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Gesellschaft

EU-Parlament stimmt für Ende der Zeitumstellung ab 2021

Das EU-Parlament will das Aus für die Zeitumstellung 2021. Doch in welchem Land welche Zeit bleiben soll, ist offen.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 26/03/2019 | 640 Ansichten | Aktualisiert die: 29/03/2019

In Europa könnten in Zukunft verschiedene Uhrzeiten gelten.

Das EU-Parlament hat am Dienstag mit großer Mehrheit für die Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 gestimmt.
Damit soll in der gesamten EU der halbjährliche Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit beendet werden.

Länder sollen für sich entscheiden

Die Uhren sollen Ende März 2021, also in zwei Jahren, das letzte Mal auf Sommerzeit umgestellt werden – Bürger in EU-Staaten, in denen künftig das ganze Jahr die Winterzeit gelten soll, drehen im Herbst 2021 das letzte Mal an der Uhr.
Bis April 2020 müssen die EU-Staaten angemeldet haben, ob bei ihnen künftig Sommer- oder Winterzeit (die korrekt Normalzeit heißt) gelten soll.
In Mitteleuropa gibt es im Moment nur eine große Zeitzone von Polen bis Spanien, zu der Deutschland und 16 weitere EU-Länder gehören. Würde für alle 17 Staaten die dauerhafte Sommerzeit gelten, hieße das für den Westen Spaniens Dunkelheit bis kurz nach 10 Uhr. Bei einer dauerhaften Winterzeit würde in Warschau im Sommer die Sonne schon gegen 3.15 Uhr aufgehen.
“Es wäre misslich, wenn man bei einer Fahrt von Norddeutschland über die Niederlande und Belgien nach Frankreich dreimal die Uhr umstellen muss”, erklärten vor kurzem die CDU-Abgeordneten Peter Liese und Dieter Koch. Beide sprechen sich dennoch für ein Ende der Zeitumstellung aus.

Wie sich Deutschland entscheiden wird, ist noch offen. Die in Deutschland geltende normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) wird häufig “Winterzeit” genannt. Eine “Winterzeit” im engeren Sinne gibt es nicht: Wenn die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) endet, herrscht einfach wieder die Normalzeit, die MEZ. Diese galt als einzige Zeit in Deutschland bis zur Einführung der Sommerzeit im Jahr 1980. Die Europäische Union vereinheitlichte die Sommerzeit im Jahr 1996.
Die Deutschen haben sich vorwiegend für die Beibehaltung der Sommerzeit entschieden.
Als Hauptgrund geben 88 Prozent der Befürworter an, dass es dann abends länger hell ist. 54 Prozent fühlen sich während der Sommerzeit nach eigenem Bekunden fitter, und mehr als jeder Dritte (37 Prozent) glaubt, die Sommerzeit sei gesünder für den Körper.
Ganz anders sehen das Lehrer. Weil es im Winter bei Beibehaltung der Sommerzeit deutlich später hell werden würde, würden sich die Leistungen der Schüler verschlechtern, sollte die Zeit des Schulbeginns beibehalten werden.

Die Bürger wollten die Abschaffung der Zeitumstellung. Jetzt kann es allerdings sein, dass es künftig im Nachbarland eine andere Zeit gibt, als in Deutschland.

Sonntag werden die Uhren vorgestellt

Übrigens: In der Nacht zu Sonntag ist es auch schon wieder so weit: Die Uhr wird wieder um eine Stunde, auf die Sommerzeit vorgestellt. Dann heißt es zunächst wieder für viele Deutsche: im Dunkeln aufstehen.

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