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Mobilität

Luxemburg: „Permanente Quasi-Überlastung“ der Autobahnen zu den Stoßzeiten

Mit einem Verkehrsaufkommen, das sich in den letzten 30 Jahren auf den luxemburgischen Autobahnen vervierfacht hat, wird die maximale Kapazität der Autobahnen und der Nationalstraßen zu den Stoßzeiten erreicht.

Veröffentlicht par KaptanListe die 31/08/2015 | 2.213 Ansichten

Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage hat die Abgeordnete Claudia Dall’Agnol den Minister für Nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, François Bausch, zum Thema der Staus in Luxemburg und der Art und Weise, wie die Straßennutzer im Falle von Behinderungen verständigt werden, befragt.

Sie bedauert vor allem, dass die Autofahrer erst über die variablen Anzeigetafeln informiert werden, wenn sie im Stau stehen und stellt sich die Frage über die Möglichkeiten, den Verkehr zu verflüssigen.

Seit 1985 hat sich der Verkehr vervierfacht

In seiner Antwort erklärt der Minister, dass sich der Verkehr seit der Installierung der Zähler auf den Autobahnen (1985) auf den luxemburgischen Autobahnen vervierfacht hat, um circa um das Jahr 2010 herum eine Quasi-Überlastung zu erreichen.

„Die Autobahnen haben nun ihre Kapazitätsgrenzen erreicht und der Verkehr auf den Nationalstraßen ist nicht nur angewachsen, sondern hat sich erneut auf das Nebenstraßennetz verschoben“, erklärt der Minister in seiner Antwort. „Infolgedessen muss das Verkehrsmanagement auf den Autobahnen auch die Überlastung der Nebenstraßen berücksichtigen.“

Ein nicht geeignetes Nebenstraßennetz

François Bausch stellt dar, dass, außer im Falle der Sperrung der Autobahn (Unfall oder große Baustelle), die Umleitungen über die Nebenstraßen nie angegeben werden. Diese Achsen sind „ungeeignet für jene Art von Verkehr“, stellt er fest und meint, dass man in Echtzeit Informationen über die Verkehrssituation auf hunderte Verkehrsachsen verfügen müsste und in der Lage sein müsste, einige hunderte Ampelanlagen zu managen, um das von der Autobahn kommende Verkehrsvolumen regulieren zu können.

„Mit Ausnahme des Quadrats zwischen Autobahnkreuz Bettembourg – A3 – Autobahnkreuz Gasperich – A6 – Autobahnkreuz Cessange – A4 – Einmündung Esch – A13 – Autobahnkreuz Bettembourg verfügt das luxemburgische Verkehrsnetz nicht wirklich über Alternativrouten, um den Verkehr umzuleiten.“ Entweder sind die Nebenstraßen vollständig in städtischen Gebieten angesiedelt oder die Topographie erlaubt keinen LKW-Verkehr.

Die CITA (Kontrolle und Informationen über den Autobahnverkehr) arbeitet mit den ihr verfügbaren Mitteln

Wenn der Minister einräumt, dass die Verwaltung nicht über Statistiken bezüglich stockendem Verkehr/ Staus auf dem Autobahnnetz verfügt, hebt er hervor, dass unter der Woche zwischen 6 Uhr und 10 Uhr in Richtung der Hauptstadt und von 16 Uhr bis 19 Uhr in Richtung Grenzen sowie zum Ferienbeginn und Ferienende an den Wochenenden (insgesamt 23 von 52 Wochenenden pro Jahr) das Autobahnnetz eine „permanente Quasi-Überlastung erreicht, vor allem auf den Autobahnen A3 und A6“.

Dennoch „verfügt die CITA als Verwaltung eines überlasteten Netzes nicht über Umleitungsmöglichkeiten und managt die zahlreichen Zwischenfälle und Interventionen mit den ihr verfügbaren Mitteln.“ Außerdem würde „die Gesamtheit des Kontext des luxemburgischen Autobahnverkehrs außer Acht gelassen“, wenn das Problem auf die variablen Anzeigetafeln reduziert werde. 

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