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Forum / Steuern und Finanzen

Böse Überraschung bei Steuererklärung 2018  

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Tyrion48
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vor 3 Monaten   

Wir (ein Partner arbeitet in Luxemburg, der andere in Deutschland) haben unsere Steuererklärung vom Profi erstellen lassen und haben nun mit Schrecken erfahren, dass wir eine satte Nachzahlung im 4-stelligen Bereich zahlen müssen.

Da das Einkommen in Luxemburg höher ist, haben wir für 2018 die Steuerklasse 2 beantragt. Uns wurde von der Steuerbehörde auf Basis der Steuererklärung 2016 (da war unser Einkommen sogar höher als 2018) ein Steuersatz vorgeschlagen, diesen haben wir nach Beratung durch einen Steuerberater akzeptiert. Ziel: Wir wollten auf jeden Fall Nachzahlungen und böse Überraschungen vermeiden. Die Differenz zwischen dem von der Steuerbehörde vorgeschlagenen Steuersatz und dem, der nun tatsächlich für 2018 angewandt wird liegt bei über 6%. Insgesamt hat sich die Steuersatz im Vergleich zu 2016 mehr als verdoppelt.

Gibt es ähnliche Fälle/habt Ihr ähnliche Erfahrungen?

Und: weiß jemand, wie man den globalen Steuersatz nachvollziehen kann? Gibt es dazu Tabellen? Bis dato konnten wir dazu nichts finden. Interessant wäre ja auch zu wissen, ob letztendlich nicht Steuerklasse I günstiger wäre.

Die Intransparenz und Unfähigkeit des Luxemburger Staates bei dieser Steuerreform ist wirklich sagenhaft! Klar, das war in aller Munde und ist nichts wirklich Neues. Aber das selbst die Steuerbehörde nicht in der Lage war, den korrekten Steuersatz zu ermitteln, sagt doch schon alles...

 

 

 


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Schaoten
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vor 2 Monaten   

Was sagt denn der Ersteller (Profi) dazu bzw. der beratende Steuerberater? Die Steuertabellen gibt es online - allerdings meines Wissens nur auf französisch. Musst du mal googeln "Baremes, Luxembourg, impot, 2018). Den genauen Link habe ich im Moment leider keine Zeit zum suchen.

Hast du mal die Bescheide aus 2016 und 2018 Punkt für Punkt verglichen, ob es da Abweichungen gibt?


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Tyrion48
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vor 2 Monaten   

Vielen Dank für Deine Antwort! Das hat uns schon sehr weitergeholfen und wir konnten anhand der Steuertabelle den Steuersatz nachvollziehen. Falls noch jemand nachschauen will, hier:

https://impotsdirects.public.lu/fr/baremes.html#BM

Um den globalen Steuersatz zu berechnen, der dann auf das Gehalt des Luxemburg-Verdieners angewandt wird, einfach beide steuerpflichtigen Einkommen (also Gehalt D plus Gehalt LUX) addieren und schauen, welcher Steuersatz darauf angewandt wird.

Wir warten immer noch auf den Rückruf des Beraters. Bei der Mitarbeiterin hatte ich das Gefühl, dass Ratlosigkeit vorgeherrscht hat. Sie meinte nur, dass einige Kunden dieses Jahr ähnliche Überraschungen erlebt hätten.

Wir haben den Steuerbescheid noch nicht erhalten, sondern es wurde bis dato lediglich die Steuererklärung erstellt, mit dem Ergebnis, dass wir eine immense Nachzahlung leisten müssen.

Große Abweichungen zu unser Steuererklärung 2016 gibt es nicht. Unser Einkommen war 2016 sogar höher als 2018 und 2018 konnten wir mehr Kosten (Zinsen etc.) absetzen. Der einzige Unterschied ist: 2016 = VOR Steuerreform, 2018 = DANACH

 


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info
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vor 2 Monaten   

Ist denn der Steuersatz für 2019 wenigstens schon angepasst worden?


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Tyrion48
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vor 2 Monaten   

Der Steuersatz für 2019 ist noch nicht angepasst worden, wir warten jetzt auch erstmal auf den Steuerbescheid und werden bis dahin erstmal jeden Monat Geld auf Seite legen.

Rückmeldung bzgl. der Differenz zwischen dem vorgeschlagenem und dem tatsächlichen Steuersatz: Der Steuersatz, den uns die Steuerbehörde 2017 vorgeschlagen hat, beruhte lediglich auf einer Schätzung auf Basis der Erklärung 2016. Allerdings hat sich die Behörde ordentlich verschätzt. Ihr lag wiegesagt mit der Steuererklärung 2016 unsere komplette Einkommenssituation offen.

Gibt es niemanden mit ähnlichen Erfahrungen, der evtl. sogar den Steuerbescheid schon erhalten hat?


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wieni
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vor 2 Monaten   

Der Vorschlag den die Steuerbehörde für uns gemacht hat, war einfach nur genau der gleiche Steuersatz, den wir vorher hatten. Völlig unabhängig davon, dass wir immer zu wenig bezahlt haben, weil die 2. Steuerkarte ja immer mit einem Pauschalsatz von 12% oder so besteuert wurde. Da wir ja wussten was das bedeutet, nämlich jedes Jahr Nachzahlungen im 4-stelligen Bereich, haben wir unsere Steuerrate selbst ausgrechnet und der Steuerbehörde vorgeschlagen. Die hat das wahrscheinlich blind akzeptiert. Ein Steuerberater hatte uns diesbezüglich gesagt, es kommt drauf an was man bevorzugt: Monatlich mehr Kohle (quasi als Darlehen der Steuerbehörde, die man dann im Jahr danach zurückzahlt) oder lieber dem Gehalt entsprechend zahlen und ggf nur eine kleine Nachzahlung oder eben auf Null raus.


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Tyrion48
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vor 2 Monaten   

Das war natürlich schlau von Euch 🙂 hätten wir damals auch besser gemacht!

Uns hatte der Steuerberater damals empfohlen den vorgeschlagenen Steuersatz anzunehmen, da der Steuerbehörde ja alle unsere Daten vorlagen. Der vorgeschlagene Steuersatz lag dann auch höher als der vorherige, was wir der Reform zuschrieben. Es hieß ja, dass Grenzgänger durch die Anpassung an die Ansässigen mehr Steuern zahlen müssen also vorher. Der tatsächliche Steuersatz liegt aber jetzt nochmal wesentlich höher - genau das hat uns böse überrascht! Na ja, aus Fehlern wird man schlau!


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2531 Nachrichten

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vor 2 Monaten   

Dein Steuerberater sollte besser umschulen.


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Tyrion48
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vor 2 Monaten   

Yep... hätten uns stattdessen besser eine Beratung bei DEM Experten schlechthin gönnen sollen ...

Habe übrigens einen super Steuerrechner gefunden! Hier: https://www.kpmgtaxcalculator.lu/index.html?locale=de a

 

 


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wieni
177 Nachrichten

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vor 2 Monaten   

oder den hier:

https://impotsdirects.public.lu/fr/baremes/personnes-physiques.html

...der gibt einem auch die Steuerrate aus, die man dann wiederum der Steuerbehörde mitteilen kann.

Man darf da aber nur das Gehalt eintragen, was besteuert wird, sprich abzüglich Sozialabgaben, etwaige andere Kosten. Wenn Du nur die Sozialabgaben abziehst, hast du sowas wie ein Worst-Case-Szenario...