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Gesellschaft

Öffnen auf Probe – RLP will Montag mit kostenlosen Tests starten

Mit behutsamen Schritten sollen Öffnungen möglich werden. Aber: Zahlen legen weiter zu, auch die Inzident steigt wieder.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 04/03/2021 | 1.028 Ansichten

Foto: Landesregierung RLP

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder haben sich nach neunstündigen Beratungen auf das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie verständigt.
Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen bis zum 28. März 2021 zu verlängert werden.

Genannt werden in der Vorlage (unten als Download) unter anderem die Öffnung der Außengastronomie, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos.
Auch der „kontaktfreie“ Sport im Innenbereich soll dann möglich werden sowie Kontaktsport im Außenbereich. Ein fünfter Öffnungsschritt sieht dann bei diesen Inzidenzen nach weiteren 14 Tagen die Öffnung des Einzelhandels vor.
“Es war uns ein ziemliches Anliegen, dass wir klare Perspektiven für Öffnungen haben und das jeder die Chance hat, entsprechende Schritte einzuleiten”, betonte die Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Donnerstagmorgen.

 

Grafik: Kanzleramtschef Helge Braun/Twitter

 

Rheinland-Pfalz plant vom kommenden Montag an weitere „konkrete Öffnungsschritte“ aus dem Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.
Das teilte die Staatskanzlei in Mainz am Mittwochabend nach der Videoschalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit. So sollen etwa die Buchläden wieder öffnen können.

Malu Dreyer hatte sich auch für die beschlossenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen stark gemacht.
Von Montag an sind wieder private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem anderen Haushalt möglich, jedoch beschränkt auf maximal fünf Menschen plus Kinder bis 14 Jahre.
Bei weniger Neu-Infektionen sind nach dem Beschlusspapier auch noch mehr Kontakte erlaubt. Liegt die Inzidenz bei weniger als 35, wie zum Beispiel in Trier, sollen auch drei Haushalte zusammenkommen dürfen.

Zugleich werde es eine „Notbremse“ geben, wenn die Zahl der Neuinfektionen steigt. Der Wert dafür liegt nach dem Beschluss der Länderchefs und der Kanzlerin bei 100 pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. “Die Notbremse ist wichtig, um schnelle einschreiten zu können”, betonte die Ministerpräsidentin bei ihrer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen.

“Mit testen und Impfen behutsame Schritte aus dem Lockdown”

Rheinland-Pfalz will kostenlose Schnelltests für alle Bürger schrittweise ab Montag anbieten. Dafür seien vier Millionen Testsets bestellt worden, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Spätestens Freitag werde es genauere Informationen geben, wo die Tests zu bekommen seien. Bis April sollten auch Betriebe und Schulen einbezogen seien.

Auch in Sachen Impfungen läst Dreyer nichts anbrennen. “Rheinland-Pfalz verimpft alles, was wir haben”, verspricht die Ministerin am Donnerstagmorgen.
“Wir freuen uns auf die Aussicht, dass wir spätestens ab April so viel #Impfstoff bekommen, dass wir auch die niedergelassenen Ärzte in die Impfstrategie einbeziehen können”.

Fast 12 000 Neuinfektionen in Deutschland

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 11.912 neue Covid-19-Erkrankungen registriert. Es gibt damit rund 117.300 aktive Corona-Fälle. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 64,7. Am Mittwoch hatte dieser Wert 64,0 betragen. Laut RKI wurden aktuell 359 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 71 240.

Kritik an Öffnungsstrategie

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach übt Kritik an den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. “Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass mit diesem Beschluss die 3. Welle langsam anläuft“, schreibt er auf Twitter.

Das aktuelle Beschlussdokument gibt es hier als Download.

Das nächste Bund-Länder-Treffen findet am 22. März statt.
Dann soll es auch um die Gastronomie gehen und was in den Osterferien möglich ist.

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