17/05/2012:
News der Rubrik Panarama & Sport
Hergeschenkt!

Die TBB Trier kämpft sich in Braunschweig vorbildlich zurück ins Spiel, führt - und schaukelt die Partie nicht über die Zeit. Dru Joyce vergibt in der Schlussphase drei von vier Freiwürfen. 14/01/2012




Es wäre ein so wichtiger Befreiungsschlag gewesen, für den Tabellensiebzehnten TBB Trier so wichtig wie die Luft zum Atmen. Und nach der Halbzeit hatte es in der Volkswagen Arena auch über weite Strecken nach einem Sieg für die Gäste von der Mosel ausgesehen. 3300 Zuschauer sahen eine Trierer Mannschaft, die sich nach einem schwachen zweiten Viertel auf ihre Stärken besann, den New Yorker Phantoms Braunschweig geduldig ihre Halbzeitführung von 36:31 wieder abnahm und schließlich selbst kurz vor Schluss mit sechs Punkten führte (60:66, 35. Minute).

Bei Trier war vor allem Philip Zwiener gut in die Partie gestartet, alleine in der Anfangsphase gelangen ihm sechs von acht Trierer Punkten. Die Gastgeber hatten noch nicht so recht zu ihrem Spiel gefunden, vor allem hatten die Gäste aus Trier aber die 33-Punkte-Klatsche aus dem letzten Auswärtsspiel in Oldenburg offensichtlich gut weggesteckt. Die Mannschaft von Henrik Rödl wirkte wach und motiviert. Als Dru Joyce zum 10:14 trifft, bestellt Braunschweigs Coach Sebastian Machowski seine erste Auszeit. Die beeindruckt Zwiener und Kollegen zunächst nur mäßig, Andi Seiferth kann nach Vorarbeit von Zwiener zum 13:16 einlegen. Doch Braunschweig wird zum Viertelende doch noch wach, spielt auf den Guardpositionen seine Routine aus: Stephen Dennis trifft zum 15:16, LaMarr Greer schickt Immanuel McElroy zum 17:16 - Pause.

Braunschweig eröffnete das zweite Viertel mit einem Dreier von Robert Kulawick zum 20:16, kurz darauf traf der 25jährige erneut von draußen zum 23:18. Trier gelingt in dieser Phase bis auf einen spektakulären Korb von Oskar Faßler mit Foul von Kulawick nicht allzuviel zählbares, auch Faßlers Bonusfreiwurf fällt nicht - 23:20. Es lief jetzt besser für die Hausherren als für die TBB, Nils Mittmann gelingen fünf Punkte in Folge, Nate Linhart wird von Schiedsrichter Moritz Reiter mit einen Technischen Foul wegen Reklamierens bedacht - Trier hatte Pech im Detail, konnte aber trotzdem durch gute Reboundarbeit und ebensolche Verteidigung verhindern, dass Braunschweig davonzog. Zwar wurde mit dem 31:21 von Immanuel McElroy der Vorsprung erstmals zweistellig, doch die TBB meldete sich bis zur Halbzeitpause auch noch einmal mit Punkten von Zwiener, Zirbes und Washington zurück. Bis auf 34:29 konnte Trier sich wieder heranarbeiten, kassierte dann aber mit der Sirene noch einen Zweier von Nils Mittmann zum 36:29 Halbzeitstand - nicht das einzige, was die Nähte von Henrik Rödls Sakko mal wieder gefährlich anspannte. Dennoch: "nur" sieben Punkte Rückstand zur Halbzeit waren bis hierhin aller Ehren wert.

Wieder kam Braunschweig stark aus der Pause, konnte sich wieder bis auf zwölf Punkte absetzen - doch die TBB kämpfte jetzt als Kollektiv. Neben dem weiterhin starken Philip Zwiener hatte sich jetzt auch Nate Linhart im wahrsten Sinn des Wortes in die Partie gebissen, zeigte physische Präsenz an beiden Brettern. Dru Joyce läutet mit dem Dreier zum 43:46 einen 9:0-Lauf für Trier ein, bis auf einen Punkt konnte die TBB sich an die Niedersachsen heranarbeiten, bevor Kulawick wieder den wichtigen Dreier zum 46:42 traf. Doch Trier hatte jetzt Blut geleckt, arbeitete unermüdlich weiter. Und 43 Sekunden vor der letzten Viertelpause war dann die hauchdünne Führung mit 46:47 hergestellt. 50:50 der Stand zur Pause - hier war alles drin.

Nate Linhart spielte jetzt wie entfesselt, reboundete, verteidigte und punktete - sieben Punkte in Folge, ein Rebound und ein Block für den Mann aus Ohio, das war der Trierer Einstieg in den letzten Spielabschnitt. James Washington, der gerade einen festen Vertrag bei der TBB Trier unterschrieben hat, sorgte per Dreier zum 55:61 für die erste klarere Führung gegen eine Braunschweiger Mannschaft, die sich hatte überrollen lassen.

Trier kann die Führung eine Zeitlang halten, doch Braunschweig ist noch lange nicht abgeschrieben. Immanuel McElroy übernahm jetzt Verantwortung, tat "das, weswegen ich hierher geholt wurde", wie er später im Interview auf basketball-stream.de sagte. Der 31jährige Texaner strukturierte das Braunschweiger Spiel, über zwei Freiwürfe plus Ballbesitz nach Unsportlichem Foul von John Bynum kann Braunschweig wieder auf drei Punkte herankommen, Michael Umeh schießt die Phantoms schließlich zum 68:68-Ausgleich. Ein Dreier von Linhart wird von Branko Jorovic eiskalt gekontert: 71:71.

Zwanzig Sekunden vor Schluss verliert ausgerechnet der bisher überragende Philip Zwiener gegen Jorovic den Ball. Der schickt McElroy, der macht das 73:71. Dru Joyce hat es an der Freiwurflinie in der Hand, die Partie nochmals zu drehen, doch er vergibt drei von vier Freiwürfen, während LaMarr Greer es für Braunschweig besser macht: Er trifft drei von vier, den Rest erledigt Michael Umeh.

Die TBB Trier lässt sich Sekunden vor dem Ende die Früchte einer beispielhaften Aufholjagd wieder abnehmen und verliert mit 78:72. 

(Foto: Heiko Schmitz).




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