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Politik

Steuerhinterziehung via Luxemburg – Razzia bei Commerzbank

Steuerfahnder haben am Dienstag die Commerzbank in Frankfurt am Main und Dutzende Büros und Privathäuser in einer bundesweiten Aktion durchsucht. Über ihre Luxemburger Tochter soll die Commerzbank zum Steuerbetrug beigetragen haben.

Veröffentlicht par KaptanListe die 25/02/2015 | 3.333 Ansichten

LuxLeaks geht in die nächste Runde:
Nach übereinstimmenden Medieninformationen haben Strafverfolger und Fahnder am Dienstag unter anderem die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main durchsucht.
Mitarbeiter der Luxemburger Tochter der Commerzbank stehen im Verdacht, in großem Stil Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben.

An der Aktion gegen mutmaßliche Steuerbetrüger und deren mutmaßliche Luxemburger Helfer beteiligten sich dabei über 150 Staatsanwälte, Steuerfahnder und Kriminalbeamte.
Schwerpunkte der Durchsuchungen waren  das Rheinland, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Wie viel Geld vor dem Fiskus versteckt worden sei, ist noch unklar.
Die geschätzte Summe reichen einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge von etlichen hundert Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro.

Dem Bericht der SZ zufolge war die Aktion bereits für Dezember geplant.
Sie sei verschoben worden, weil die Generalstaatsanwaltschaft in Luxemburg ein Rechtshilfeersuchen von deutscher Seite abgelehnt habe.

Die Commerzbank erklärte, sie kooperiere mit den Ermittlern und werde die Fälle auch intern untersuchen.
“Wir verlangen absolute Transparenz darüber, dass alle unsere Kunden in Luxemburg über einen geklärten Steuerstatus verfügen”, sagte ein Sprecher.

Im Raum Trier finden dem SR zufolge in dieser Sache derzeit noch Durchsuchungen statt.
Demnach werden insgesamt sieben Objekte überprüft.
 

 

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henkel12
249 Kommentare
Vor 6 Jahren

Vergleichbares hatten wir vor 20 Jahren doch schon mal. Da in dem Sektor so viele Grenzgänger arbeiten, trifft es diese natürlich. Die Kollegen, die in Luxemburg wohnen sind ja auch nicht dem Zugriff der deutschen Behörden ausgesetzt. Wenn der luxemburgische Generalstaatsanwalt die Amtshilfe verweigert, haben die deutschen Behörden wohl einige Informationen nicht geliefert oder nicht liefern können, die nach europäischem Recht für ein Amtshilfeverfahren erforderlich sind.
Die SZ zitiert die Commerzbank so, dass es sich um Altfälle handelt, die bereits 10 Jahre zurückliegen. Wenn das so ist, wird hier wieder die Moralkeule geschwungen und eine Vorverurteilung begünstigt.

info
2771 Kommentare
Vor 6 Jahren

@henkel

Das Thema Altfälle haben Sie falsch verstanden.

Wer vor 10 Jahren Geld verschoben hat kann es selbst zu heutigen Tage noch da angelegt haben und dem Staat die Steuern hinterziehen.

Schauen Sie sich die Beispiele Hoeness und Schwarzer an, das verlagen der Gelder war in beiden Fällen weit älter als 10 Jahre.