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Finanzen

Wie tief steckt Luxemburg im Sumpf der Pandora Papers?

Hunderte Politiker, Vorstände, Amtsträger, Spitzensportler und Promis in aller Welt sollen jahrelang Finanzdienstleister genutzt haben, um ihre Vermögen und Wertgegenstände zu verstecken.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 05/10/2021 | 313 Ansichten

Nach LuxLeaks und den Panama Papers jetzt die Pandora Papers: Wieder hat das internationale Recherchenetzwerk ICIJ zugeschlagen und düstere Geschäfte in Verbindung mit sonnigen Steueroasen aufgedeckt.

Datenlecks aus 11,9 Millionen Dokumenten sollen internationale Medien, darunter auch die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR, ausgewertet haben.

Die Gründung einer Briefkastenfirma ist nicht grundsätzlich erstmal nicht verboten.
Entscheidend ist, wofür sie genutzt wird.
Sollen mittels einer solchen Gesellschaft, gegründet zum Beispiel in Luxemburg,  Steuern gespart werden und wird das gegenüber den Finanzbehörden auch transparent kommuniziert, ist das nach Ansicht von Steuerexperten rechtlich nicht verwerflich!

Strafbar ist hingegen, über Briefkastenfirmen Vermögen vor den Finanzbehörden zu verstecken, um Steuern in der Heimat zu sparen oder mithilfe solcher Firmenhüllen Gelder aus kriminellen Geschäften zu waschen.
Kommen Provatpersonen ins Spiel, darf meist von Letzterem ausgegangen werden.

Prominente Namen gibt es jede Menge. Jetzt sind auch amtierende Politiker wie der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš, der russische Präsident Wladimir Putin und der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski betroffen. Der frühere britische Premier Tony Blair taucht ebenso in den Leaks auf wie Jordaniens König Abdullah II. . Dazu kommen Größen aus der Sport-, Musik – und Showwelt wie Pep Guardiola, Claudia Schiffer, Shakira oder Rongo Starr.

EU reagiert und bringt neue Liste

Die EU-Kommission reagierte sofortt – und versprach, ihren Kampf gegen Steuerhinterziehung nochmals zu verschärfen.
Bei ihrem Treffen am Dienstag in Luxemburg wollen die EU-Minister bereits eine neue „schwarze Liste“ der Steueroasen beschließen.
Auch das EU-Parlament in Straßbourg hat die Pandora Papers kurzfristig für Mittwoch mit auf die Agenda genommen.

Ob sich Luxemburg auf einer neuen Liste der Steueroasen befinden wird, ist noch völlig offen.
Zumindest hatte man der Steuerhinterziehung den Kampf angesagt und eigenen Angaben zufolge bereits etliche Schlupflöcher geschlossen.
Sicher ist, dass bei den Pandora Papers auch Investmentfonds aus Luxemburg stehen.

Relevanter Artikel “OpenLux”: Einmal Steueroase – immer Steueroase?

 

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