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Daten-CD aus Luxemburg: Ermittler planen Großrazzia UPDATE

Lange war es ruhig beim Thema Steuerfahndung. Doch jetzt scheint es wieder so richtig loszugehen. Hintergrund ist eine CD mit brisanten Daten aus Luxemburg.

Veröffentlicht par KaptanListe die 14/10/2011 | 1.708 Ansichten

Steuerfahndungen und Staatsanwaltschaften bereiten offenbar ein großangelegtes Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung vor.
Grundlage soll eine Daten-CD aus Luxemburg sein, die das Land Nordrhein-Westfalen angekauft hat, berichten die Financial Times Deutschland (FTD) und Spiegel Online übereinstimmend.

Auf dem Datenträger befinden sich demnach Datensätze von 3.000 deutschen Kunden, die ihr Geld bei einer Tochter der britischen Großbank HSBC in Luxemburg angelegt hätten, schreibt Spiegel Online.
Laut FTD ist die Razzia für November geplant.
Demnach sollen Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet beteiligt sein.

Das nordrhein-westfälische Finanzministerium bestätigte, dass das Land Nordrhein-Westfalen “in Abstimmung mit dem Bund eine Steuer-CD mit Bezug zu Luxemburg erworben” hat.
“Die Informationen sind den betroffenen Ländern zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt worden”, hieß es.

Laut Spiegel Online soll Nordrhein-Westfalen die CD zum Preis von rund vier Millionen Euro gekauft haben.
Die FTD nannte als Preis hingegen drei Millionen Euro.

Selbstanzeige nicht mehr möglich

Der Datensatz sei außerordentlich groß, das Material erstklassig, zitiert die FTD aus Behördenkreisen.
Da die Ermittlungen bereits angelaufen seien, hätten die Steuersünder keine Chance mehr, der Strafe durch eine Selbstanzeige zu entgehen, berichtete die Zeitung weiter.

Die HSBC in Deutschland und in Luxemburg waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Auch die Staatsanwaltschaft Bochum, die nach FTD-Informationen die Ermittlungen gegen das Geldinstitut leitet, wollte sich nicht dazu äußern.

Update – Reaktionen

Die Luxemburger Finanzwelt ist erwartungsgemäß nicht glücklich darüber, dass ein Informant Daten aus dem Großherzogtum verkauft hat.
Marc Glesener, Präsident der Luxemburger Bankgewerkschaft ALEBA sagte, der Kauf der CD sei Datenklau, der den guten Ruf Luxemnurgs in Gefahr bringen würde.

Das Finanzamt Trier hat inzwschen auch bestätigt, das sich unter den Daten auch zahlreiche Namen aus Rheinland-Pfalz befänden.

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