatshilfen in Anspruch genommen haben, sollen noch strengere Vorschriften gelten.
Rund zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise will die EU damit die Bereitschaft mindern, mit exzessiven Risiken schnelle Gewinne zu machen. In der Finanzkrise erhielten Bankmanager trotz einbrechender Gewinne teilweise Millionenzahlungen. Die Neuregelung werde eine neue "Bonuskultur" schaffen, sagte die zuständige Berichterstatterin des Parlaments, die britische Labour-Abgeordnete Arlene McCarthy. Die Banken hätten bei der Reform versagt, nun mache die EU ihren Job.
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