logo site
icon recherche
Forum / Arbeitswelt

Neuigkeiten zu den Homeofficeverhandlungen für Grenzgänger  

Profilbild von
transfrontalier123
154 Messages

Offline

1 Monat  ago  

https://5minutes.rtl.lu/actu/luxembourg/a/1950359.html

Wer nicht Französisch kann, Zusammenfassung:

Frankreich ist bereit einer Ausweitung zuzustimmen und das ist schon in Arbeit, Deutschland stellt sich für seine eigenen Bürger quer.

Deutsche Grenzgänger nach Schweiz haben 60 Tage Homeoffice ohne steuerliche Nachteile

nach Österreich 45 Tage, ebenso nach Frankreich usw.

Die unterschiedliche Behandlung erklärt sich dadurch, dass die Regional- und Lokalpolitik auch einen gewissen Einfluss hat.

In Trier z.B. benutzt der OB Leibe die Grenzgänger als Druckmittel weil er vom Luxemburgischen Staat als angeblichen Ausgleich Steuergelder haben will und hat natürlich Connections zur Regierung.

Er hat auch schon einen Brief an den Bettel geschrieben und sich eine Abfuhr geholt, einfach googeln "ich bin nicht da um die Weihnachtsbeleuchtung deutscher Bürgermeister zu finanzieren".

Auf EU-Ebene gilt die Freizügigkeit, heisst jeder kann da wohnen und arbeiten wo er will, Ausgleichszahlungen sind nicht vorgesehen.

Sonst müsste Deutschland für die 100tausende polnischen und tschechischen Fach- und Pflegekräfte ziemlich tief in die Tasche greifen und Ausgleich zahlen, demgegenüber fallen die paar lux Pendler sowieso nicht ins Gewicht.

In Trier ist das Problem auch eher ein Ausgaben- als ein Einnahmenproblem:

Der Herr Leibe hat es während seiner Amtszeit 3x geschafft, aufgrund des verschwenderischen Umgangs mit Steuermitteln Trier ins Schwarzbuch der Steuerzahler zu bringen, so wie es im Privaten Leute gibt die immer doppelt soviel ausgeben wie sie haben so gibt es solche Herrschaften auch in der Politik. Da könnte ihm der luxembourgische Staat jeden Monat ein paar Millionenn überweisen, der Herr würde das vermutlich auch noch in der Mosel versenken.

Auch die Frau Hubertz, die demnächst zum Bürgermeisterwahlkampf nach Trier kommt, hat gelogen, als sie sagte sie setze sich für eine Ausweitung der 19-Tage-Regel ein, der Scholz hat das nämlich in seiner Zeit als Finanzminster immer abgelehnt.

Ja und warum schreibe ich das? Bald ist in Trier Bürgermeisterwahl und ich hoffe ihr lasst meine Ausführungen in eure Wahlentscheidung miteinfliessen um den Druck zur Ausweitung der 19-Tage-Regel zu erhöhen. Wenn der Leibe ein paar Tausend Stimmen weniger hätte wäre das schon was.

 

Gruss

 


Profilbild von
Fredde
258 Messages

Offline

1 Monat  ago  

Zitat: Deutsche Grenzgänger nach Schweiz haben 60 Tage Homeoffice ohne steuerliche Nachteile

Das ist so nicht korrekt da ein Grenzgänger in die Schweiz eh seine gesamte Einkommenssteuer in Deutschland zahlt und nur 4.5% Quellensteuer in der Schweiz die dann auf die Steuer in DE angerechnet wird. Also schlechtes Beispiel. 

Auch das Österreichbeispeil ist nicht zielführende in dieser Diskussion da auch dort die Steuern in DE bezahlt werden solange man in der sogenannten Grenzen in DE wohnt und in Österreich arbeitet. Die erwähnten 45 Tage gehen hier dann umgekehrt. Also wenn man mehr als 45 Tage nicht in dieser Grenzzone arbeitet dann geht das Besteuerungsrecht an Österreich über! Auch schlecht.

Auch in Frankreich gilt eine ähnlichen Regelung wie mit Österreich nur:

Weil der französische Staat auf die Einkommensteuer der Grenzgänger verzichten muss, erhält er im Gegenzug von der Bundesrepublik eine pauschale Entschädigung, den sogenannten Fiskalausgleich. Dieser beträgt 1,5 Prozent der gesamten Bruttojahresvergütungen aller Grenzgänger/innen.

Also, die Situation zwischen DE und LUX ist sehr spezifisch und die Luxis haben hier eine Sonderstellung da sie das Besteuerunsgsrecht haben. 

Diese Infos finden man ganz einfach wenn man danach Googled oder aber selbst schon mal in der Schweiz oder in Österreich als Grenzgänger gearbeitet hat.


Profilbild von
transfrontalier123
154 Messages

Offline

1 Monat  ago  

...stimmt was Du schreibst nur darf ein Staat nicht nur nach dem Prinzip handeln...ich gebe meinen Grenzgängern nur immer dann weitere Rechte, Homeofficetage, wenn ich dafür was kriege, das liefe dem Prinzip der Freizügigkeit zuwider.

 


Profilbild von
Grenzdebil123
3 Messages

Offline

1 Monat  ago  

Vielleicht sollte man es auch mal von einer anderen Seite sehen.

Wenn man als Angestellter eines lux. Unternehmens in DE im Home Office arbeitet, warum sollte dieser besser (oder anders) behandelt werden, als ein Angestellter eines deutschen Unternehmer mit Home Office in DE.

Wenn man in Deutschland keine Steuern zahlen will, dann muss man sich halt in den Stau nach Luxemburg begeben.

Die Schulausbildung der eigenen Kinder vom deutschen Steuerzahler bezahlen zu lassen scheint völlig ok zu sein.

Warum sollte Herr Leibe sich dafür einsetzen, dass Grenzgänger im Home Office keine Steuern in Deutschland zahlen. Das ist nicht sein Job. Im Gegenteil.


Profilbild von
transfrontalier123
154 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Ohje, die alte Neiddebatte. Gehts Dir, der Du als Deutscher in einem deutschen Büro arbeitest, besser oder schlechter wenn wir mehr homeofficetage haben? Ne

Hast du die Möglichkeit Dich jederzeit auch in Lux oder einem anderen Land der EU zu bewerben? Ja

Abgesehen davon bist Du nicht auf dem Laufenden: In Deutschland ist die Rechtslage so, dass Homeoffice vom Gesetz her für alle und unbefristet möglich ist, es hängt am Arbeitgeber ob er es anbietet, in Lux würden viele Arbeitgeber Homeoffice anbieten können  es aber aufgrund des Rechtsrahmens nicht und wir fordern somit nichts anderes als eine Gleichstellung.

Und die Schulausbildung vom deutschen Steuerzahler bezahlen zu lassen ist ok, ja, der deutsche Steuerzahler zahlt auch so ganz schön viel ohne entscheiden zu können ob er es zahlen soll oder nicht. Dafür hat ja der tschechische Staat oder der polnische die Ausbildung von Ärzten und Krankenschwestern bezahlt, die deiner Grossmutter im Altenheim den Arsch abwischen, ein offenes Europa ist eben ein Geben und Nehmen.


Profilbild von
Grenzgaenger2014
201 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Nicht zu vergessen: Wie würde diese strukturschwache Region von der Eifel bis zur Saar aussehen wenn es Luxemburg und seine Grenzgänger nicht gäbe? Wie würde es dann mit der Kaufkraft stehen und gäbe es dann auch so viele florierende Neubaugebiete?

Also mal schön den Ball flach halten. 🙂


Profilbild von
foxi1000
143 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

@Grenzgänger2014

Die florierenden Neubaugebiete halten wir besser mal da raus. Die werden zum größten Teil auch erschlossen für zahlungskräftige Kunden aus Luxemburg um die Haushaltsfinanzen aufzubessern. Der Nachteil leider daran, das sich der einheimische Nachwuchs diese Grundstückspreise nicht mehr leisten kann.

 

 


Profilbild von
Grenzgaenger2014
201 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

@Foxi: Da stimme ich dir teilweise zu, allerdings ist es woanders heutzutage genauso teuer (Auch ohne Luxemburger) und zum anderen hatte ich ja explizit geschrieben "wenn es Luxemburg" nicht gäbe. Also kein Luxemburg = Keine Luxemburger die Immo und grundstückspreise verderben. 😉


Profilbild von
tim1787
36 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

nun, Transfrontalier, es steht Dir auch frei, Dir einen Job in D zu suchen mit unbegrenztem Homeoffice....dann hättest Du das Problem nicht mehr...

 

Nicht böse gemeint, aber die Argumentation geht halt in beide Richtungen....

 


Profilbild von
Grenzdebil123
3 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Das ist keine Neiddebatte. Ich arbeite selber bei einem lux. Arbeitgeber, habe aber kein Problem meine Steuern anteilig in DE zu zahlen, weil ich im Home Office arbeite. Weiß auch nicht so richtig, wo das Problem dabei ist.

Deine Punkte möchte ich kurz kommentieren.

Auch in Lux hängt es am Arbeitgeber, ob er es anbietet. Möglicherweise bietet er es nicht an, da ihm die rechtliche Lage unklar ist oder ihm der administrative Aufwand zu hoch ist. Wobei dieser ja lediglich in der Erstattung der lux. Lohnsteuer besteht und selbst dazu ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet. Und die Gleichstellung in der EU bedeutet nie, dass das Besteuerungsrecht eines Mitgliedsstaat zugunsten eines anderen zurücktritt, nur um ein Maximum an Gleichheit zu erreichen. Ich sehe auch gar keine Ungleichheit. Jeder zahlt die Steuern dort, wo er arbeitet.

Bei dem tschechisch/polnischen Beispiel ist der Unterschied, dass die Eltern der späteren Pflegekräfte die Steuern für die Schulausbildung ihrer Kinder sehr wohl dort gezahlt haben. Es sei denn, sie waren Grenzgänger.....

 

 


Profilbild von
grenzerfahrung
77 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

an Grenzdebil123:

Also ich sehe mich als Grenzgänger da eher als Investor in Deutschland, ich bringe jeden Monat frisches Geld ins Heimatland. Die in Deutschland Arbeitenden nehmen sich ja nur gegenseitig das Geld ab.

Und einem Investor würde ja auch niemand entgegenhalten dass er zuerst mal Steuern abführt bevor er investiert, da passiert es ja oft genau andersrum, dass er noch Geld von Deutschland nachgeschmissen bekommt, ist bei uns ja leider nicht so.

Und wir Grenzgänger nehmen keinem anderen einen deutschen Arbeitsplatz weg, das ist doch auch sehr sozial!

Aber bitte das Geschriebene mit einer Prise Humor aufnehmen!


Profilbild von
Grenzdebil123
3 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

An Grenzerfahrung:

Ja interessante Idee 😉 Ich befürworte ja auch, dass du das machst. Nur wenn man über die gerechte Aufteilung von Steuern redet, dann sehe ich das in Bezug auf die Staatsfinanzen so: Du, wie auch ich, nehmen im Schnitt die gleichen Leistungen des Staates in DE in Anspruch, wie ein in Deutschland beschäftigter Angestellter. Wir zahlen in DE aber keine Einkommensteuer. Natürlich bisschen Mehrwertsteuer, Kfz Steuer und hier und da was. Aber das reicht ja nicht um die Kosten auszugleichen. Dass du hier du in DE ein Geld ausgibst mag ja sein, aber dafür bekommst du ja die entsprechenden Waren und Dienstleistungen als Gegenleistung. So richtig tolle Investoren sind wir nicht, finde ich.

 

 


Profilbild von
info
3153 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Nun ja, nur 15% der Lohnsteuer gehen an die Gemeinden (hier zB Trier) und ob da jetzt wirklich eine nennenswerte Summe zusammen kommt bzw weg fällt wenn die HO Tage auf 50 angehoben werden ist eher fraglich.

Bei zB 5k brutto im Monat, SK1 ohne jegliche Abzüge reden wir über rund 150Euro zusätzlich für Trier pro Jahr und betroffenem Grenzgänger. Was Hr Leibe sich verspricht, bzw was die zu erwartenden Steuermehreinnahmen bringen sollen ist mir nicht klar.


Profilbild von
transfrontalier123
154 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Zitat Grenzdebil: "Bei dem tschechisch/polnischen Beispiel ist der Unterschied, dass die Eltern der späteren Pflegekräfte die Steuern für die Schulausbildung ihrer Kinder sehr wohl dort gezahlt haben. Es sei denn, sie waren Grenzgänger....."

Eben. Und somit ist es kein Unterschied.

Bei den jetzigen polnischen und tschechischen Pflegekräften in D haben die Eltern durch ihre Steuern im Wohnsitzland deren Ausbildung gezahlt. Ihre Kinder gehen im Wohnsitzland zur Schule und so wird ihre Ausbildung durch den Wohnsitzstaat gezahlt während sie ihre Steuern in D zahlen.

Bei den jetzigen deutschen Grenzpendlern nach Luxembourg haben die Eltern durch ihre Steuern im Wohnsitzland deren Ausbildung gezahlt. Ihre Kinder gehen im Wohnsitzland zur Schule und so wird ihre Ausbildung durch den Wohnsitzstaat gezahlt während sie ihre Steuern in Lux zahlen.

Ausserdem ist Deutschland ein überdurchschnittlicher Profiteur der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa, die Wertschöpfung durch den freien Arbeitsmarkt ist weitaus höher als der Abfluss an Mitteln.

Wenn jetzt ein Provinzbürgermeisterlein Leibe daherkommt und Ausgleichszahlungen fordert wird über kurz oder lang jedes Provinzbürgermeisterlein entlang der deutsch-tschechisch-polnischen Grenze und sonstwo die gleiche Idee haben und somit ist der gemeinsame Arbeitsmarkt Geschichte und wir sind wieder da wo wir vorher waren und der grösste Verlierer wäre Deutschland.

Persönliche Frage: Wieso fühlen Sie sich schlecht wenn Sie die Vorteile eines gemeinsamen Europa nutzen und vermeintlich weniger Stteuern in Deutschland zahlen?

Und wollen unbedingt auf Homeofficetage verzichten? Ich meine können Sie ja für sich gerne machen.

Bedenken Sie aber dass andere sich nicht schlecht fühlen, das rheinland-pfälzische Parlament hat einmütig der letzten Diätenerhöhung während der Pandemie zugestimmt obwohl es dafür Kritik von allen Seiten hagelte und einen Artikel im Schwarzbuch der Steuerzahler einbrachte.

Entsteht irgendjemandem ein Nachteil wenn Grenzgänger nach Luxembourg 50 statt 19 Homeofficetage haben? Nein. Und Neid lassen wir mal aussen vor, das ist sowieso lächerlich. Jede Berufsgruppe hat ihre Vor- und Nachteile. Beamte zahlen in D z.B. keine Rentenbeiträge, in anderen Ländern schon.


Profilbild von
transfrontalier123
154 Messages

Offline

4 Wochen  ago  

Man hat mittlerweile auch die finanziellen Folgen eines Tages Homeoffice berechnet.

Demzufolge gibt ein Grenzgänger pro Tag in Luxembourg ca 10,40EUR aus, die er an einem Homeofficetag dann in seinem Wohnland ausgibt, macht bei 50 Homeofficetagen ca 500 EUR die er im Falle eines deutschen Grenzgängers in Deutschland anstatt in luxembourg ausgibt.  Das scheint mir ungefähr realistisch ich habs mal bei mir selber auf einen Tag berechnet und käme auf 8 Euro pro Tag das sind aber immer noch 400 EUR.