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Mobilität

Zeit für Winterreifen – auch in Luxemburg gibt es eine Pflicht

Was beim Wechsel wichtig ist - und was das Gesetz sagt

Veröffentlicht par Eddy Thor die 27/10/2020 | 1.415 Ansichten

Die Bäume werfen ihre Blätter ab, die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen – so langsam sollte man zum Telefonhörer greifen und einen Termin zum Reifen wechseln machen.
Denn Winterreifen sind auf rutschigen Straßen deutlich sicherer und griffiger.

Von “O bis O”, von Ostern bis Oktober reicht die Sommerreifen-Saison, lautet ja die bekannte Faustregel – und liegt damit so als grobe Orientierung in der Regel gar nicht schlecht.
Das Thermometer ist auch ein guter Hinweis.
Sinkt die Temperatur regelmäßig unter 7 Grad Celsius, sind Winterreifen ihren sommerlichen Kollegen klar überlegen.
Die Idealtemperatur der relativ harten Sommerreifen liegt bei etwa 18 Grad und höher.

Nicht nur in Deutschland – auch in Luxemburg gibt es eine Pflicht für Winterreifen bei entsprechender Witterung.

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Wichtiges und Rechtliches

In Deutschland gilt die „situative“ Winterreifenpflicht.
Das bedeutet, bei Glätte, Schnee oder Schneematsch darf man nur mit Winterreifen fahren (§ 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO)).

Wer bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen fährt oder Reifen, die nicht der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen, muss mit einem Bußgeld ab 60 Euro rechnen.
Bei falscher Bereifung drohen auch dem Halter des Fahrzeugs Sanktionen: 75 Euro und ein Punkt in Flensburg.
Schließlich ist er für das Aufziehen der richtigen Reifen verantwortlich.
Das Ausmaß der Sanktion hängt davon ab, ob zusätzlich zur nicht angepassten Bereifung auch eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender vorliegt oder es sogar zu einem Unfall gekommen ist.

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.
Um sicher unterwegs zu sein, empfehlen Experten bei Winterreifen eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern.
Reifen mit einer geringeren Profiltiefe fehlen die Lamellen. Sie sind wichtig für den Grip auf der Fahrbahnoberfläche.

Das neue Alpine-Zeichen löst das alte M+S-Symbol, kurz für „Matsch und Schnee“, ab und kennzeichnet Winterreifen eindeutig und verbindlich.

Dennoch dürfen Kraftfahrzeugführende, die aktuell mit Winterreifen mit dem M+S-Symbol fahren, diese bis zum 30. September 2024 nutzen.
Wer im Reifenhandel noch auf einen Reifen mit dieser Bezeichnung stößt, kann allerdings davon ausgehen, dass er mindestens zwei Jahre alt ist.

Rein rechtlich sind auch Ganzjahresreifen als Winterreifen definiert.
Deshalb dürfen sie auch im Winter genutzt werden.
Da sie aber auch im Sommer genutzt werden können, sind Allwetterreifen immer ein Kompromiss zwischen Winter- und Sommerreifen.
Das zeigt sich auch in ihrer Optik und Beschaffenheit.
Aus diesem Grund können sie mit der Leistung echter Winterreifen nicht mithalten.
Wer auch bei Schneefall und Glatteis auf gar keinen Fall auf seinen Wagen verzichten kann, sollte von Ganzjahresreifen absehen.

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