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Gesellschaft

Cattenom – die unsichtbare Gefahr

Die Betreiber des in der Großregion umstrittenen Atomkraftwerks Cattenom haben am Mittwoch ihre Bilanz des Jahres 2010 vorgelegt - inklusive Angaben über Störfälle. Der Kreis Trier-Saarburg plant eine Resolution.

Veröffentlicht par KaptanListe die 13/04/2011 | 4.289 Ansichten

Einmal war die Pressekonferenz bereits verschoben worden.
Am Mittwoch nun legten die Betreiber des AKW Cattenom ihre Bilanz für das zurückliegende Jahr vor.

Demnach hat sich in drei Fällen ein Reaktor automatisch aufgrund eines Störfalles abgeschaltet.
Hinzu kommen insgesamt sechs Anomalien der Stufe 1 auf der 7 Punkte zählenden internationalen nuklearen Störfälle-Skala.

Die vier 1.300 MW-Blöcke produzierten den Betreibern zufolge im Jahr 2010 rund 35 Milliarden KwSt Strom.

Acht Prozent der in Frankreich genutzten Atomenergie stammt aus dem Meiler in Lothringen nahe der deutschen und luxemburgischen Grenze.

Block drei ist derzeit aufgrund der üblichen Zehnjahres-Revision nicht in Betrieb.
Auch kann er erst wieder heraufgefahren werden, wenn Frankreichs Atombehörde eine neue Betriebsgenehmigung auf zehn Jahre ausstellt.

Und genau dort liegt der Knackpunkt. Sowohl Luxemburg als auch Deutschland fordern, die Laufzeit für Cattenom nicht zu verlängern.

Angeblich keine Gefahr durch Erbeben

Gegen die Gafahr eines möglichen Erbebens sieht sich der Betreiber des AKW Cattenom bestens gerüstet.
Die Erschütterung dürge lediglich nicht die 5,4 auf der Richterscala überschreiten.
Die rezentesten Erdstöße – von Stärke 4 im Jahr 1999 im Saarland, 5,4 im Jahr 2003 in Saint-Dié in Frankreich und von Stärke 4,2 im Jahr 2007 in Koblenz – habe man problemlos weggesteckt.

Resolution gegen Cattenom

Der Landkreis Trier-Saarburg hat indes angekündigt, im nächsten Kreistag eine Resolution gegen das Atomkraftwerk im lothringischen Cattenom zu verabschieden.

Landrat Günther Schartz fordert Stresstests für sämtliche Atomkraftwerke in der Europäischen Union.
Außerdem sei die Ausweitung der Schutzzone von 25 auf 50 Kilometer dringend erforderlich.

Die Resolution zu Cattenom soll im Kreistag am 26. April 2010 verabschiedet werden.

   

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21 Kommentare
Vor 10 Jahren

CATTENOM SCHLIESSEN
Kundgebung gegen Atomkraft und für Erneuerbare am AKW Cattenom

Anlässlich des 25jährigen Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl rufen Atomkraftgegnerinnen und -gegner aus der Großregion SaarLorLux zu einer Kundgebung direkt am Atomkraftwerk Cattenom auf. Die Protestveranstaltung, die am Ostermontag, 25.04.2011 zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr stattfindet, wird von der neu gegründeten "Internationalen Aktionsgemeinschaft gegen das AKW Cattenom", einem Bündnis zahlreicher Verbände und Parteigliederungen aus der Großregion getragen. "Die Katastrophe in Fukushima hat den Bewohnern des Dreiländerecks erneut drastisch vor Augen geführt, welche Gefahr von einem weiteren Betrieb des AKW Cattenom, wie von allen AKWs, ausgeht. Einer Gefahr, der wir uns und unsere Kinder einfach nicht ausgesetzt sehen wollen", heißt es im Aufruf der Veranstalter. Die Kundgebung, zu der auch zahlreiche prominente Redner/innen aus Luxemburg, Lothringen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz erwartet werden, wendet sich außerdem gegen die Pläne für ein Atommüllendlager im lothringischen Bure und gegen die Atommüll- und Urantransporte durch die Region.

Die Veranstalter empfehlen allen Mitbürgerinnen und -bürgern, die an der Demonstration teilnehmen möchten, die Anreise mit dem Bus oder die Bildung von Mitfahrgemeinschaften. Über die Adresse info@gruene-trier.de werden Bus- und Mitfahrplätze vermittelt. Um möglichst frühzeitige Rückmeldung wird gebeten. Weitere Informationen zum Ablauf und Inhalt der Veranstaltung sind über die Internetseite www.iacattenom.de erhältlich.

Mit freundlicher Empfehlung

i.A. Ewald Adams, Geschäftsstelle

Bündnis 90/Die Grünen
Kreisverband Trier-Saarburg
Am Palastgarten 6, D-54290 Trier
Fon 0651-48707, Fax 76790
Mobil 0151-57.69.48.93