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Politik

Was passiert da bei ArcelorMittal?

Luxemburgische Aktien verschwinden vom Markt und ArcelorMittal baut in einer Nacht- und Nebelaktion Maschinen ab und bringt sie nach Ungarn - was ist das los beim krisengeschüttelten, größten Arbeitgeber Luxemburgs?

Veröffentlicht par KaptanListe die 27/10/2011 | 2.171 Ansichten

Während die Gewerkschaften eine endgültige Abschaltung der luxemburgischen Werke Rodange und Schifflange befürchten, verschwinden die Aktien der beiden Standorte von der Börse Luxemburgs.
Bedeutet dies das endgültige Aus der beiden luxemburgischen Werke von ArcelorMittal in Rodange und Schifflange?
Offiziell ist noch nichts bekannt – aber die Stammaktien von ArcelorMittal Rodange & Schifflange (AMRS) werden ab dem kommenden Montag (31. Oktober) nicht mehr an der Börse gehandelt werden.

Indes passieren auch merkwürdige Dinge im luxemburgischen Bettemburg.
Offenbar hat ArcelorMittal dort die Hälfte seiner Produktionsanlage abgebaut – und zwar in einer Nacht- und Nebenaktion.
Ziel der 40 von insgesamt 80 abgebauten Maschinen zur Herstellung von sogenanntem “Saw wire” (Sägedraht zur Herstellung von Solarpaneelen): Ungarn.
 

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Weib66
21 Kommentare
Vor 9 Jahren

Eingefrorener Optimismus beschreibt die derzeitige Lage in den Reihen bei AM. :neutral:

Auszugsweise Zitate aus jüngster Pressemitteilung der Süddeutschen v. 07.11.2011 bringen es auf den Punkt:

"drastischer Rückgang Konjunkturentwicklung ... rückläufige Nachfrage nach Material ... Stahlbranche in Schwächephase ... Weltstahlproduktion sinkt ... Konjuktur wird in den nächsten Monaten extrem schwach sein ..."

Mittal versucht Schaden zu begrenzen und schraubt an den Kosten.

"vorrübergehende" Werksschliessungen, bzw. das Abschalten von Hochöfen sind nur eine Folge daraus.
"Umstrukturierung" überflüssigen Personals, meist per "CDR" wird Arbeitnehmern aus unrentablen nicht mehr aufrecht zu erhaltenen Stellen ein anderer Platz zugewiesen. Dies ist nicht nur frustrierend für die Menschen, die so versetzt werden, denn auf Eignung/Neigung, gar besondere Wünsche, kann wenig Rücksicht genommen werden. Es sind Hunderte von betroffenen Mitarbeitern. Frust kommt auch bei denen auf, zu welchen die CDR-Kollegen dann hinzukommen, sollten sie nicht entsprechend qualifiziert sein. Es wird nicht leicht. Zudem sinken die Chancen, sich innerhalb der AM-Gruppe nach einem anderen Job umzusehen, sich intern zu bewerben. Bislang konnte dies eine hilfreiche Chance zur beruflichen Weiterentwicklung bedeuten. Nun sind keine offenen Stellen mehr verfügbar. Und das Beste ist, wenn man nachfragt, sind die Personalverantwortlichen nicht gerade glücklich, dass man ihre Entscheidungen so beeinflusst.

Stimmungsbarometer ähnlich wie das Wetter da draussen: kalt, neblig, langfristig kaum vorhersehbar