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Arbeit

Start-up mit Baujahr 1924

Auch in Luxemburg hat man es als Start-up nicht immer leicht. Doch mit der richtigen Ausbildung und der Leidenschaft für den Beruf hat Max Schmit den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt.

Veröffentlicht par KaptanListe die 09/02/2015 | 978 Ansichten

„Es ist dieses Glücksgefühl, nach vielen Arbeitstagen einen Motor ans Laufen zu bringen, der über fünfzig Jahre lang still stand“, beschreibt Max Schmit seine Leidenschaft für Oldtimer.
Der 26-jährige MBA-Student der Luxemburger eufom University will in diesem Frühjahr richtig durchstarten: Gemeinsam mit einem Geschäftspartner baut der Jungunternehmer einen Oldtimer-Handel im Großherzogtum auf.

Acht fahrbereite „Schätze“, wie Max Schmit seine alten Autos bezeichnet, gehören bereits zum Angebot von „Carreprise“ mit Sitz im luxemburgischen Bridel.
Im März 2014 wurde der Grundstock gelegt, mit dem Ankauf eines 68er Jaguar-Daimler.
Dann folgten im Sommer insgesamt vier Oldtimer der Marke Ford aus den Jahren 1924, 1929, 1932 und 1934 sowie weitere Oldtimer englischer Automarken.
„Die alten Fords lassen sich prima reparieren. Hier geht es meist um mechanische Probleme, verursacht durch lange Standzeiten oder kaputte Gummidichtungen, die sich schnell auswechseln lassen“, erläutert Schmit seine Arbeit. Die Aufbereitung der Polstersitze oder Cabriodächer überlässt er Spezialisten in der Nähe.

Ganz ohne Mechanikerausbildung wagt sich Max Schmit an die Restaurierung, oft arbeitet er dabei nächtelang durch. „Der einzigartige Motorenklang entschädigt für die vielen Arbeitsstunden“, so der eufom Student. Seine Liebe zu alten Autos entdeckte er bereits im Teenager-Alter.
„Ich durfte mit Freunden bei Oldtimer Rallyes mitfahren“, erinnert er sich.
Nach erfolgreichem Abschluss seines Bachelor-Studiums als Jurist begann er im Herbst 2014 das MBA-Studium an der eufom University.
Mit seinem juristischen Hintergrund und dem neu erworbenen Wissen im Bereich Marketing und Business fühlt sich der 26-Jährige gut gewappnet für die Existenzgründung.
„Ich kann beispielsweise eine Hausarbeit mit dem Marketingkonzept für meinen Autohandel verbinden und das theoretische Wissen gleich in die Berufspraxis umsetzen“, sagt Max Schmit.
Auch das Feedback seiner Professoren und Kommilitonen sei ihm wichtig bei der Entwicklung von Ideen zu praktischen Themen aus der Wirtschaft.

Da es für Start-up-Unternehmen in Luxemburg extrem schwer ist, an Gründungskapital zu kommen, hat Schmit mit Hilfe seiner Familie und des Geschäftspartners selbst das fünfstellige Startkapital aufgebracht.
Zum Geschäftsmodell gehört auch der Handel mit jüngeren Gebrauchtwagen, den er tagsüber betreibt, und als weiteres Standbein wird in diesem Jahr ein Immobilienhandel aufgebaut.
„Mit meinen neuen Kenntnissen im Bereich Business und Management fühle ich mich den Aufgaben des Geschäftsführers gewachsen“, erklärt er und fügt hinzu: „Ein perfekter Ausgleich nach der Kopfarbeit in Büro und Uni sind die Abende in der Werkstatt, wenn ich mit Schraubenschlüssel und Drahtbürste an meinen Oldtimern arbeite.“

Im März steht die erste Verkaufspräsentation bei einem internationalen Oldtimer-Treffen in den Niederlanden an. Bis dahin muss Max Schmit noch eine wichtige Entscheidung treffen.
„Zur Zeit kann ich mir einfach nicht vorstellen, von welchem meiner Schätze ich mich für immer trennen werde“, seufzt er und startet seinen 68er Jaguar-Daimler – mit beeindruckendem Motorensound.

Hintergrund

Die private, staatlich anerkannte Luxemburger eufom European University for Economics & Management führt wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge für Berufstätige in der Großregion Luxemburg durch.
Die Studierenden absolvieren die akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengänge dabei parallel zu Job oder Ausbildung. Dabei finden die Vorlesungen abends und samstags in Präsenzform statt. www.eufom.lu

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