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Politik

Finanzplatz Luxemburg mit düsteren Aussichten

Experten rechnen damit, dass die Einführung des automatischen Informationsaustausch in Sachen Steuer die Bankenlandschaft in Luxemburg stark beeinträchtigen wird.

Veröffentlicht par KaptanListe die 29/04/2013 | 3.162 Ansichten

Luxemburg hat dem automatischen Informationsaustausch als Maßnahme gegen Steuerhinterziehung zugestimmt.
In einem Interwiew hat es der Alain Steichen auf den Punkt gebracht:
Man müsse darauf gefasst sein, dass lediglich 60 bis 70 Banken in den kommenden Jahren weiterexistieren, so der Steueranwalt aus Luxemburg.
Nach der Einführung des automatischen Informationsaustausch ab 2015 müsse mit einer erheblichen Veränderung der Bankenlandschaft gerechnet werden.

Besonders hart werde es die Banken treffen, deren Hauptgeschäft das Private Banking sei.
Man müsse damit rechnen, dass einige Kunden diesen Banken den Rücken zukehrten.
Dem Experten zufolge würden über die Hälfte der luxemburgischen Banken nach 2015 verschwinden, da ihnen, bedingt durch den Kundenschwund, die kritische Masse zum Überleben fehlen werde.

Die luxemburgische Bankenvereinigung ABBL zeigte sich erstmal noch erfreut über die Einführung des automatischen Informationsaustausches.
Anlässlich der Generalversammlung äüßerte ihr Präsident Ernst Wilhelm Contzen dahingehend, dass der automatische Informationsaustausch die „Zukunft Luxemburgs“ sei. Man käme endlich “raus aus der Schmuddelecke”.
Aber auch er zeigte sich davon überzeugt, dass es künftig im Großherzogtum weniger Banken geben wird.
 

 

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henkel12
249 Kommentare
Vor 8 Jahren

So so, Experten rechnen also mit einer Beeinträchtigung der Bankenlandschaft in Luxemburg!
In 1994 gab es in Luxemburg 222 Finanzinstitute und 2011 waren davon noch 142 übrig. Zugegeben, die Anzahl der Mitarbeiter ist seit 2009 recht stabil geblieben. Aber die Geschäftsmodelle der Banken ändern sich bzw. haben sich geändert. Von der anspruchsvollen Bankberatung wird immer mehr in banktechnische Bereiche umgeschwenkt. Die anspruchsvolle Beratung wird zunehmend von kleineren unabhängigen Einheiten übernommen. Wenn das europäische Ziel der Steuerharmonisierung erreicht wird, wird von dem Geschäftsmodell Luxemburgs nicht mehr viel übrig sein. Das Land ist nunmal nicht aus sich selbst heraus ökonomisch stark. Auch die großen Steuerzahler ausserhalb des Finanzsektors sind nicht wegen des guten Klimas in Luxemburg.
Herr Contzen steht kurz vor der Pensionierung, ihn wird es also nicht mehr interessieren. Wo sind seine Beiträge zur Weiterentwicklung des luxemburgischen Geschäftsmodells? Wo sind die Beiträge der luxemburgischen Regierung dazu? Wie weit ist die Zeit noch weg, in der Luxemburg Empfänger von Transferszahlungen aus Brüssel sein wird?