icon recherche
Politik

Was kostet Wohnraum

Wohnraum wird immer teurer und kein Ende in Sicht - besonders in Trier steigen die Preise für Eigentum und Miete exorbitant weiter.

Veröffentlicht par KaptanListe die 29/07/2013 | 2.262 Ansichten

Die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt in Rheinland-Pfalz zeigte sich im vergangenen Jahr weiterhin dynamisch. Besonders in den größeren Städten zogen die Mietpreise spürbar an. Das macht es zunehmend attraktiv, von der Miete ins Eigentum zu wechseln – auch wenn die Preise für entsprechende Wohnungen besonders in Mainz und Trier ebenfalls deutlich stiegen. Zudem erleichtert vielen Kapitalanlegern das konstant niedrige Zinsniveau die Entscheidung für den Immobilienerwerb. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2013 hervor, den der Immobilienverband IVD West herausgab.
In den letzten zwölf Monaten zeigten sich die Immobilienpreise in Rheinland-Pfalz stabil und Wohneigentum bildet demzufolge eine sichere und begehrte Vermögensanlage. Die Nachfrage ist besonders in den letzten 5 bis 6 Jahren merklich angezogen. Vor allem Häuser mit sechs bis zwölf Wohnungen sowie vermietete Eigentumswohnungen mit mindestens 70 Quadratmetern Wohnfläche sind begehrt. Durchschnittlich stiegen die Preise um 3 bis 5 Prozent – nur Trier zeigte sich als Ausreißer mit Steigerungen von teilweise über 20 Prozent.

In den meisten Gemeinden des Landes ist über Jahre eine Steigerung der Mietpreise festzustellen und eine Veränderung der Immobiliennachfrage ist nicht in Sicht. Die Großstädte der Ballungsregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar präsentieren sich sehr dynamisch in ihrer Entwicklung und bieten einen vielfältig attraktiven Immobilienmarkt. Weniger positiv ist die Situation in der Westpfalz, im Hunsrück oder im Westerwald. In diesen ländlichen Regionen ist die Nachfrage nach Immobilien weitaus geringer. Die “Landflucht” bleibt, wie in den vergangenen Jahren, ein wichtiger Aspekt der Immobilienwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Allerdings fehlt es in den Städten oft an bezahlbarem Wohnraum, besonders in der Landeshauptstadt Mainz ist dies der Fall – nicht zuletzt im barrierefreien Bereich. Hier sieht der IVD vor allem die Politik in der Pflicht.

In den Städten mit über 40.000 Einwohnern stiegen die Eigenheimpreise überwiegend leicht an, je nach Ort und Lage kam es zu Preisveränderungen bis zu 15 Prozent. In Koblenz und Trier waren die größten Veränderungen erkennbar. Während am Deutschen Eck Eigenheime in sehr guten Lagen von 750.000 Euro auf 900.000 Euro (20 Prozent) stiegen, stieg der Durchschnittswert in diesem Segment bei vergleichbaren Orten um 7 Prozent. Trierer Häuser in mittleren Lagen stiegen von 200.000 Euro auf 250.000 Euro, also um 25 Prozent. In Kaiserslautern und Worms kam es zu weiteren bedeutenden Preisanstiegen. Durchweg stabil hielten sich die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Speyer, Neuwied und Bad Kreuznach. Zu Preisrückgängen kam es in keiner der größeren Städte.

Bei den kleineren Städten und Gemeinden bis 40.000 Einwohnern gab es überwiegend geringfügige Preisanstiege. Lediglich in Montabaur und Bendorf waren starke Preisveränderungen bis zu 20 Prozent zu erkennen. In Andernach stiegen die Eigenheimpreise in sehr guten Lagen von 350.000 Euro auf 360.000 Euro (3 Prozent). In den sehr guten Lagen von Bingen stiegen sie von 500.000 Euro auf 520.000 Euro (4 Prozent). Zu Preisrückgängen kam es in keiner der ausgewerteten Städte in diesem Segment.
In vielen Gemeinden unter 10.000 Einwohnern stieg die Nachfrage nach Reihenhäusern in mittelguten und guten Lagen. Hier ist besonders Vallendar hervorzuheben, wo es zu einem Wertwachstum von 15 beziehungsweise 20 Prozent kam.
Eigentumswohnungen aus dem Bestand sind in Städten mit über 40.000 Einwohnern preislich deutlich angestiegen. Im Durchschnitt stiegen die Preise zwischen 10 und 14 Prozent. In mittelguten Lagen in Mainz sind Steigerungen von 21 Prozent zu verzeichnen gewesen, in Trier sogar 25 Prozent. Selbst in einfachen Lagen in Landau in der Pfalz waren Zuwächse um 22 Prozent zu verzeichnen. Größere Anstiege sind ebenfalls besonders im Neubausegment erkennbar. So stiegen in diesem Bereich die Quadratmeter-Preise in sehr guten Lagen in Ludwigshafen um 7 Prozent (von 2.700 Euro auf 2.900 Euro), in Landau um 10 Prozent (von 2.000 auf 2.200 Euro), in Speyer um 11 Prozent (von 2.700 auf 3.000 Euro) und in Mainz ebenfalls um 11 Prozent (von 2.700 auf 3.000 Euro). Durch die starke Nachfrage kam es selbst in den kleineren Städten von 6.000 bis 40.000 Einwohnern nicht zu Preisrückgängen im Segment der Eigentumswohnungen.

Bedingt durch die “Landflucht”, gab es jedoch vermehrt leichte Preisrückgänge in den kleinen Gemeinden des Landes (bis 6.000 Einwohner). Während die Preise für Bestandswohnungen in den Orten Dierdorf und Rengsdorf gleich blieben oder leicht zurückgingen, konnten Neubauwohnungen leichte Zuwächse verzeichnen. Während in Rengsdorf in Segment der sehr guten Bestandeigentumswohnungen die Preise bei 1.200 stabil sind, stiegen die sehr guten Neubauwohnungen in Dierdorf von 1.300 auf 1.400 Euro (8 Prozent). Die mit 3.000 Euro am teuersten Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen findet man wie im letzten Jahr im Neubau-Erstbezug in Bad Neuenahr-Ahrweiler, fast annährend so teuer sind im gleichen Segment Wohnungen in Ingelheim und Bingen (jeweils 2.950 Euro/m²). In Bad Kreuznach (Bereich Kurgebiet), Mainz und Neustadt muss man ebenfalls 3.000 Euro einkalkulieren.

In den größeren Städten von Rheinland-Pfalz stiegen die Mietpreise in Häusern, die nach 1948 gebaut wurden, vielerorts sehr moderat an. Im Segment Neubau/Erstbezug in guter Lage stiegen die Preise in Ludwigshafen und Speyer um 6 Prozent. Der Durchschnitt verzeichnete hier einen Preisanstieg von 7 Prozent. Die Mieten für gut gelegene und gut ausgestattete Wohnungen im Bestand stiegen in Kaiserslautern um 4 Prozent und in Trier um 7 Prozent, in Frankenthal und Neuwied blieben sie stabil. Im Segment der Altbauten, die vor 1948 gebaut wurden, stiegen die Preise in Mainz in guten Lagen um 5 Prozent, in Kaiserslautern sogar um 12 Prozent. In kleineren Gemeinden und Städten wurden neue Mietverträge vielerorts geringfügig höher abgeschlossen als im Vorjahr. Die Mietpreise für Bestandswohnungen in guten Lagen stiegen um 4 Prozent in Andernach und um 10 Prozent in Zweibrücken. Ein Rückgang bei den Mietpreisen war lediglich in Remagen zu erkennen, hier gingen die Mietpreise im Altbau von 5,75 Euro pro m² auf 5,20 Euro zurück (minus 10 Prozent).

Die teuersten Mieten zahlt man wie im vorherigen Jahr in Neubau-Erstbezug in guten Lagen von Mainz mit 12,50 Euro pro Quadratmeter (plus 4 Prozent). Zum Vergleich liegt die entsprechende Miete in Wiesbaden jedoch bei 13,50 Euro. In Bodenheim muss man 10 Euro und in Ingelheim 9,60 Euro einkalkulieren. Die günstigsten Mieten im Neubau findet man, wie im vergangenen Jahr, in Emmelshausen im Hunsrück mit 4,80 Euro.
 

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD West der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V.
 

Zweimal die Woche , Erhalten Sie den kostenlosen Newsletter von diegrenzgaenger.lu

Anderswo im Internet