foxi1000, 09/11/2017

"Hintergrund für die Korrektur der Inflationsprognose ist Statec zufolge in erster Linie die Reform der "Chèque Service".
Durch die Erhöhung der Wertschecks werden Eltern finanziell bei der Kinderbetreuung unterstützt".
Das ist also der Hintergrund zur evt. Verschiebung des Index ins dritte Quartal 2018. Betrifft die gestiegenen Lebeshaltungskosten nicht alle, z.B. auch geschiedene oder Alleinstehende ohne Kinder!?
Dann werden diese Wertschecks auch noch zur Unterstützung der Kinderbetreuung ausgestellt. Vielleicht wäre es sinnvoller angelegt, den Elternurlaub zu verlängern, da die Kinder in den ersten lebensprägenden Jahren die Eltern bräuchten und keine "Nanny`s".......ist meine persönliche Meinung.
 rollenderrubel, 09/11/2017

Der Index "verzögert" sich nicht. Es gibt keinen festen Zeitpunkt für die nächste Tranche, sie kommt halt, wenn die Inflation entsprechend gestiegen ist. Er kann sich gar nicht verzögern. Das ganze Gerede in den Kommentarspalten von lessentiel.lu und so weiter, von wegen "die Regierung schuldet uns noch mindestens drei Indextranchen", das ist totaler Schwachsinn. Es gab und gibt halt nur wenig Inflation.
 Grenzgaenger2014, 09/11/2017

Bei diesem Thema ist Vorsicht geboten, gleich kommt Vera79 ;-).
 info, 09/11/2017

Naja, das liegt schon daran das die Regierung den Warenkorb zur Bestimmung der Inflationsrate mehrfach so umgestrickt hat das die Kostentreiber draussen waren.
Als Beispiel, Energie ist teuer = raus damit. Energie verbilligt sich = rein damit in den Warenkorb.

Und zu den Aussagen das die Regierung Tranchen schuldet gibt es durchaus belastbare Fakten, dabei wurde der ursprüngliche Warenkorb einfach unverändert weiter berechnet und daraus ergibt sich die Differenz.
 Vera79, 09/11/2017

Wenn ich soooo lieb gebeten werde darf mein Senf natürlich nicht fehlen. Schliesslich ist das ja nicht das GrenzgängerARBEITNEHMERforum :-)

1. Statec erstellt den Index, nicht die Regierung :-) Und Statec unterliegt den Regeln von Eurostat.
2. Der Warenkorb wurde immer, auch während der "guten" Jahre, angepasst. Das ist ein völlig normaler Vorgang
3. Wie soll ein Unternehmen die Mehrkosten erwirtschaften? Das ist nicht nur der LOHN sondern auch immer entsprechend die LOHNNEBENKOSTEN ...
 info, 10/11/2017

Statec macht nur die Datenerfassung und Berechnung, der Rest ist Tripartite und folglich auch Politik.

Bestes Beispiel für politische Entscheidungen ist wohl das Jahr 2012. Aber auch die Jahre 2008 und 2009 sind hier zu benennen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Indexlohn#cite_note-4infogate.iee.lu/metadot/index.pl
 Vera79, 10/11/2017

Stimmt, und über die Tripartite sind die AN ja mit am Tisch.
Aber nochmal meine Frage: Wie soll ein Unternehmen die Mehrkosten erwirtschaften?
Kosteneffizienz? Oder weiterreichen der Mehrkosten an den Kunden ...was, verflixt, zur weiteren Teuerung beitragen würde?
 info, 14/11/2017

@vera79

Du bist doch Unternehmerin in einem EU Land und solltest daher als Unternehmerin die Vorgaben der EU Zentralbank kennen. Das Ziel ist eine Inflationsrate von knapp unter 2% und das bedeutet das du dein Geschäftsmodell dauerhaft darauf auslegen musst damit zu leben. Denn die Spirale mit den knapp 2% soll niemals enden. Ansonsten wird ein Mitbewerber der es kann deine Kunden übernehmen.

Zitat Wiki zur Zentralbank
"Das vorrangige Ziel ist die Gewährleistung der Preisniveaustabilität in der Eurozone; spezifiziert ist diese als Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter, aber nahe zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr."
 Lux2015, 14/11/2017

@vera79:
die Mehrkosten sind ja auf Arbeitnehmerebene schon längst entstanden - der Index ist eine nachträgliche Angleichung des Lohnes an die REALE Inflation.
Die Unternehmen haben ZUVOR die Preise der Produkte/Dienstleistungen erhöht
 PsstGeheim, 15/11/2017

ach ja, die Inflation, so ein richtiges Henne-Ei-Problem:
wer hat irgendwann damit angefangen, wollte zuerst ein Arbeitnehmer mehr Geld oder hat zuerst ein Arbeitgeber (Produzent) einen Preis erhöht, oder war es im Endeffekt doch die steigende ungedeckte Geldmenge oder der Nachfragesog oder der Angebotsdruck ?
man kann sich hierzu trefflich kaputtdiskutieren ;-)
 bust, 15/11/2017

Dass die tariflichen Gehaltserhöhungen immer nachlaufend sind, steht ausser Frage. Schau dir mal die Hyperinflationszeiten seinerzeit in D oder aktuell in Venezuela an, PsstGeheim. Da wird schon während des Druck- und Aushändigungsprozesses des neuen Geldes das Geld derart entwertet, dass die Leute dadurch verarmen und gezwungen sind, sich unter Gewalteinsatz Nahrungsmittel etc. zu beschaffen.

Vom Grundprinzip ist deine Aussage richtig Lux2015, dennoch ist es nur die halbe oder vielmehr 1/3-Wahrheit:
Zunächst muss angemerkt werden, dass die mit dem Index verbundene Lohnerhöhung sich auf das BRUTTO-Gehalt bezieht. Bei sehr vielen muss dieses zusätzliche Gehalt dann zum zum Spitzensteuersatz von über 40% versteuert werden, d.h. von 2,5 % Butto-Lohnerhöhung bleiben keine 1,5% Nettolohnerhöhung übrig.
Aber jetzt kommt noch ein weiteres Problem hinzu:
Die Messung der Verbraucherpreise spiegelt nicht wirklich die tatsächliche Inflation wider. Es würde hier völlig den Rahmen sprengen, dies detailliert zu erläutern, daher nachfolgend exemplarisch nur 1 Bsp.: Bei der Verbraucherpreisberechnung wird der technische Fortschritt preismindernd einberechnet. So sinken z.B. die Preise von Computern, Laptops etc. bei den Verbraucherpreisberechnungen kontinuierlich, wohingegen im Geschäft die Preise von neuen technischen Waren tendenziell eher steigen (man vergleiche die Preise von IPhone1 und IPhone10). Der Punkt ist, ein Gerät auf dem technischen Stand von vor 10 Jahren kann man heute im Geschäft gar nicht mehr erwerben. Der Konsument MUSS aber technologisch weiter entwickelte Ware kaufen, auch wenn er im konkreten Fall davon oft gar keinen konkreten Nutzen hat (etwa durch höhere Speicherkapazität oder höhere Rechenleistung). D.h. bei der Verbraucherpreisberechnung wird ein fiktiv niedrigerer Preis angenommen und dies obwohl der Konsument tatsächlich mehr dafür bezahlen muss und eben oft gar keinen persönlichen Vorteil hat. Folglich fällt die offizielle Inflationsrate zu niedrig aus im Vergleich zu der tatsächlichen. Es gibt noch viele weitere Berechnungssonderheiten bei der offiziellen Inflationsberechnung, die sich inflationsmindernd auswirken, aber das würde hier zu weit führen.
Jedenfalls liegt die tatsächliche Inflationsrate deutlich über der offiziellen. Wenn eine offizielle Inflationsrate von 2% ausgewiesen wird, dann ist die tatsächliche Inflationsrate irgendwo zwischen 3 und 4 %.
Und um nun auf das eigentliche Problem der Lohnempfänger zu kommen:
Bei einem offiziellen Preisanstieg von 2,5%, kann man in etwa von einem tatsächlichen Preisanstieg von etwa 4% ausgehen. Man bekommt aber dann nichtmal ganz 1,5% mehr Nettolohn, d.h. der tatsächliche Preisanstieg wird mit dem lux. Indexsystem nur zu etwa 1/3 ausgeglichen !

Und genau das ist der Grund, warum immer mehr Menschen verarmen und im Fall von L sich etwa die hohen Mieten nicht mehr leisten können und ins Ausland auswandern. Die Mietpreise bei Neuvermietungen sind seit einem Jahr um etwa 6% gestiegen. Bei einem Mietpreis-Anteil am Gesamtbudget eines Arbeitnehmers von über 33% MüSSTE ALLEIN der Mietpreisanstieg schon für 2% Indexanstieg verantwortlich sein. Allerdings ist der Index noch nicht mal 2% gestiegen, und das bei vielen anderen Waren, die auch deutlich im Preis gestiegen sind (zB Sprit) ??? Daran sieht man, dass diese Inflations-/Indexmessung nicht der Realität entspricht, sondern eben sehr arbeitgeberfreundlich ist.
In D ist das System arbeitnehmerfreundlicher. Die von den Gewerkschaften ausgehandelten Tarifverträge liegen in aller Regel über der offiziellen Inflationsrate, wodurch die zuvor beschriebenen Effekte zwar bei weitem noch nicht vollständig, jedoch zumindest teilweise kompensiert werden.
 PsstGeheim, vor 7 Tagen

Nur darf man nicht vergessen, dass der Arbeitnehmer in Deutschland wieder und wieder um seinen Inflationsausgleich (in Form höherer Tarifverträge) kämpfen muss, während es in Lux schön automatisch, wenn auch mal mehr und mal weniger regelmäßig, auf dem Konto landet.
Ansonsten hast du natürlich recht, Inflationskörbe sind halt Statistik, und die biegt man solange, bis sie passt ;-)
 Vera79, vor 7 Tagen

Naja, ob das Lohnsystem in D arbeitnehmerfreundlicher ist glaube ich nicht, da in L der Mindestlohn (qualifizierter und unqualifizierter) schon relativ hoch ist und doch über dem deutschen Lohnniveau liegt.
Ich würde als AG eben gerne selber mit meinen Mitarbeitern entscheiden wer wann ggfs. wieviel mehr bekommt und eben nicht mit dem Gießkannenprinzip verteilen. Anreizsysteme werden dadurch stärker beeinträchtigt.