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Gesellschaft

Hwk Trier: Zusammenarbeit mit Luxemburg

Die Äußerungen von Steinbrück und Müntefering haben in Luxemburg eine Welle des Protests ausgelöst. Deutsche Handwerker haben bereits Aufträge aus dem Großherzogtum verloren. Die Hwk sucht jetzt nach Löungen.

Veröffentlicht par KaptanListe die 05/06/2009 | 3.309 Ansichten

Zusammenarbeit mit Luxemburg

Die irritierenden Äußerungen deutscher Politiker in Richtung Luxemburg dürfen nach Ansicht von Dr. Karl-Jürgen Wilbert, dem Handlungsbevollmächtigten und Berater der Handwerkskammer Trier, das über Jahrzehnte aufgebaute gute Verhältnis zu dem europäischen Nachbarn nicht belasten. Gerade in Krisenzeiten muss das Handwerk auch über nationale Grenzen hinweg zusammenrücken, um mit dem zunehmenden globalen Wettbewerb Schritt halten zu können. Daher kündigt Wilbert an, die seit Jahren gute Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Trier und der Handwerkskammer Luxemburg weiter auszubauen.

In einer Grenzregion wie der Region Trier – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Frankreich, Luxemburg und Belgien – ist man sich der Bedeutung Europas für die politische Stabilität und wirtschaftliche Prosperität im höchsten Maße bewusst. War die ehemalige Kulturregion Moselfranken noch bis zum Ende des zweiten Weltkrieges aufgrund wiederholter kriegerischer Auseinandersetzungen in zwei unerbittliche Fronten geteilt, so wächst sie jetzt als Europäische Großregion wieder zusammen. Vor allem die Region Trier, das Saarland und das Großherzogtum Luxemburg zeichnen sich durch ihre engen wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen aus. Dadurch profitiert auch das Handwerk in den betroffenen Grenzregionen Deutschlands und Luxemburgs, das traditionell ähnlich strukturiert und organisiert ist. Doch ist festzustellen, dass der Wettbewerb durch rasante weltweite Wandlungsprozesse größer wird und auch vom regionalen Handwerk mehr denn je die Fähigkeit zur Innovation und Flexibilität wie auch zur Kooperation und Synergiebildung verlangt.
Die großen Möglichkeiten für eine verstärkte Zusammenarbeit des deutschen und luxemburgischen Handwerks liegen insbesondere darin, die Internationalisierung des regionalen Handwerks zu fördern und die Innovationsfähigkeit zu steigern. Diese Potentiale können aber nur dann gewinnbringend genutzt werden, wenn Kräfte gebündelt werden und sich das Handwerk in der Grenzregion als Einheit im zunehmend globaler werdenden Wettbewerb versteht.

Die Handwerkskammer Trier schlägt deshalb vor, Kompetenzen, Erfahrungen und Kontakte zusammenzuführen, um die Sichtbarkeit des deutsch-luxemburgischen Handwerks auf dem internationalen Wirtschaftsparkett zu erhöhen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Erschließung neuer Auslandsmärkte durch die Organisation von handwerksspezifischen Kooperationsbörsen und gemeinsamen Markterkundungsreisen in ausgewählte Drittländer wie z.B. Indien, Kanada oder China. Weiterhin möchte man das regionale Kunsthandwerk stärker vermarkten. Hierzu sind gemeinsame Wettbewerbe und öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel grenzüberschreitende Kunsthandwerkermärkte geplant.
Mit Blick auf die Zukunft sei es besonders wichtig, so Wilbert, einen Beitrag zur Förderung der Innovationskraft im Handwerk leisten. Angestrebt werde, grenzüberschreitende Branchenforen und Technologiezusammenführungen im  Handwerk zu organisieren, zum Beispiel in den Bereichen Energieeffizienz, nachhaltiges Sanieren und Renovieren sowie Design.
Bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen kommt es zugute, dass sowohl die Handwerkskammer Trier als auch die Chambre des Métiers Luxembourg Zugang zu dem europaweiten „Enterprise Europe Network“ haben. Beide Kammern arbeiten im Rahmen dieses Netzwerks seit nahezu zwanzig Jahren erfolgreich zusammen und können so dazu beitragen, das regionale Handwerk „fit für den Rest der Welt“ zu machen.

Zur Diskussion über das Thema im Forum geht es hier.

 

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