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Gesellschaft

Aktualisiert: Alle Opfer stammen aus Trier

Der Täter war stark alkoholisiert und soll psychische Probleme gehabt haben. Er soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 02/12/2020 | 2.991 Ansichten

Am Mittwochvormittag fand eine Gedenkveranstaltung an der Porta Nigra statt.

Nach der Amokfahrt eines 51-jährigen Mannes aus Trier am Dienstagnachmittag steht die Moselstadt unter Schock.
Der Mann war am frühen Nachmittag mit seinem SUV mehr als einen Kilometer im Zickzak-Kurs durch die Fußgängerzone gerast und hat offenbahr wahllos Menschen umgefahren.
Erste Notrufe bei der Feuerwehr waren um kurz vor 14 Uhr eingegangen.
Auf seiner Fahrt durch einen Teil der Trierer Fußgängerzone, beginnend an der Constantin-Basilika über die Brotstraße, den Hauptmarkt, die Simeonstraße bis zur Porta Nigra hinterließ er auf einer Strecke von etwa 800 Metern Tote, Verletzte und ein Trümmerfeld.
Rund vier Minuten nach dem ersten Notruf, um 13.51 Uhr, konnten Polizisten den Autofahrer Bernd W., der unter dringendem Tatverdacht steht, festnehmen.

Grafik: Stadt Trier

Mehrere Tote und Verletzte

Bei der Amokfahrt gab es fünf Tote und mehrere, teils schwerst Verletzte.

Das jüngste Opfer ist erst neun Wochen alt, auch der 45-jährige Vater des Babie wurde getötet.’
Die Mutter des Babys hat überlebt und liegt laut Behördenangaben ebenso im Krankenhaus wie ihr eineinhalb Jahre alter Sohn.
Außerdem starben drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren.

Triers Oberbürgermeister Leibe sprach von einem “Bild des Grauens”, das sich ihm in der Fußgängerzone geboten habe.
Sämtliche Rettungskräfte aus der gesamten Region seien unterwegs.

Hinweisportal soll bei Aufklärung helfen

Die Trierer Polizei ein Hinweisportal im Internet freigeschaltet. Auf Augenzeugen per Tweet könnenFotos oder Videos von der Tat hochgeladen werden.
Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon ist zwischenzeitlich wieder abgeschaltet.
Hinweise erbittet die Polizei Trier weiterhin unter der Telefonnummer 0651/9779-0 .

Insgesamt waren mehr als 750 Einsatzkräfte von Polizei sowie Hilfs- und Rettungsdiensten aus der Region im Einsatz.
Vorbildlich war laut Polizei zudem “das Verhalten vieler Passanten, die sich der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungsdienste bereits angenommen hatten und Erste Hilfe leisteten”.

Politischer oder religiöser Hintergrund bislang ausgeschlossen

Das Motiv des Mannes ist noch unklar, einen politischen oder religiösen Hintergrund schließen die Ermittler aber bislang aus.
Auch gebe es keine Hinweise auf Mittäter oder Komplizen des Festgenommenen.
Gegen den gebürtigen Trierer wird jetzt ermittelt – wegen Mordes, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung.

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte: “Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd. Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.”

Haft oder Psychiatrie

Noch am heutigen Mittwoch soll W. dem Haftrichter vorgeführt werden.
Der 51-Jährige soll zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein, bei ihm wurden 1,4 Promille festgestellt.
Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung.
Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Das Auto war nicht auf den Amok-Fahrer zugelassen.
Der Halter des Fahrzeuges steht aber in keinem Zusammenhang mit der schrecklichen Tat.
Der Land Rover wurde sichergestellt, Bernd W. hatte die vergangenen Tage in dem von einem Bekannten zur Verfügung gestellten Auto gelebt.

An der Porta Nigra ist ein Gedenkort eingerichtet worden.

Bewegende Gedenkveranstaltung

Mit einer bewegenden Gedenkfeier hat Trier am Mittwoch der fünf Toten der Amokfahrt von Dienstag gedacht.
“Trier trauert, Trier leidet, Trier resigniert aber nicht”, sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe bei der Gedenkveranstaltung vor Triers Wahrzeichen, der Porta Nigra.

“Nichts, aber auch gar nichts” könne diese brutale und schreckliche Tat rechtfertigen, sagte auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer. “Wir trauern mit den Angehörigen der Toten und wir beten für die Verletzten und wir denken an diejenigen, die diese schrecklichen Ereignisse miterlebt haben.” Sie versicherte den Trauernden: “Sie sind in Ihrem Schmerz nicht allein.”

 

 

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