Vereinbarung über grenzüberschreitende Berufsbildung unterzeichnet

Der Premierminister des Großherzogtums Luxemburg, Xavier Bettel, und die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, unterzeichneten heute in Luxemburg eine bilaterale Vereinbarung.

„Das Abkommen ist ein weiterer Baustein der europäischen Integration. Wir kommen mit ihm unserem Ziel eines offenen und grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes näher, von dem die Menschen vor Ort profitieren können“, unterstrichen Premierminister Xavier Bettel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Dieses Abkommen ist ein weiteres Stück des Puzzles, das unsere nachbarschaftliche Zusammenarbeit weiter vertiefen wird, und dies in dem besonders wichtigen Bereich der Berufsausbildung.
Beide Länder leisten so einen Beitrag zur Förderung der Attraktivität der dualen Ausbildung und tragen zur weiteren Integration des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes in der Großregion bei“, so Premierminister Xavier Bettel.

Fachkräftemangel vorbeugen

„Ziel unserer Vereinbarung ist es, die berufliche Mobilität zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg weiter zu fördern, in dem die Aufnahme einer Ausbildung oder die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme im jeweils anderen Land erleichtert wird.
Mit der Vereinbarung werden bestehende Kooperationen bestätigt und weiterentwickelt und die gute Zusammenarbeit vertieft.
Die Vereinbarung hilft zudem bei der zentralen Herausforderung der Sicherung des Fachkräftebedarfs der kommenden Jahre, der wir uns in grenzüberschreitender Zusammenarbeit sehr viel effizienter stellen können.
Dazu wird die Umsetzung des heute unterzeichneten Abkommens zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg einen wichtigen Beitrag leisten.
Eine Grundlage, die der Überwindung von Mobilitätshindernissen auf dem Arbeitsmarkt dient und die in konkreten Bereichen eine weitere Vertiefung unserer guten Zusammenarbeit fördert“, so die Ministerpräsidentin.

Neu und qualitativ besonders bedeutsam ist die angestrebte Zusammenarbeit der Landwirtschaftskammern im Bereich der grenzüberschreitenden Ausbildung.
Dem großen Bedarf für Informationsaustausch und Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung wird in dem neuen Abkommen durch eine zukünftige strukturierte Zusammenarbeit zwischen den beiden Kammern Rechnung getragen.

Im Bereich der IHK-Berufe, beispielsweise bei Industrie- und Speditionskaufleuten, bestehen bereits rund 100 grenzüberschreitende Ausbildungsverhältnisse.
Die Industrie- und Handelskammern aus Trier und Luxemburg vertiefen ihre Zusammenarbeit und werden ihre grenzüberschreitenden Angebote für Jugendliche noch stärker bewerben.
Im Handwerk haben die Kammern 2016 eine Kooperation beschlossen, die durch das nun unterzeichnete Abkommen einen politischen Rahmen erhält und kontinuierlich fortentwickelt werden soll, zum Beispiel im Hinblick auf die Bildung von Fachklassen in Berufsbildenden Schulen.
Um dem Fachkräftemangel in den Pflegeberufen entgegenzuwirken, wurde eine stärkere Kooperation in der Fachkräftesicherung und Ausbildungsplanung vereinbart.

Durch das Abkommen verpflichten sich zudem die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland und die luxemburgische Arbeitsverwaltung ADEM, ihren bestehenden Austausch unter anderem in der Berufsberatung weiterzuführen und neue Schwerpunkte zu setzen, zum Beispiel indem sie Informationen über die Wertigkeit der dualen Ausbildung veröffentlichen.
Die Arbeitsministerien aus Luxemburg und Rheinland-Pfalz werden zudem stärker kooperieren, um die Hindernisse für die berufliche Mobilität weiter abzubauen und die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden des Europäischen Sozialfonds (ESF) weiter zu fördern.
Dazu gehört unter anderem die Bewerbung des Weiterbildungsgutscheins „QualiScheck“ bei grenzüberschreitenden Job- und Ausbildungsmessen.

„Luxemburg und Rheinland-Pfalz profitieren voneinander"

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Premierminister Xavier Bettel betonten nach der Unterzeichnung, dass die Partner auch weiterhin eng im Sinne der Menschen in der Großregion zusammenarbeiten wollen. „Luxemburg und Rheinland-Pfalz profitieren voneinander.
Das werden wir auch in Zukunft fortsetzen, in der grenzüberschreitenden Berufsbildung, wie auch in vielen anderen Bereichen“, unterstrichen der Premierminister und die Ministerpräsidentin.

Partner der Vereinbarung sind das Großherzogtum Luxemburg, das Land Rheinland-Pfalz, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, die luxemburgische Arbeitsverwaltung ADEM, die Handwerkskammer Trier, die IHK Trier, die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland sowie die zuständigen luxemburgischen Kammern, die Chambre d’agriculture, die Chambre de commerce, die Chambre des métiers sowie die Chambre des salariés.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg stellt die Umsetzung der multilateralen Rahmenvereinbarung über grenzüberschreitende Berufsbildung in der Großregion vom 5. November 2014 dar. Darin wird der Abschluss von bilateralen Vereinbarungen als ein Umsetzungswerkzeug definiert.
Dem liegt der Gedanke zu Grunde, dass es sinnvoll ist, die jeweiligen Besonderheiten im Verhältnis zwischen zwei Teilregionen zu berücksichtigen und auf konkrete Bedarfe einzugehen.
Rheinland-Pfalz hat dazu bereits im Jahr 2016 eine Vereinbarung mit der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens geschlossen.
Eine weitere Vereinbarung mit der französischen Region Grand Est soll noch in diesem Jahr vorbereitet werden. (Foto: Staatsministerium Luxemburg)

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