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Forum / Arbeitswelt

Gierige Kommunen  

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peet70
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3 Monaten  ago  

Hallo

wenn ich höre, dass einige Kommunalvertreter eine Einigung zum Weiterbestehen der HOME OFFICE Regelung (Steuern und Sozialabgaben) von Ausgleichzahlungen aus LU abhängig machen wollen, rege ich mich auch. Hört sich an, wie eine Geiselnahme...


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info
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3 Monaten  ago  

Es ist schon sehr seltsam was die Provinz-Politiker von sich geben. Von der Sozialversicherung bekommen die ja erst mal gar nichts und von der Lohnsteuer nur 15%. Ich würde mal rotz frech behaupten das diese 15% in einer Gemeinde wohl kaum in den 5 Stelligen Bereich gehen werden.


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Vera79
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3 Monaten  ago  

@Peet70: Gibt's das was KONKRETES, also Namen und glaubwürdige Quellen?


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Fredde
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3 Monaten  ago  

Das hat nichts mit gierig zu tun! In vielen Gemeinden sind mehr als 50% der Einwohner Grenzgänger- Die Gemeindefinanzen basieren mehr als 50% auf der Anzahl der Einkommensteuerzahler und der Einkommenssteuerhöhe. Das ist zunächst einmal 15% an der Einkommensteuer aber auch die kommunale Zuweisung vom Land und Bund basiert indirekt auf der Einkommensteuer. Also gibt es da ein Problem: Es gibt mehr Aufgaben und damit Ausgaben aber eben nicht die entsprechenden Einnahmen.

Die Bemerkung das einige Kommunen ein Problem mit der Verlängerung der Vereinbarung haben bezieht sich wohl eher auf die geplante Erhöhung der Freitage auf 52.


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peet70
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3 Monaten  ago  

Siehe Volksfreund 26.06.2021 - 6 Uhr , ein MdB mischt sich ein. Wenn hier Ausgleichszahlungen für den Fortbestand des Home Office gefordert werden, war's das damit. Wieso soll der LU Staat zahlen, die GG können doch einfach zur Arbeit nach LU fahren.. was für eine Schnapsidee


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transfrontalier123
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3 Monaten  ago  

Es gibt bisher keine Rechnung, ob das Vorhandensein von Grenzgängern überhaupt mehr Ausgaben als Einnahmen verursacht, denn viele Grenzgänger würden ohne Luxembourg überhaupt nicht hier wohnen.

Der zweite Punkt ist, dass die entsprechenden Kommunen das Geld ja auch nicht für Sinnvolles ausgeben sondern meistens sonstwie verbraten würden, wie der Bettel sagte, für eine Weihnachtsbeleuchtung. Oder für ein Theater wie in Trier oder für sprechende Mülleimer wie der Leibe.

Ich wäre auch nicht mehr hier ohne Luxembourg sondern schon lange weg und wenn ich rechne was ich alles an Konsum in Deutschland ausgebe...

Der Anreiz in Luxembourg zu arbeiten kam erst, als dank steigender Steuerlast in Deutschland Luxembourg immer attraktiver wurde, das ging Ende der 60er Jahre los, weil die deutschen Kommunal- und sonstigen Politiker immer mehr ausgegeben als eingenommen haben seit dieser Zeit.

Man müsste also erst einmal eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen, ob ein Grenzgänger seiner Heimatkommune nicht sowieso mehr Geld bringt als er durch Nutzung der Infrastruktur verbraucht, vermutlich ersteres.

Ein Sog-Effekt würde vermutlich verstärkt erst dann entstehen wenn es z.B. zwei Tage Homeoffice pro Woche und auf Dauer gäbe, denn dann wäre es auch für jm. von weiter her, z.B, Koblenz, attraktiv, in Luxembourg zu arbeiten, denn drei Tage Koblenz-Lux sind machbar aber auch da ist die Frage ob die betreffende Person nicht mehr Einnahmen als Ausgaben generiert.

Würden sich z.B. alle Grenzgänger verabreden, Möbel Martin zu boykottieren sähe es schon mal düster aus.


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Herbert Weber
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3 Monaten  ago  

Ich finde das auch eine sehr unsinnige Idee da einen Ausgleich zu fordern.

Die Frage ist ja, welche Kosten hätten die Gemeinden zusätzlich wenn ich einen Tag pro Woche daheim in Deutschland arbeite. Nutze ich dann an dem Tag die deutschen Strukturen mehr? Vermutlich nein, Kinder sind ja sowieso in Deutschland in Kita oder Schule und ich werde auch nicht den ganzen Tag auf deutschen Straßen rumfahren, da ich ja arbeiten muss. Und ich zahle ja auch etliche andere Abgaben für die Strukturen des Landes. Klar, die gehen natürlich hauptsächlich an den Bund, aber dann kann man ja auch da noch mehr umverteilen.

Was sich allerdings ändert, die (deutschen) Straßen wären morgens und abends weniger voll und es würde weniger CO2 ausgestoßen. Das ist die einfachste Umweltmaßnahme überhaupt. Falls wir es mit der Umwelt also ernst meinen, wäre das doch eigentlich der allererste Schritt.


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peet70
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3 Monaten  ago  

Ich rege an dem MdB  andreas.steier@bundestag.de  zu schreiben, die Idee der Ausgleichszahlungen gegen Homeoffice fallen zu lasssen. Die Regelung zu den Steuern und Sozialabgaben stammt aus dem letzten Jahrtausend und bezieht sich auf Arbeiten die in Deutschland erledigt werden (z.Bsp. Bauarbeiten). Nur in diesem Fall ergeben sie einen Sinn. Ob der Banker seiner Arbeit am heimischen PC oder im entfernten Büroturm in LU nachkommt, ist eigentlichen egal. Mit fadenscheinigen Argumenten Ausgleichsforderungen an den LU Staat zu stellen (Freigabe Home Office gegen Geld) ist aberwitzig , grenzt an eine "Geiselnahme der Ernährer der Region" und verhindert in Zukunft die Erledigung der Arbeit im umwelt- und arbeitnehmerfreundlichen Home Office..... 


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Highwoody
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3 Monaten  ago  

Hallo, ich sehe es so.

1. Sind die Ausgleichsforderungen keine Geiselnahme, da hier ein Entgegenkommen des deutschen Staates in der Frage der Besteuerungshoheit vorliegt

2. Wo kommen wir denn hin, wenn der Ort des Arbeitsvertrags oder Sitz des Arbeitgebers anstatt Tätigkeitsort maßgeblich für die Besteuerung sein soll? Dieser ist im Homeoffice nunmal das Wohnsitzland. Es würde doch in der Grenzregion keiner mehr Lohnsteuer in D zahlen, wenn das freigegeben würde.

3. Eigentlich müsste bei einer Änderung der Regelung nicht ein Ausgleich für Kommunen, sondern für das komplette Steueraufkommen, was Deutschland verlieren würde gerechnet werden. Aber da ist die Motivation seitens der Regierung gering. 

4. Von dem Thickle Down Effekt den hier manche als Begründung ansprechen, da sie in D USt und Gemeindeabgaben zahlen halte ich für überschätzt.

Grüsse an alle.

 


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info
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3 Monaten  ago  

@Peet70

Nur mal so als Hinweis und Erinnerung, die 19 Tage Regel wurde exakt wegen dem Missbrauch durch den Bankensektor eingeführt. Hätte es den massenhaften Missbrauch nicht gegeben dann gäbe es die 19 Tage im DBA nicht, bis dahin konnte man bis zur Grenze der Sozialversicherungspflicht Home-Office machen.


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transfrontalier123
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3 Monaten  ago  

Das gehört schon hierher, weil

1. Uneinsichtige, s.o., die denken, ach ich weiss ja wann ich noch bei ROT über die Ampel fahren darf weil Verkehrsregeln sind so grobe Richtlinien, uns alle gefährden, die wir mit dem Auto pendeln

und

2. weil wir alle Lebenszeit verlieren weil wieder mal so ein schlauer Hirni, für den Blitzer nur Abzocke sind, einen Auffahrunfall gebaut hat und sich der Verkehr kilometerweit staut.

Vielleicht hält diese Diskussion im richtigen Moment jemanden davon ab, zu rasen oder bei Rot über die Ampel zu brettern, auch wenn ich wenig Hoffnung habe.


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transfrontalier123
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3 Monaten  ago  

Ach so quatsch, ich wollte eigtl zum Thema Ampelblitzer posten haha