mad123, 04/10/2017

Hallo,

wir haben im Mai unseren ersten Nachwuchs bekommen.
Ich arbeite in Lux, meine Frau in Dtl.
Ich hatte vorher bei der deutschen Stelle nachgefragt, wie es ist, wenn wir beide Elternurlaub neben, diese 12+2 Regel auch gilt, dh ich und meine Frau den Elterurlaub aufteilen und Geld aus Dtl. erhalten, auch wenn ich in Lux arbeite. Der Herr meinte, das Luxemburg das Abkommen nicht unterzeichnet hat und das Lux komplett autonom von Dtl. handelt, und ich Lux fragen müsste, die entscheiden das dann. Gesagt getan, Lux meinete kein Problem, auch wenn meine Frau in Dtl Elterngeld bekommt, bekomm eich auch Elterngeld aus Lux.
Ich habe seit Mitte Juli ( nach Mutterschutz) Teilzeitelternurlaub in Luxemburg ( 12 Monate).
Eigentlich sollt enun auch das OK aus Dtl. kommen, hatten den Antrag schon lange eingereicht. Nun ruft aber jemand von der Stelle in Trier an und fragt meine Frau, ob ich auch Elterngeld in Lux beziehe. Denn wenn ja, bekäme meine Frau überhaupt kein Elterngeld aus Dtl. Auch wenn ich nur Teilzeitelternurlaub habe.
Das finde ich ne Sauerei, da ich vorher nachgefragt habe, und Dtl mir sagte es wäre kein Problem. Aber so sagte mir der Herr vom Amt später, hätte es nun Gespräche zw. Dtl. und Lux gegeben, und Dtl akzeptiert das nicht mehr, es wären nun zahlreiche Ehepaare in Trier betroffen.
Meine Frage ist wernoch von euch davon betroffen ist, und wie man am besten darauf reagieren sollte: Einspruch einlegen ? Anwalt engagieren und dagegen klagen ?
 Trier1234, 04/10/2017

Hallo,

Ich fürchte du hast gar keine andere Wahl als Einspruch einzulegen. Bereits in der europäischen Direktive auf der die Elternurlaube in den Mitgliedsstaaten beruhen und die bindend ist auch für Deutschland, ist der EU ein INDIVIDUELLES Recht des Arbeitnehmers, der Vater oder Mutter wird. In diesem Sinne behandelt Luxemburg den neuen Elternurlaub auch nicht mehr als Familienleistung, sondern Ersatzeinkommen, das du ja nur bekommst weil du die arbeitsrechtlichen Bedingungen erfüllst. Wenn deine Frau dann in D während dieser Zeit auch IHREN Elternurlaub in Anspruch nimmt, ist für die luxemburgische Kasse irrelevant und so sollte es eigentlich umgekehrt auch für die deutsche Kasse sein.

Ich an deiner Stelle würde auf jeden Fall alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Hier noch zur Unterstützung der Link auf die europäische Direktive: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32010L0018

Viel Glück!
 rafapancho, 20/10/2017

Geht mir auch so. Meine Frau hat in Lux. Elternurlaub in Teilzeit genommen für ein JAhr. Ende 2016 hieß es, ich habe dann im Anschluss daran das Recht auf zehn Monate ElterngeldPlus in Deutschland. Aber jetzt heißt es das Ende August die Bestimmungen geändert worden sind und der Elternurlaub meiner Frau, obwohl er in TEilzeit erfolgte, nicht wie ElterngeldPlus-Monate gerechnet wird, sondern als volle Elterngeldmonate. Damit bleibt natürlich so gut wie ncihts mehr an Anspruch für mich übrig.
Wenn ihc es richtig verstehe ist der Hintergrund der Änderung die Elternurlaubsreform in Luxemburg, nach der man ja bis zu einer bestimmten Grenze eine Entschädigung bekommt, die zum vollen GEhalt aufstockt (vs. in Deutschland nur 60%).
Das bedeutet aus dEtuschland gibt es dann kein Elterngeld mehr, weil der Anspruch auf die Monate durch den in Lux arbeitenden Ehepartner aufgebraucht worden ist - auch Mutterschutz gilt als Elternzeitmonate. Also hat meine Frau nach der neuen Rechnung der Elterngeldstelle 3+12 Monate Elterngeldanspruchsmonate verbraucht, womit für mich nichts mehr übrig bleibt. Ich vermute das ist auch der Grund warum bei dir, mad 123, kein Anspruch mehr bewilligt wird. Betroffen sind also alle, deren Ehepartner in Lux die Elternurlaubsentschädigung nach neuem Recht erhalten.
Wichtig ist, dass schon vor der Reform jeder Monat Elternurlaub vom Partner aus Lux vom Anspruch des PArtners in Deutschland abgezogen worden ist. Neu ist, dass jetzt der Elternurlaub in TEilzeit in Lux nicht mehr als halbe Moante gerechnet wird (wie beim ElterngeldPlus in D-Land) sondern als volle Monate, wodurch sich dadurch der Anspruch für den PArtner in D-Land nach den 12 Monaten ggf. + Mutterschutz, komplett oder fast komplett aufbraucht...

Mir ist von der Dame der Elterngeldstelle gesasgt worden "Was Sie immer tun können ist das beatnragen und danach einspruch gegen die Entscheidung einreichen."

Die Frage ist, ob sich da eine Sammelklage anbieten würde. Ich kenne mich da nicht aus um ehrlich zu sein und bin über jede Hilfe dankbar!
 Manta1, 20/10/2017

Hallo, ich bin nicht direkt betroffen aber auch ich hatte überlegt, in Lux Elternurlaub zu nehmen,wobei meine Frau noch in dt. Elternzeit ist. Ich hatte aber von Kollegen in meiner Firma bereits mitbekommen, dass sie auch entsprechende Gespräche wie rafapancho hatten und vorab darauf hingewiesen wurden, dass Deutschland keine zwei Sozialleistungen zur gleichen Zeit (also hier Geld aus Lux für den Vater und aus D für die Mutter) zuläßt.

Jetzt kann man wahrscheinlich drüber streiten, wessen Definition von "Familien- oder Sozialleistung" bei Wohnsitz in Deutschland Anwendung findet. Lux bezeichnet die Geldleistung anders aber ob D diese Auffassung so übernimmt steht auf einem anderen Blatt Papier.
 Pendler83, 25/10/2017

hallo zusammen,
gibt es zu dem irgendwelche neuigkeiten, denn ich bin gerade zum ersten mal auf das thema gestoßen und für unsere planung als verheiratetes ehepaar (mann arbeitet in lux, ab 2018 50% congé parental für 8 monate und frau ab januar in D elternzeit) würde das ja bedeuten, dass das so nicht funktionieren würde.
wann hat sich denn das entsprechende deutsche amt bei euch gemeldet?
 peterpan5, 25/10/2017

hallo zusammen,
betrifft das von euch angesprochene problem nur den fall, wenn beide zur gleichen zeit elternurlaub machen möchten? wie sieht es denn aus, wenn die frau, die in deutschland arbeitet, den elternurlaub direkt macht und der in luxemburg beschäftigte mann den elternurlaub erst nach 2 jahren macht?
ändert sich die konstellation nochmals, wenn während der elternurlaubphase des mannes die frau kind nummer 2 auf die welt bringt und auch wieder elternurlaub in deutschland nimmt?
 Pendler83, 25/10/2017

hallo peterpan5,
hatte auch diese Idee in ähnlicher version, denn theoretisch könnte ja der mann elternurlaub in lux (inkl. der Ausgleichszahlung) für 8 monate nach der geburt des kindes machen und die frau ist parallel in elternzeit in D (lässt diese danach noch weiterlaufen) und beantragt aber erst nach Ablauf des Elternurlaubs des Mannes erst Elterngeld.
oder spricht da irgendwas dagegen...wäre zwar nicht ganz optimal aber immerhin noch eine praktibabele lösung
 Seki84, 18/11/2017

Hallo
Wir sind auch betroffen. Gibt es bei jemandem was neues? Haben auch überlegt erst nach dem Congé das Elterngeld in Deutschland zu beantragen, aber geht das denn überhaupt?
 Seki84, 01/12/2017

Also wir haben Post bekommen von D. Sie fordern einen Nachweis von der Zukunftskasse, dass kein Antrag gestellt wurde. Zusätzlich verlangen sie eine Erklärung des in L arbeitenden, ob man beabsichtigt einen Antrag zu stellen. Und wenn ja, wann. Dann wird ein vermerk in der akte gemacht wann der Urlaub beginnt. Dannn wird geprüft ob die Familie, die dann 4 Monate zu viel Elterngeld bezogen hat, es zurück zahlen muss...
Grund ist der, dass eine in D lebende Familie nur 14 Monate gesamt Anrecht auf Elterngeld hat( pro Geburt). Wenn der Urlaub aus L hinzu kommt, hat die Familie 18 Monate Elterngeld bezogen =>4monate zuviel.... Also Rückzahlung...
 Trier1234, 06/12/2017

Traurig aber wahr: durch die Auslegung der deutschen Kasse, ist man gezwungen sich durch das System zu mogeln. Der in D arbeitende Elternteil nimmt die volle Elternzeit in Anspruch, der andre fragt erst danach den lux. Elternurlaub. Die lux. Zukunftskasse intressiert es nämlich nicht ob und was in D bereits gezahlt wurde! Für die ist der Congé parental ein Individualrecht mit Ersatzeinkommen und wird nicht mit anderen Leistungen verrechnet.
 info, 07/12/2017

Vorbei mogeln.
Naja, man muss ja vorher unterschreiben und wenn man auffliegt greift das hier:

http://kanzlei-franz.com/ratgeber-strafrecht/sozialhilfebetrug-alg-ii-bafoeg-rechtsanwalt/
 Trier1234, 07/12/2017

Ich bin überzeugt, dass D falsch liegt mit der Auslegung (siehe was ich oben bereits schrieb). Mogeln hab ich nicht wörtlich gemeint: wenn die Eltern sich halt anders anlegen in der Reihenfolge D Elterngeld, danach Lux. Congé parental, ist das kein Betrug! Die lux. Kasse hat mir übrigens bestätigt, dass es für sie irrelevant ist ob der Partner bereits eine Leistung in D erhalten hat. Würde die deutsche Kasse im Nachhinein etwas zurückfordern, würde ich klagen. Bin aber im Moment nicht betroffen
 info, 08/12/2017

Wie von Seki84 oben bereits erklärt wurde sind bei Inanspruchnahme der Elternzeit in Luxemburg in Deutschland die Summe aus 4 Monaten Elterngeld zurück zu zahlen. Wie in meinem Link beschrieben muss man sich selbst beim Amt melden. Gegen die Rückforderung kann man dann Einspruch einlegen und den Klageweg beschreiten, ob man da Recht bekommt ist nochmals ne andere Sache.
Meldet man sich jedoch trotz abgegebener Unterschrift nicht beim Amt und die Rechtsansicht vom Amt würde gerichtlich bestätigt ist man wegen vorsätzlichem Sozialbetrug dran.
 Trier1234, 08/12/2017

Ich teile Ihre Meinung nicht und warte mal ab bis jemanden von einem konkreten Fall berichtet mit Entscheid vom BGH oder vom EUGH....

Übrigens und dann klink ich mich aus: Da der 2. Elternurlaub in Lux noch bis zum Alter von 6 J des Kindes genommen werden kann, wie kann die D Kasse dann erwarten dass man schon bei der Geburt, bzw. während der EZ in D weiss ob Partner 2 den lux. EU in den nächsten Jahren beabsichtigt zu nehmen?! Und wenn man es draufanlegt und diesen Zeitraum ausnutzt, wäre ein Rückforderungsbescheid für x Montate EG aus D verjährt!
 AnneNy, 05/02/2018

Hallo!
Wir sind ebenfalls betroffen. Ich arbeite in Deutschland und mein Mann in Luxemburg. Unser Sohn kam Ende November zur Welt. Ich werde 12 Monate Elternzeit nehmen und Elterngeld beziehen. Mein Mann würde gerne 4 Monate Elternzeit nehmen, davon 2 Monate parallel mit mir im Herbst. Nach telefonischer Auskunft der Elterngeldstelle in Trier werden seine Bezüge während des Elternurlaubs von meinem Elterngeld abgezogen. Sollte mein Mann erst nach meiner Bezugszeit Elterngeld aus Lux erhalten, sei mein Elterngeld davon allerdings nicht betroffen.
Sehr schade, dass wir nicht zusammen in Elternzeit gehen dürfen. Diesbezüglich sind wir gegenüber Paaren, die beide in Deutschland arbeiten, benachteiligt. Diese können 2 Partnermonate (parallel) nehmen.
Falls Jemand von euch mit Klage / Einspruch etc. Erfolg haben sollte oder sonstige Neuigkeiten hat, dann sind wir über eine Info sehr dankbar.
 oliliotrier, 18/02/2018

Hallo,
Wir sind auch betroffen.
Ich arbeite in Luxemburg, meine Frau in Deutschland.
Seit Februar habe ich für mein 2. Kind Elternzeit in Luxemburg (Teilzeit, 12 Monate).
In ca. 2 Monaten kommt unser 3. Kind zur Welt. In Luxemburg sagte man mir, dass es jetzt kein Problem mehr sei, wenn sich beide Partner in der Elternzeit überschneiden. Außerdem sind es auch noch Elternzeiten für 2 verschiedene Kinder. In Deutschland (Trier) hieß es jetzt, dass das generell nicht möglich sei. Das heißt, meine Frau bekommt dann die Monate, in denen ich Elternteilzeit in Luxemburg habe, abgezogen.
Hatte jemand einen ähnlichen Fall und hat bereits erfolgreich geklagt? Kann jemand diesbezüglich Tipps geben?
 info, 19/02/2018

Ehrlich gesagt kann ich mir gar nicht vorstellen wie ein erfolgreiches Klageverfahren ablaufen sollte, bis es zu einem Gerichtstermin kommt geht das Kind wohl lange in den Kindergarten.
 Manta1, 19/02/2018

Ich schon. Indem man es wagt und Einspruch einlegt. Denn die deutsche Seite macht es sich wieder sehr einfach und schmeißt da möglicherweise einfach Äpfel mit Birnen zusammen, ohne sich mit Lux abgestimmt zu haben, wie das Konstrukt aus deren Sicht definiert ist, hauptsache Geld gespart und irgendwas gestrichen. Erst danach kann/muss man prüfen, ob die Definition der Luxemburger Leistung mit in die Definition fällt, die unter deutsche Sozialleistungen fallen.
 info, 19/02/2018

Selbstverständlich kann man Einspruch einlegen, das habe ich nie bestritten, aber nach dem Einspruch beginnt ja erst der Klageweg und der wird in dem Fall kein kurzer Klageweg sein. Bei allen bisher hier beschriebenen Fällen hat sich die Sache wohl von selbst erledigt bevor es zu einem Urteil kommt. Mit viel Glück gibt es dann evtl einen verspäteten finanziellen Ausgleich.

ps - die deustche Seite steht zumindest mit dem EU Recht zum Kumulationsverbot gemäß EU-Verordnung 883/04 im Einklang.

- link geändert, danke für den Hinweis
 Manta1, 19/02/2018

Das stimmt. Aber die, die es schon getroffen hat, könnten diesen Schritt tun.

§88 AuslG? Da steht etwas über die Straffälligkeit von Ausländern. Was du damit sagen willst, erschließt sich mir aber nicht.
 Trier1234, 20/02/2018

Manta1: ich hätte es auch gemacht, bin aber nicht betroffen. Ich denke auch nicht dass die Info von „info“ unbedingt richtig ist: das Kumulationsverbot aus der Verordnung 883 bezieht sich auf gleichwertige Leistungen. Der lux. Congé parental ist zumindest national als Ersatzlohn und nicht als Familienleistung eingestuft!

Ich finde dass ein Einspruch sich auf jeden Fall lohnen kann, auch wenn die finanzielle Entschädigung vielleicht erst später eintritt.

Toi toi toi für diejenigen die‘s wagen! Bitte unbedingt bescheid geben!
 info, 20/02/2018

Elterngeld in Deutschland und der Congé parental von Luxemburg sind beides Entgeltersatzleistungen. Per Definition kann man das wohl nicht noch besser als gleichwertige Leistungen beschreiben.

Siehe hierzu wiki bzw guichet.
 Trier1234, 20/02/2018

Stimmt nicht und ich glaube wir finden auch keinen gemeinsamen Nenner bei diesem Thema mehr
 info, 20/02/2018

Ich hab das nicht erfunden, das war die EU in der Harmonisierung der staatlichen Sozialleistungen nach den Lissabon Verträgen. Grundsätzlich bin ich ja nicht gegen eine Klage, es gibt ausreichend Urteile die belegen das Staaten sich die Sachen zurecht gebogen haben. Aber wer hat denn eine Deckungszusage von seiner RV um sowas zu machen? Privat zu investieren wäre mir persönlich in so einem Fall zu Risk.
 mad123, 06/03/2018

hallo,

anbei Update:

wir haben eine Anwältin kontaktiert, sie meinte zwar, dass das deutsche Amt das so auslegt, dass die eigentlich Recht haben, allerdings riet sie uns Widerspruch einzureichen, da ich nur Teilzeit (50%) Elternurlaub in Lux habe und fairerweise dann meine Frau zumindest die Hälfte bekommen müsste.
Wir haben also Widerspruch eingelegt, danach Post vom Amt aus Trier bekommen, dass der Widerspruch zur oberen Dienststelle nach Landau eingereicht wurde.
Jetzt kam von denen ein Brief, dass der Widerspruch abgelehnt wurde, laut denen ist es egal ob man in Lux nur 50% Elternurlaub hat; ausschlaggebend sind die zwölf Monate.
Ich frage jetzt nochmal meine Anwältin, ob es sich lohnt dagegen zu klagen, denke aber eher nicht.
Echt blöd, hatte ja vor einem Jahr telefonisch nachgefragt in D,da hies es das würde nur von Lux abhängen; aber wenn man nichts Schriftliches hat, ist man der Dumme. Also am besten alles schriftlich vom deutschen Amt bestätigen lassen.
Im Prinzip ginge eigentlich nur 6 Monate D und danach 6 Monate Lux.
Wobei ich mir mittlerweile denken könnte, dass, wenn das Luxemburg Elterngeld höher ist, als das deutsche, das auch noch irgendwie vom deutschen Amt angerechnet und vom deutschen abgezogen wird.
 Amadea, 14/03/2018

Hallo, wir haben auch das Problem. Ich nehme ab April Elternzeit für unser zweites Kind, mein Mann hat zur gleichen Zeit den conge parental für unser erstes Kind beantragt. Da es sich hier um Leistungen für zwei verschiedene Kinder handelt, sind wir davon ausgegangen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Jetzt macht uns Deutschland aber einen Strich durch die Rechnung, denn sie sagen, wenn mein Mann den Elternurlaub zur gleichen Zeit macht wie.ich Elterngeld beziehe, bekomme ich 0 Euro Elterngeld. Und mir steht der Höchstsatz zu. Ich nehme die 10 Monate Elterngeld und mein Mann wollte 20 Monate Elternurlaub, jeweils einen Tag in der Woche.Ist das wirklich rechtmäßig dass mir dann für unser zweites Kind gar nichts zu steht? Ich bin da echt fassungslos aber laut DE ist es.egal, auch wenn es um verschiedene Kinder geht. Sie sagen, mein Mann kann den conge parental frühestens beginnen, wenn das zweite Kind 16 Monate alt ist. Dann können sie mir nichts mehr wegnehmen..... Habt ihr Erfahrungen, Ideen? Danke!
 Pamiko, 14/03/2018

Jetzt muss ich aber auch mal einhaken da ich bald evtl. auch davon betroffen bin.

Wie erfährt Deutschland überhaupt davon? Gebt Ihr das in dem Formular für das deutsche Elterngeld an? Ist leider zu lange her, als dass ich das Formular vor meinem geistige Auge hätte...

Wir haben folgendes geplant. Ist das eurer Meinung nach möglich?
Kind aktuell 2 Jahre. Meine Frau arbeitet in Deutschland. Bevor das nächste Kind kommt, möchte ich in Luxemburg 6 Monate Vollzeit-Elternurlaub nehmen.
Da sich hier nichts überschneidet sollte es eigentlich keine Probleme geben, oder?
 Amadea, 14/03/2018

Man muss in dem Antrag auf Elterngeld eine Erklärung zum Einkommen machen und da fällt es ja dann auf. Bei deinem Modell sehe ich keine Probleme, aber bei den deutschen Erbsenzählern weiß man nie. Mich macht halt stutzig dass bei uns eine Doppelleistung bemängelt wird obwohl es um zwei verschiedene Kinder geht.
 Pamiko, 14/03/2018

Ich habe mir den deutschen Antrag jetzt nochmal angeschaut.
Verstehe ich es richtig, dass beide Elternteile (also auch der Vater der kein Elterngeld beantragt) Angaben zu den letzten 12 Monaten machen muss? Würde ja bedeuten, dass zwischen dem Ende der lux. Elternzeit und der Geburt mindestens 12 Monate liegen müssen.

Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, bei unserem deutschen Elterngeldantrag (wie gesagt, schon gut 2 Jahre her) Angaben und insbesondere Nachweise zu meinem lux. Einkommen gemacht habe. Ging alles ohne Probleme und Nachfragen durch...
 Pamiko, 14/03/2018

Mir ist gerade noch ein anderer Gedanke gekommen.

Was wäre denn, wenn man für Kind 2 in Deutschland Elterngeld beantragt und erst unmittelbar im Anschluss für Kind 1 in Lux Elternzeit nimmt?
Damit dürfte man ja bei dem deutschen Antrag nicht in die Bredouille kommen, weil man für die letzten 12 Monate tatsächlich Gehaltsnachweise hat.

Oder habe ich hier einen Denkfehler?
 Amadea, 14/03/2018

Das ist das, was wir jetzt machen wollen. Ich beantrage Elternzeit in D und mein Mann nimmt danach seinen conge parental. Das geht aber nicht direkt im Anschluss sondern erst wenn Kind 2 16 Monate ist. Der Vater muss nicht sein ganzes Einkommen angeben, aber doch, dass er in Lux arbeitet. Und wie man ja so hört, kommen da wohl schon nachfragen nach einem Nachweis von der Zukunftskeess, dass gleichzeitig kein Elternurlaub beantragt ist. Wir haben auch mit dem Gedanken es einfach so laufen zulassen, aber wenn's dann noch rauskommt....
 Andi81, 15/03/2018

Das ist das Allerletzte!
Sind Sammelklagen mittlerweile zugelassen?
Ich kann mir nicht im geringsten Vorstellen, dass dies mit europäischen Recht vereinbar ist.
Allein deshalb schon, da die unterschiedlichen Regelungen je Land gar nicht aufeinander abgestimmt sind. Daher kann die Auslegung des eines Landes nicht im anderen Land zum Nachteil der betroffenen Personen ausgelegt werden. Die Elternzeit inkl. der finanziellen Entschädigung steht jedem Elternteil zu - und zwar mit den Regelungen des Landes, dass für ihn/sie zuständig ist.
Dies hat sogar LU erkannt und mit der Reform erlaubt, dass beide Eltern auch gleichzeitig (in DE & LU) Elternzeit nehmen dürfen.
Typisch deutsche Bürokratie mal wieder am Werk. Und keinen Cent zuviel zahlen wollen in unserem familienfreundlichen Vater... oh sorry Heimatland. Aber das ist ein anderes unnötiges Thema... als gäbe es nicht genug andere Probleme auf dieser Welt. "Weine könnt ich... weine!"
 peterpan5, 23/03/2018

Kleines Update:
Meine Frau, in D arbeitend, hat Elterngeld für unser zweites Kind beantragt. Wir haben nun Post erhalten, dass wir eine Bescheinigung der Zukunftskeess einreichen müssen, die bestätigt, dass in Luxembourg keine Elterurlaubsentschädigung beantragt wurde. Weiter wird ein Schreiben gefordert, dass für kein im Haushalt lebendes Kind, während des Elterngeldbezuges der Frau, eine Elternurlaubsentschädigung beantragt wird.
Ein Telefonat hat nun folgendes ergeben:
Man kann wohl doch zusammen Elternurlaub machen, aber das wird richtig teuer. Nimmt die Frau die vollen ihr zustehenden Elternurlaubmonate in D, also 12, wird geschaut, wie die Anzahl der Monate Elternurlaub des Mannes in L im gleichen Zeitraum ist, egal für welches Kind. Hat der Mann bspw. im gleichen Zeitraum 3 Monate Elternurlaub in L, so wird diese Zahl verdoppelt!!! und auf das Elterngeld der Frau angerechnet. Im konkreten Fall heisst dies, dass die Frau für 6!!! Monate kein Elterngeld in D erhält, obwohl man Elternurlaub für ein anderes Kind nimmt. Wenn die Frau das volle Elterngeld von ca. EUR 1.800 erhält, so bedeutet dies einen Abschlag von über EUR 10.000!
Auf meinen Kommentat, dass dies nur schwer nachzuvollziehen und unverständlich sei, antwortete die Frau, dass es ihr leid tue und sie es auch nicht versteht. Aber dies wären die Gesetze und die würde man befolgen.
Auf die Frage, was passiert, wenn man den Elternurlaub in L nach dem deutschen Elternurlaub nimmt, war die Antwort, dass sie dies nicht überwachen könnten und quasi machtlos seien. Dies wäre aus ihrer Sicht auch kein Verstoss, sondern eine gute Variante. Aber Vorsicht, nicht, dass dann noch ein weiteres Kind kommt ;)
 info, 23/03/2018

Nach dem was ich in Erfahrung bringen konnte wird die Kontrolle über das Finanzamt laufen, in den Steuerdaten ist das Elterngeld ja super transparent abgelegt und im Datenaustausch frei angreifbar.
Seit diesem Jahr gibt es sogar eine extra neu eingeführte Form der Abfrage, die sg Gruppenabfrage. Bisher musste das Finanzamt jede Abfrage noch recht umständlich einzeln formulieren.
 Trier1234, 23/03/2018

@ info: von der Familienkasse Direktion in Nürnberg bekam ich die Aussage dass das Steuerjahr nach einem Jahr abgeschlossen ist. Die fragen also nicht mehr nach ob man einen EU in Lux nach dem deutschen EU nimmt oder nehmen wird. Ist zwar pure Hypokrisie und immer noch eine falsche Interpretation der europäisvhen Direktive, aber das Beispiel von peterpan klappt und das ist doch was zählt
 WEIDERT3, 05/04/2018

Hallo wir haben heute von der eltergeld Stelle in d. erfahren das ich kein Eltergeld in Deutschland bekomme.
Mein Mann ist seid Oktober 2017 bis Oktober 2018 in elterteilzeit in Luxemburg für unser 5 jährige Tochter. Im November 2017 wurden unsere Zwillinge geboren. Und ich habe ganz normal eltergeld in Deutschland beantragt was jedoch jetzt abgelehnt wurde da wir ja Geld von lux beziehen.
Gibt es bei jemandem von euch schon evtl. Neuigkeiten.
Wir wollen jetzt Einspruch einlegen.
 mad123, 06/04/2018

Update:
Auf Anraten meiner Anwältin haben wir Klage beim Sozialgericht diesbezüglich eingereicht. Eine Klage dort kostet auch nichts. Mal schauen wie das ausgeht.