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Gesundheit

Vogelgrippe in Trier bestätigt

Die in Trier am Moselradweg verendeten Schwäne sind an der Vogelgrippe gestorben. Hier alle Infos zu dem Virus - und was jetzt zu beachten ist. (Quelle: Landesuntersuchungsamt)

Veröffentlicht par KaptanListe die 02/03/2017 | 2.244 Ansichten

Was ist die Geflügelpest oder Vogelgrippe?

Als “Vogelgrippe” werden in der Öffentlichkeit seit dem Auftreten von hochpathogenem H5N1 Virus aus Asien Infektionen von Nutzgeflügel mit aviären Influenzaviren bezeichnet.
Sie ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Viruserkrankung des Geflügels (Geflügelpest, Aviäre Influenza AI). Sie befällt neben Geflügel-Tierhaltungen (v.a. Hühner und Puten) auch Wild- und Ziervögel.

Die Geflügelpest oder AI ist bereits seit Jahrzehnten bekannt und wird von einem Grippevirus, dem Influenza-A-Virus, verursacht.
Die Klassische Geflügelpest ist eine besonders schwer verlaufende Form der aviären Influenza (AI), die durch hochpathogene (stark krankmachende) Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird.

Geringpathogene Influenzaviren der Subtypen H5 und H7 können zu einer hochpathogenen Form mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Infektionen mit anderen Subtypen bleiben auch beim Hausgeflügel meist ohne gravierende klinische Auswirkungen.

Was bedeuten “H” und “N”?

Mit H und N werden die beiden wichtigsten Eiweiße auf der Hülle des Influenzavirus, Hämagglutinin und Neuraminidase, abgekürzt.
Damit wird der genaue Typ des Virus klassifiziert.
Beim Influenza-A-Virus sind bisher 16 H- und 9 N-Subtypen bekannt, welche Vögel infizieren können.

Welche Tiere sind empfänglich für AI?

Hühner, Enten, Gänse, Puten (Truthühner), Wachteln, Tauben, Fasane, Pfaue, Schwäne, Strauße, Emus, Nandus und Wildvögel können an Geflügelpest erkranken.

Was sind die Symptome der AI?

Das Virus kann aus einem leicht oder schwer krankmachenden (pathogenen) Typ bestehen, wobei auch beim leicht pathogenen Typ die Symptome wie Atemnot, Apathie, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) an der Kopfregion, Durchfall, Abfall der Eiproduktion, Blauverfärbung der Haut, hohe Sterblichkeitsrate, unterschiedlich ausgeprägt sein können.

Die AI ist hochansteckend. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch) beträgt Stunden bis zu 21 Tagen.
Die Seuche verläuft danach schnell und endet für die erkrankten Tiere meist tödlich.

Woher kommt das Geflügelpest-Virus?

Nach Angabe des Friedrich-Loeffler-Instituts wurde das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Typ H5N8 (HPAI H5N8) erstmals Anfang 2014 in Südkorea nachgewiesen, wo bis September etwa 30 Ausbrüche der Tierseuche beobachtet wurden.
Etwa 12 Millionen Stück Geflügel mussten im Rahmen der Ausbrüche getötet werden. Aus China und Japan wurden vereinzelte
Ausbrüche gemeldet.

In Europa trat das Virus bisher in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bei Mastputen, Legehennen und Mastenten auf.
Das Wildgeflügel kann als Reservoir des Virus betrachtet werden. Die Tiere sind häufig Träger, ohne selbst zu erkranken.

Wie gefährlich ist das Virus?

Die Viren können in zwei Formen bei Hausgeflügel und Wildvögeln auftreten: Die gering krankmachende Form (niedrigpathogen, LPAI) oder die stark krankmachende Form (hochpathogen, HPAI).

Die hochpathogene Form unterliegt sowohl bei Wildvögeln wie auch beim Hausgeflügel der Anzeigepflicht und wird durch die Maßnahmen der Geflügelpest-Verordnung bekämpft. Derzeit werden Erreger des Subtyps H5N8 gefunden.

Wie verbreitet sich das Virus?

Das Virus wird von Vogel zu Vogel bzw. über Ausscheidungen der Vögel übertragen.
Eine Gefahr ist durch Einschleppung des Virus durch Zugvögel gegeben, die in Gewässernähe rasten und dabei die einheimische Wildvogelpopulation oder auch Nutzgeflügelbestände anstecken können.

Wie erkennt man kranke Tiere? Wie verhalte ich mich auf Spaziergängen?

Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge. Tote Vögel findet man immer wieder einmal. Im Herbst sterben beispielsweise viele Vögel an Entkräftung – sie haben nicht genug Energie für den Vogelzug getankt. Vögel sterben auch an Altersschwäche. Von Singvögeln geht nach bisherigem Kenntnisstand kein besonderes Risiko der Übertragung der Vogelgrippe aus.

Verendete Vögel sollten in der Natur belassen werden oder können, wenn sie auf einem Privatgrundstück gefunden werden im Hausmüll (in der Restmülltonne) entsorgt werden. Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten sind kein Grund zur Sorge.

Liegen viele tote Vögel an einem Ort oder finden Sie größere Vögel wie Gänse, Schwäne, Enten oder Greifvögel tot vor, gilt: Informieren Sie das Veterinäramt/die Kreisverwaltung oder das örtliche Ordnungsamt. Diese können dann die Untersuchung auf AI einleiten. Generell sollten tote Vögel nicht angefasst werden. Ob ein verendeter Vogel am Vogelgrippe-Virus gestorben ist, lässt sich nur durch eine Untersuchung herausfinden.

Ist der Erreger auch auf den Menschen übertragbar?

Bislang ist keine Übertragung von H5N8 auf den Menschen bekannt, auch sind nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Infektionen von Menschen mit H5N8 bekannt.
Der Erreger des Subtyps H5N8 wird derzeit noch vom Friedrich-Löffler-Institut genauer analysiert.

Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) “theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich”.
Gleichwohl sollten entsprechend den Empfehlungen des BfR grundsätzlich die Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten beachtet werden. So müssen Geflügelgerichte gründlich durchgegart werden, rohes Geflügelfleisch ist getrennt von den übrigen Lebensmitteln aufzubewahren und Küchengeräte sind zu reinigen.

Der Konsum von vollständig durcherhitztem Fleisch und vollständig durcherhitzten Eiern von mit AI befallenen Tieren bedeutet also keine Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Bei Verdacht auf Geflügelpest sollte beim Betreten der Ställe Mundschutz und Schutzbrille getragen werden.
Wenn der menschliche Organismus gleichzeitig eine Infektion mit einer menschlichen Influenza (Grippe) und dem Virus der Geflügelpest abwehrt, besteht eine Möglichkeit, dass sich aus beiden Viren ein neues Virus bildet. So kann eine neue Virusvariante entstehen, die viel gefährlicher für den Menschen sein kann als die Ursprungsviren.

Kann ich Geflügelfleisch oder Eier auch essen, wenn die Seuche ausgebrochen ist?

Das Virus des Subtyps H5N8 besitzt für Geflügel hochpathogene (stark krankmachende) Eigenschaften. Infektionen des Menschen mit H5N8 Viren sind bislang nicht bekannt.
Für die Übertragung anderer Subtypen (H5N1, H7N9) aviärer Influenzaviren von Vögeln auf den Menschen waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege.

Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden. Der Erreger wird durch gründliches Durcherhitzen des Fleisches und der Eier abgetötet.

Sind andere Haustiere, z.B. Hunde oder Katzen, gefährdet?

An der Aviären Influenza erkranken in der Regel nur Vögel. Andere Haustiere können das Virus allerdings nach Kontakt weiter verbreiten.
Daher sollte ein direkter Kontakt von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden.

In sogenannten Sperrbezirken bzw. Restriktionsgebieten müssen die Halter von Hunden und Katzen dafür sorgen, dass ihre Tiere nicht frei umherlaufen, denn sie könnten das Virus in Nutzgeflügelbestände einschleppen.

Dürfen Vögel im Garten weiter gefüttert werden?

Vögel können weiter gefüttert werden. Allerdings sollte auf eine gründliche Reinigung der Hände nach dem Kontakt mit den Ausscheidungen der Wildvögel geachtet werden.

 

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