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Gesellschaft

Neuer Duden „Luxemburger Standarddeutsch“

Neben Luxermburgisch und Französisch wird im Großherzogtum auch Deutsch gesprochen. Doch Deutsch ist eben nicht gleich Deutsch.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 31/05/2022 | 1.114 Ansichten
comments1 Kommentar

Deutsch ist in Luxemburg eine gängige Sprache.
Kinder lernen in der Schule Lesen und Schreiben auf Deutsch – oftmals ist es auch die Unterrichtssprache.
Neben Luxemburgisch und Französisch ist Deutsch zudem auch Verwaltungssprache.

Doch die deutsche Sprache in Luxemburg hat sich im Laufe der Zeit anders entwickelt.
Es gibt Wörter, die es eigentlich gar nicht gibt.

Germanistik-Professor Heinz Sieburg ist Verfasser der 1. Auflage des neuen Dudens „Luxemburger Standarddeutsch“.
Das Wörterbuch bietet einen kompakten Überblick über die deutsche Standardsprache in Luxemburg.
Neben dem Alltagswortschatz enthält das Buch Fachausdrücke aus Politik und Verwaltung sowie feste Wendungen.

Siegburg hat für den neuen Duden Begriffe in seinem Wörterbuch erst aufgenommen, wenn sie mehrmals regelmäßig in verschiedenen Zeitungen erschienen.
Es müsse ja standardisiert sein und keine Eintagsfliege. Mit dem Buch wolle er auch dazu beitragen, dass Nicht-Luxemburger die Begriffe nachschlagen und verstehen könnten. „Es geht auch darum, Missverständnissen vorzubeugen.“
Ein Beispiel ist das Wort “Rendezvous”, das in Luxemburg für jede Art von Treffen benutzt wird. Man habe Siegburg zufolge auch ein Rendezvous mit einem Arzt.

 

Luxemburger Standarddeutsch

Die rund 1300 Stichwörter haben Angaben zur Aussprache, Grammatik, Herkunft und Bedeutung und werden durch Belege aus der Luxemburger Presse ergänzt.
Der Nachschlageteil wird durch eine auch für Laien verständliche Hinführung eingeleitet, die Sprachgeschichte und Sprachwirklichkeit des Deutschen in Luxemburg erläutert, das Konzept der Plurizentrik, also der verschiedenen regionalen Erscheinungsformen des Deutschen, umreißt, die Spezifik des Luxemburger Standarddeutsch herleitet und auch die alltagssprachlichen und schulpraktischen Implikationen thematisiert.

Über den Autor

Heinz Sieburg (Dr. phil.) ist Professor für germanistische Linguistik und historische Sprachwissenschaft des Deutschen sowie germanistische Mediävistik. Er ist Studiengangsleiter im Bachelor BCE-Germanistik, im Master in transnational German Studies und stellvertretender Leiter des Instituts für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität.

Wer in dem neuen Werk blättern möchte, muss aber noch etwas warten.
Der neue Duden erscheint am 17. Oktober 2022.

 

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transfrontalier123
166 Kommentare
Vor 6 Monaten

Das ist ganz wichtig und bei dem Praxisbezug den die deutsche Politik an den Tag legt halte ich es für möglich, dass sich die Sache mit den Homeofficetagen für Grenzgänger noch ein paar Jahre hinzieht aber mehrere Paletten dieses bahnbrechenden Werks auf Staatskosten angeschafft werden, um sie kostenfrei an die Luxpendler zu verteilen.