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Politik

IKEA und das Steuerparadies Luxemburg

Zahlst du noch, oder optimierst du schon: Besonders in Luxemburg spart der Konzern jährlich über ein komplexes Firmengeflecht Millionen Euro.

Veröffentlicht par KaptanListe die 15/02/2016 | 2.698 Ansichten

Ein von der Grünen-Fraktion im Europaparlament am Freitag vorgelegter Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass IKEA soll sein Firmengeflecht nutzen sol, um seine Steuerabgaben massiv zu reduzieren.

Demnach zahlen die Möbelhäuser Lizenzgebühren an eine Gesellschaft in den Niederlanden.
Jedes der 370 Möbelhäuser des Franchiseunternehmens muss drei Prozent seiner Verkaufserlöse an die Ikea Systems abführen -als Pauschale für die Nutzung des Markennamens.

Diese Beträge schmälern die Höhe des Firmengewinnes, also die Steuerschuld.
Außergewöhnlich ist laut den Grünen, wie Ikea mit diesem Geldfluss in den Niederlanden weiter verfährt.
Der absolut größte Teil des Geldes wird aus dem Land postwendend wieder rausgeschafft.
Dazu bedient man sich eines konzerninternen Kredites.
Ikea Systems hat sich 2012 ein Darlehen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro bei einer anderen Ikea-Gesellschaft namens Interogo in Liechtenstein geholt.

Ikea Systems in den Niederlanden muss dieses Darlehen abbezahlen: Zwischen 2012 und 2014 beliefen sich die Rückzahlungen auf fast eine Milliarde Euro.
Das Geld landet bei einer zwischengeschalteten Gesellschaft in Luxemburg, wo es mit 0,06 Prozent besteuert wird.
Die Luxemburger zahlen ihrerseits eine Dividende an Interogo in Liechtenstein. Interogo ist eine Stiftung, die Dividende bleibt daher steuerfrei.

Nach einer Schätzung könnte sich der Konzern so zwischen 2009 und 2014 eine Milliarde Euro an Steuern in der EU legal erspart haben.
 

 

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flyskybus
113 Kommentare
Vor 5 Jahren

doch die Grünen die vor Jahren Ikea in Luxemburg nicht wollten. Daraufhin hat sich der schwedische Möbelkonzern direkt hinter der belgischen Grenze in Sterpenich etabliert. Dort wurden Arbeitsplätze geschaffen und die Steuereinnahmen in Belgien abgeführt. Dass in die Niederlande fließende Gebühren dort wieder rausgeschafft werden ist aufgrund der dortigen Steuersätze kein Wunder. Anstatt mit erhobenem Zeigefinger auf legale Steuerauswanderer zu zeigen, wäre es besser die Grünen würden sich für Steuersenkungen einsetzen. Denn mit niedrigen Steuersätzen und Gebühren verhindert man, dass Steuergelder aus dem Land fließen, zusätzlich kurbelt man noch die Wirtschaft an.

"Wer die Pflicht hat Steuern zu bezahlen, hat auch das Recht Steuern zu sparen!"

Bluepath
686 Kommentare
Vor 5 Jahren

"Nebenkriegsschauplatz" in diesem Thread aber dennoch miteinander verbunden: Interessant war gestern Abend ein Beitrag im DLF auf dem Heimweg, u.a. @ Wirtschaftsminister Schneider, sinngemäß : Wenn Grenzkontrollen in Europa wieder eingeführt werden, kann Luxemburg die Schotten wirtschaftlich dicht machen.