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Gesundheit

Jodtabletten auch für Grenzgänger

Luxemburg stattet seine Bürger mit Jodtabletten aus. Die Maßnahme ist Teil eines Notfallplanes Cattenom. Auch Grenzgänger können kostenlos Tabletten bekommen.

Veröffentlicht par KaptanListe die 14/10/2014 | 9.203 Ansichten

Luxemburg sorgt für einen möglichen Ernstfall durch das Atomkraftwerk Cattenom vor und versorgt seine Einwohner mit Jodtabletten.
Die Bürger des Großherzogtums werden in den nächsten Wochen schriftlich aufgefordert, sich in der Apotheke Jodtabletten abzuholen.

Das hat der luxemburgische Innenminister Dan Kersch kürzlich in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL Télé Luxemburg mit.
Man wolle damit Maßnahmen aus dem neuen “Cattenom-Plan” umsetzen.

Von der Maßnahme sollen auch Grenzgänger profitieren: Die Jodtabletten sollen ebenfalls kostenlos an Berufspendler aus Deutschland verteilt werden.
Ihr Arbeitgeber muss die Medikamente dafür beantragen.
In Belgien und Frankreich wurden die Medikamente bereits verteilt.

Luxemburg arbeitet derzeit an einem neuen “Cattenom-Notfallplan”. Er soll in den kommenden Wochen vom Ministerrat verabschiedet werden.

Hintergrund

Jod ist ein Spurenelement. Die menschliche Schilddrüse benötigt es, um die für den Körper wichtigen Schilddrüsenhormone zu produzieren.
In Kraftwerken entstehen mehrere radioaktive Varianten (Isotope) von Jod. Bei einem atomaren Unfall können diese über Nahrung, Atemluft und in seltenen Fällen über die Haut in den Körper gelangen. Dort wird es wie gewöhnliches Jod in der Schilddrüse gespeichert und verstrahlt die umliegenden Zellen.
Die Folge sind nicht selten Krebserkrankungen.
Die Einnahme von Kaliumjodidtabletten verhindert die Speicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse.

 

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Siddy74
288 Kommentare
Vor 6 Jahren

Das ist doch eine "Zeitungsente" oder meinen die das wirklich Ernst??? Oh mein Gott!!!
Wie wäre es mit stilllegen statt "Jod"?

mimsafreddi1
986 Kommentare
Vor 6 Jahren

Welcher IdJod denkt sich so einen Stuss aus?! Liebe Politiker, lieber die Stilllegung forciern!!!

Senfgurke
44 Kommentare
Vor 6 Jahren

Da frag ich mich nur wer die Schmiergelder an die Politiker bezahlt hat? Die Tablettenindustrie oder die EDF? Ein paar Baldriantabletten zur Beruhigung der Kernkraftgegner hätten es doch auch getan.

mimsafreddi1
986 Kommentare
Vor 6 Jahren

Wahrscheinlich wären Zyankalikapseln die bessere Alternative :( Die würden ein langes Leiden ersparen.

Bluepath
686 Kommentare
Vor 6 Jahren

ist ja auch witzig..., Segolene Royal hat vor 2 Tagen bei RTL gesagt, dass ein mögliches weiteres "Leben" von Fessenheim nicht ausgeschlossen werden kann, (ältestes AKW Frankreich, im Elsaß), ist auch nicht Bestandteil des Gesetzes, das gerade vom Parlament abgesegnet wurde... ist ja klar, Fessenheim wird von D/CH/F mitfinanziert... ein französischer Ausstieg wäre vermutlich zu teuer... und versch. Verbesserungen wurden auch durchgeführt... wirklich ein Witz !! Man fragt sich was Hollande überhaupt von Frankreich wusste als er 2012 gewählt wurde und u.a. das Ausschalten von Fessenheim bis 2017 versprach!! Was für einen Clown!
dennoch... je nach dem... Segolene sagte, dass zwei andere AKWs geschlossen werden könnten, Namen wurden nicht genannt.

obitwo
301 Kommentare
Vor 6 Jahren

Dann werft mal eure Jod-Tabletten nicht zu früh ein: ein GAU ist ein Unfallereignis, für dessen Beherrschung das jeweilige Kraftwerk gerade noch ausgelegt ist. Problematisch wird´s erst beim Super-GAU, so wie z.B. 1986 in Tschernobyl: Jod-Cocktails waren damals der große Renner;-)