Pleiten in Luxemburg markant gestiegen

Immer mehr Unternehmen in Luxemburg gehen in die Insolvenz.

„Mit insgesamt 983 Pleiten in 2016 (873 Firmenpleiten in 2015) ist das Konkursgeschehen in Luxemburg gegenüber dem Vorjahr markant um 12,60% gestiegen“, betonte Herbert Eberhard, administrateur délégué von Creditreform Luxemburg.
Sein Unternehmen untersucht turnusgemäß, wie in der Vergangenheit, die Konkurszahlen für Luxemburg und vergleicht sie mit den Zahlen aus dem Vorjahr. Am gesamten Insolvenzgeschehen gemessen, hat sich die Baubranche 2016 konsolidiert. „54 Unternehmenspleiten gegenüber 91 im Vorjahr lässt Hoffnung auf einen weiteren Rückgang in 2017 zu“, sagt Herbert Eberhard.

Am gesamten Insolvenzgeschehen gemessen, hat sich die Baubranche 2016 konsolidiert.
„54 Unternehmenspleiten gegenüber 91 im Vorjahr lässt Hoffnung auf einen weiteren Rückgang in 2017 zu“, sagt Herbert Eberhard.

Die Handelsunternehmen waren gegenüber Vorjahr um 5,00% weniger betroffen.
Im Handel waren insgesamt 247 gegenüber 260 Firmenpleiten in 2015 zu vermelden Der Produktionssektor hat am gesamten Konkursgeschehen 2016 einen unerheblichen Anteil (1,12%).

Der am höchsten betroffene Bereich waren in 671 Fällen die Dienstleistungen mit einem Gesamtanteil von 68,26 % gegenüber 508 Fällen im Vorjahr, was eine Steigerung von 32,08% bedeutet.
Die Anzahl, der in Konkurs gegangenen Unternehmen mit einem Alter von über fünf Jahren, ist von 66,21% in 2015 leicht auf 63,28 % gesunken.
'Damit setzt sich die Marktbereinigung bei älteren Unternehmen auf hohem Niveau weiter fort.

Die Konkursquote von Unternehmen, die jünger als 5 Jahre am Markt sind, ist wiederum gestiegen.
Waren es im Jahr 2015 noch 295 Unternehmen, so stieg die Zahl 2016 auf 361. Insbesondere fallen 110 Unternehmen im Alter von exakt 3 Jahren auf, deren Konkurshäufigkeit um 39,24 % gestiegen ist (79 Unternehmen 2015).

Hier spielt wohl in vielen Fällen eine mangelnde Eigenkapitalquote und insbesondere eine fehlende Liquiditätsplanung eine entscheidende Rolle. Mit der Beratung von Neugründungen befassten Stellen sollten bei ihren Beratungen auf eine fundierte Finanzplanung ausführlich hinweisen.

Im Bauwesen war vor allem das Bauneben-Gewerbe betroffen, z.B. die 1995 gegründete Firma „Martin Weber Sàrl“ aus Grevenmacher mit ca. 40 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 2,5 Mio. Euro, deren Ursprung auf das Jahr 1985 zurückgeht.

Darüber hinaus war ein größerer Konkurs u.a. bei der „Meng Drogerie + SA“, (ehemals Schlecker) Mondorf-les-Bains, mit immerhin ca. 80 betroffenen Mitarbeitern und knapp 10 Mio. Euro Umsatz zu verzeichnen.
Wirft man einen Blick auf das Konkursgeschehen nach den zuständigen Gerichtsbezirken, so ist in Luxemburg mit 868 Konkursen (Vorjahr 759) eine merkliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr zu melden. Im Gerichtsbezirk Diekirch sind dagegen die Verfahren fast unverändert mit 115 gegenüber 114 Verfahren in 2015. Dabei handelt sich im Wesentlichen, wie im Vorjahr 2015, um kleinere Firmen aus den Bereichen Dienstleistung und Handel. „Es bleibt zu beobachten, ob sich dieser stabile Trend weiter fortsetzt“, so Herbert Eberhard.

Creditreform Luxemburg geht weiterhin davon aus, dass sich das Konkursgeschehen in Luxemburg weiterhin auf einem Niveau von 900 bis 1.000 Verfahren im neuen Jahr halten wird.

„Eine weiter stabile Konjunkturlage, bedingt durch milde Winter, das günstige Zinsniveau und nicht zuletzt die Steuerreform, die den Verbrauchern 2017 mehr Geld in die Haushalts-Kasse spült, bescheren allen Marktteilnehmern gut gefüllte Kassen und auch ertragreiche Auftragsbücher“ so die Analyse des Finanzexperten Herbert Eberhard.

 

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