Ruwertal, 06/12/2017

Hallo,

kann mir jemand bestätigen oder sagen ob ich beim Kauf einer neuen Mietimmobilie in Deutschland die 6% AFA in Luxembourg ansetzen kann oder ob dies nur für in Luxembourg liegende Eigentumswohnungen etc. gilt.

Danke euch
 Ruwertal, vor 7 Tagen

Hat keiner hier ein Feedback ?
 Kurtis, vor 7 Tagen

Doch: nein, kannst du leider nicht.
Liegt die Immobilie in De, zählt in der DE EKST Erklärung folgerichtig deutsches Steuerrecht.
 Ruwertal, vor 7 Tagen

Hi Kurtis,

danke für dein Feedback... Ich wundere mich da ein Freund mir genau diese heute Mittag beim essen erzählt hat das er seine deutschem Immobilien in Luxembourg absetzt über die 6% AFA... Wie kann das sein ?
 herbea, vor 7 Tagen

Also wenn die Steuererklärung hier in Luxemburg gemacht wird als Grenzgänger, der einem Luxemburger gleichgestellt ist, muss das weltweite Einkommen angegeben werden um den Steuersatz ermitteln zu können, der auf Luxemburgisches Einkommen anwendbar ist (Progressionsvorbehalt). Dazu ist das Einkommen nach den lux. Regeln zu ermitteln. In der Steuererklärung kommt das Ergebnis aus der Vermietung/ Verpachtung dann in die rechte Hälfte der Steuererklärung (steuerfreies Einkommen). Es gibt im Steuergestz keinen Artikel der die Berechnung der Afa von 6% ausschliesst, sondern vielmehr ist gefordert die Vordrucke 190/210 auszufüllen, die ganz klar die Berechnung der Afa vorsehen. In Deutschland sind dann die Einkünfte aus der Vermietung nach den deutschen REgeln zu erklären und zu versteuern, da dort das Besteuerungsrecht für Immo-einkünfte bleibt.
 Ruwertal, vor 7 Tagen

Hallo Herbea,

das würde die Aussagen meines Freundes ja decken.
Da in den ersten Jahren meist ein steuerlicher Verlust vorliegen wird, würde man dann Steuern zurückbekommen in Luxembourg und Steuern auf Einkünfte in Deutschland zahlen ?

Danke dir !
 grenzerfahrung, vor 6 Tagen

Also ich hatte eine ähnliche Frage beim letzten Early-Bird-Frühstück mit Herrn Wonnebauer gestellt. Er meinte dass man wählen kann ob man in Luxembourg nach deutschem Recht die EÜR macht und diese einreicht oder nach Luxembourger Recht. Letztere hätte bei bereits abbezahlten Immobilien (keine Schuldzinsen mehr) den (potentiellen) Vorteil dass man 35% pauschal an Werbungskosten geltend machen kann.
Man hat also für Luxembourg die Wahl, in D muss man natürlich nach deutschem Recht die EÜR machen.
 Kurtis, vor 5 Tagen

Hallo,
hier wird m.E. einiges "durcheinandergeworfen"

Vorab: Was ist bitte EÜR ???????

Immo in DE > Steuererklärung in DE mit gesetzlichen Abschreibungen und Werbungskosten
Immo in Lu > Das ganze in Lux mit den gesetzl. ...

Wie soll eine in Immobilie aus DE einmal in der deutschen Erklärung und dann nochmal in der Lux abgeschrieben werden ?

Klärt mich auf-lerne gerne hinzu ...
 grenzerfahrung, vor 5 Tagen

EÜR = Einnahmen-Überschuss-Rechnung
Wenn man in Luxembourg arbeitet und in Deutschland Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung hat werden diese in Deutschland besteuert und sind in Luxembourg steuerfrei, erhöhen aber durch den Progressionsvorbehalt die Steuerlast.
 Kurtis, vor 5 Tagen

Danke für die Aufklärung
 Kurtis, vor 5 Tagen

Was ich mich allerdings Frage:
Folglich müssten dann negative Einnahmen aus VV in DE (Zahlen aus der EÜR) dazu führen, die luxemburger Steuerlast zu drücken ? - kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass dies anerkannt wird ...oder gibt es hierzu Erfahrungen?
 herbea, vor 4 Tagen

Wie oben erklärt fliessen einkünfte aus VV in Deutschland in der lux. Steuererklärung für die Bestimmung des Steuersatzes ein. Effektiv wird also nur der Steuersatz vermindert, was bei weitem nicht die Auswirkung von einer "richtigen" Absetzbarkeit der tatsächlichen Verlust mit sich bringt.... d.h. in begrenztem Rahmen sinkt die Steuerlast in Luxemburg durch den Verlust aus VV in Deutschland. In Deutschland bleibt die VV in Deutschland nach den deutschen Regeln steuerpflichtig.... und eben sind die Einkünfte aus VV bei beiden Steuererklärungen anzugeben, wenn beantragt wird in Luxemburg wie ein "résident" besteuert zu werden; einmal tatsächliche Besteuerung des Einkommens in D (weil dort die Immobilie liegt) und einmal nur zur Berechnung des anzuwendenden Steuersatzes (ohne Besteuerung des Einkommens) in Luxemburg (Progressionsvorbehalt)
 Kurtis, vor 4 Tagen

Hallo herbea,
so habe ich es auch verstanden, kenne aber keinen, bei dem wirklich negative Einkommen aus DE bei der Lux-Erkl. anerkannt wurden.
Jedoch generell: Unterschätze den Effekt der "nur für die Steuerprogression" nicht ... genau dieser Effekt kommt ab 2018 sehr viele verheiratete Grenzgänger teuer.
Wir schauen mal, was die Zukunft noch so alles an Überraschungen mit sich bringt.