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Gesellschaft

Der Mutterschaftsurlaub in Luxemburg

Haben sie gerade erfahren, dass ihnen bald ein glückliches Ereignis bevorsteht? Treffen Sie schon jetzt alle Maßnahmen für Ihren Mutterschaftsurlaub.

Veröffentlicht par KaptanListe die 10/07/2015 | 8.237 Ansichten

Eine schwangere Angestellte oder eine, die gerade ihr Kind bekommen hat, hat das Recht auf mehrere Wochen Mutterschaftsurlaub, um sich auszuruhen und um sich um ihre Gesundheit und die ihres Neugeborenen zu kümmern.


Wer ist vom Mutterschaftsurlaub betroffen?

Eine schwangere Angestellte, die in Luxemburg arbeitet, hat das Recht auf Mutterschaftsurlaub, egal ob sie in Luxemburg wohnt oder nicht. Dies betrifft die Frauen die einen Arbeitsvertrag, einen Ausbildungsvertrag, einen Vertrag als freier Mitarbeiter  oder eine Stelle haben, die von Schülern oder Studenten im Rahmen ihrer Ferien besetzt wird.

Wie bekommt man Mutterschaftsurlaub?

Um ein Recht darauf zu haben, muss die Angestellte so früh wie möglich, per Einschreiben oder gegen Unterschrift, ihrem Arbeitgeber ein medizinisches Gutachten übermitteln, das über ihre Schwangerschaft informiert. Eine Kopie des Gutachtens muss bei der Caisse Nationale de Santé, der nationalen Gesundheitskasse, eingereicht werden.

Außerdem muss ein medizinisches Gutachten, das das ungefähre Datum der Entbindung enthält, zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche erstellt werden. Dieses Gutachten muss dem Arbeitgeber und der Gesundheitskasse (siehe untenstehende Adresse) spätestens 10 Wochen vor der Entbindung zugeschickt werden.

Caisse nationale de santé
Département des indemnités pécuniaires
125, route d’Esch
L-2979 Luxembourg
Grand-Duché de Luxembourg

Wie lange dauert der Mutterschaftsurlaub?

Ein Mutterschaftsurlaub dauert mindestens 16 Wochen und setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Schwangerschaftsurlaub : 8 Wochen vor der Entbindung.
  • Postnataler Urlaub : 8 Wochen nach der Entbindung.
     

Kann die Dauer des Mutterschaftsurlaubs verändert werden?

Ja, der postnatale Urlaub kann sich im Falle einer Frühgeburt, bei der Geburt mehrerer Kinder oder des Stillens um 4 zusätzliche Wochen verlängern. Dieser Urlaub kann auf 12 statt 8  Wochen anwachsen.

Wenn es zu einer Frühgeburt kommt, ist der Schwangerschaftsurlaub nicht verkürzt. Die restlichen Tage werden automatisch an den postnatalen Urlaub gehängt.

Wenn die Geburt nach Ende der 8 Wochen Schwangerschaftsurlaub stattfindet, verlängert sich dieser und hat keine Auswirkungen auf die Dauer des postnatalen Urlaubs.

Was tun nach der Entbindung?

Eine Kopie der Geburtsurkunde ist der Gesundheitskasse zu übermitteln.


Bekommt eine Angestellte im Mutterschaftsurlaub weiter ihr Gehalt?

Während ihres Mutterschaftsurlaubs bekommt eine schwangere Frau nicht mehr ihr Gehalt, aber eine finanzielle Hilfe des luxemburgischen Staats. Um diese zu bekommen, muss sie verpflichtend mindestens 6 der letzten 12 Monate vor dem Mutterschaftsurlaub Mitglied der Krankenversicherung gewesen sein.

Diese Hilfe entspricht im Prinzip dem letzten Gehalt, das die Angestellte vor ihres Mutterschaftsurlaubs bekommen hat und kann nicht mehr als 5 Mal so hoch sein wie der in Luxemburg geltende soziale Mindestlohn (SSM).

Kann eine Angestellte während ihrer Schwangerschaft entlassen werden?

Ab dem Zeitpunkt, wo die Angestellte mit dem medizinischen Gutachten dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft gemeldet hat, ist sie bis zum Ende ihres Mutterschaftsurlaubs gegen Entlassung geschützt (außer bei grobem Fehler).
Kann eine Angestellte nach der Entbindung und am Ende ihres Mutterschaftsurlaubs kündigen?

Wenn eine Angestellte am Ende ihres Mutterschaftsurlaubs entscheidet, dass die sich um ihr/ihre Kind/er kümmern will, kann sie aufhören zu arbeiten, ohne dem Arbeitgeber im Vorfeld eine Kündigung auszusprechen.

Wenn die Angestellte, im Jahr nach ihrer Kündigung, wünscht, ihre Stelle wieder anzutreten, ist der Arbeitgeber daran gebunden, sie für die Stellen, für die sie die geeigneten Qualifikationen aufweist, prioritär einzustellen (wenn die Firma eine Stelle ausschreibt). Und das mit allen Vorteilen, die sie zum Zeitpunkt ihres Weggehens hatte.

Der Arbeitgeber ist daran gebunden, sie prioritär wieder einzustellen, wenn das alleinige Motiv zur Kündigung war, sich um ihr Kind zu kümmern. Dieser Vorteil gilt nicht für diejenigen, die am Ende ihres Mutterschaftsurlaubs gekündigt haben, um den Arbeitgeber zu wechseln.

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