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Gesellschaft

Heizen mit Holz – Profitieren Pendler davon?

Im Großherzogtum werden nicht nur Gaskunden gefördert - auch die Besitzer von Pellet- und Öl-Heizungen erhalten Unterstützung. Wie diese aussieht und ob auch Pendler sparen können…

Veröffentlicht par AymericHenniaux die 23/11/2022 | 731 Ansichten
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Heizen mit Holz - Unterstützungen und Fallstricke.

Während Besitzer von Pellet- und Öl-Heizungen in Deutschland bislang leer ausgehen, was staatliche Entlastungen angeht, hat Luxemburg beschlossen, diese zu unterstützen.

So werden Besitzer von Pellet- und Öl-Heizungen in Luxemburg entlastet

Besitzer von Pelletheizungen erhalten ab Januar beim Kauf von Pellets 200 Euro je Tonne. Die Unterstützung ist auf eine Höchstmenge von fünf Tonnen je Wohnung begrenzt. Die Entlastung gilt aber nur dann, wenn ausschließlich mit Pellets geheizt wird.

Gekauft werden müssen die Pellets laut Mitteilung der luxemburgischen Regierung bei Pelletlieferanten, „die in dem dafür vorgesehenen Register eingetragen sind“. Der Brennstoff darf auch nur nach Luxemburg geliefert werden. Pendler, die in Luxemburg arbeiten, aber in Deutschland wohnen, sind so von der Entlastung ausgenommen.

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Pendler sind von Entlastung für Pellets ausgenommen

Die Pelletpreise sind seit Beginn des Jahres auch im Großherzogtum deutlich gestiegen. Mitte Oktober mussten ab vier Tonnen Einkaufsmenge ungefähr 700 Euro pro Tonne gezahlt werden. In Deutschland lag der Preis zeitweise deutlich über 800 Euro pro Tonne. Mittlerweile ist er hierzulande auf unter 600 Euro gefallen beim Kauf von vier Tonnen Pellets.

In Deutschland werden vor allem Besitzer von Gas- und Fernwärmeheizungen entlastet. Sie müssen im Dezember keine Abschläge für ihre Heizrechnung zahlen. Und im nächsten Jahr greift eine Preisbremse. Eine vergleichbare Entlastung für alle Besitzer von Öl- oder Pelletheizungen ist bislang nicht vorgesehen.

Anders in Luxemburg: der Preis für Heizöl in Luxemburg wird von Oktober dieses Jahres bis Ende 2023 um 15 Cent je Liter gesenkt. Auch private Gaskunden werden entlastet. Der Anstieg des Gaspreises ist bis Ende nächsten Jahres auf höchsten 15 % in Bezug auf die durchschnittlichen Gaspreise von September 2022 begrenzt.

Doch apropos heizen mit Holz…. da können sich manche Fallstricke verbergen… denn: sowohl deutsche als auch luxemburgische Verbraucherschützer warnen vor Betrug mit Brennholz.

Wir Ofenbesitzer kenn es leider: die Brennholzpreise sind innerhalb weniger Monate in die Höhe geschossen. Die Temperaturen sinken allmählich und die Verbraucher wollen es natürlich schön mollig warm haben.

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Egal ob mit Festmeterholz oder Pellets – wer mit Holz heizt, der muss mit explodierenden Brennholzpreisen, leergekauften Lagern und künstlicher Verknappung rechnen. Die Aussicht auf guten Gewinn ruft jedoch auch Kriminelle auf den Plan, warnt das Europäische Verbraucherzentrum in Luxemburg. Auch das Bundeskriminalamt stellt inzwischen „zunehmend den betrügerischen Handel mit Brennholz fest“, heißt es.

Wann Kunden besonders vorsichtig beim Kauf von Festmeter und Pellets sein sollten

Günstig, kurze Lieferzeit und große Lagerbestände? Denn auf der Suche nach Schnäppchen werden viele Kunden auch im Internet fündig. Dort lauern schwarze Schafe, und es werden immer mehr. „Die Zahl betrügerischer Seiten im Internet wächst“, so stellt Jurist Christoph Neisius fest.

Die Folge sind häufig geschädigte Verbraucher, die ihre Bestellung nie erhalten und ihr Geld verlieren.“ Daher ist es ratsam,  beim Kauf von Brennholz und Pellets im Internet besonders wachsam zu sein und Angebote zu meiden, „die zu gut sind, um wahr zu sein“, sagt der Fachmann. Als Beispiele nennt er extrem günstige Preise, große Lagerbestände oder Lieferzeiten von unter drei bis vier Tagen. Denn vielfach ist Brennholz ausverkauft oder aufgrund zu hoher Restfeuchte ungeeignet.

Schützen vor “Fake-Shops”

Wer jedoch glaubt, im Internet auf den richtigen Anbieter gekommen zu sein, sollte einige Daten prüfen. Denn sogenannte “Fakeshops” können schwierig zu erkennen sein, da oftmals Name, Adresse oder Firmen- und Steuernummer eines anderen Unternehmens genutzt werden.

Weitere, gängige Praxis der Betrüger: eine Kopie der Website renommierter Brennholz- oder Pelletshändler – professionell aufgezogen samt Logos, Fotos und Namen.

Um sich vor Fake-Shops zu schützen, sollte man folgendes prüfen:

+ Allgemeine Geschäftsbedingungen und Impressum

+ Telefonnummer checken und womöglich zur Probe anrufen

+ die Postanschrift über eine Suchmaschine prüfen. Viele Fake-Adressen liegen in einem Gewerbegebiet oder nutzen andere Adressaten

+ Online-Bewertungen und Erfahrungsberichte suchen

+ eine Möglichkeit, per Kreditkarte oder einen Zahlungsdienstleister zu zahlen, um einen zusätzlichen Käuferschutz zu erreichen.

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Denn die Betrüger versuchen laut den Luxemburger Verbraucherschützern, Druck aufzubauen. Die Kriminellen betonen, dass die Nachfrage groß sei und man eine Vorauszahlung leisten soll. Doch dies geht meistens nach hinten los – für den Verbraucher.

Vorsicht bei Überweisungen beim Kauf von Brennholz

Betrügerische Seiten verlangen, neben der Masche der Vorkasse, auch oftmals eine Zahlung per Banküberweisung oder Methoden verlangen, die keine Rückbuchung des Kaufpreises bei Nichtlieferung zulassen. Im ungünstigsten Fall ist dann das Geld gezahlt und die Betrüger haben sich aus dem Staub gemacht oder sind nicht mehr zu ermitteln.

Tipps: am besten ist es daher, das bestellte Brennholz nach Lieferung auf Rechnung zu zahlen. Kaufen Sie zudem Brennholz regional und vor Ort. Im Idealfall suchen Sie die Verkaufsstelle sogar direkt auf. Ist der Preis besonders niedrig, sollten Interessierte skeptisch sein.

Denn der Durchschnittspreis von Pellets hat sich nach Daten des Deutschen Pelletinstituts seit Januar 2021 fast verdreifacht.

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foxi1000
148 Kommentare
Vor 2 Wochen

Luxemburg scheint es verstanden zu haben.