icon recherche
stock

Lohnen sich Grenzgänger für Luxemburg?

Milchmädchenrechnung im Parlament: Krämerseele profiliert sich beim Budgetbericht

Veröffentlicht par KaptanListe die 11/12/2004 | 6.685 Ansichten

Die Grenzgänger würden Luxemburg netto mehr kosten als sie bringen. So Laurent Mosar bei seiner Rede als Budgetberichterstatter in der Abgeordnetenkammer.

Die Grenzgänger kämen nach Luxemburg nicht allein aus menschenfreundlchen Absichten. Nicht nur dass sie Straßen und Parkplätze beanspruchen, sie nehmen das Geld, das sie verdienen, mit sich nach Hause und geben es dort und kaum in Luxemburg aus.

Zwar zahlten sie in Luxemburg Steuern und Sozialabgaben. Aber das erscheint dem Luxemburger CSV-Politiker zu wenig. Denn die Grenzgänger wollen ja hernach auch wieder Leistungen aus den Sozialversicherungskassen beziehen. Und das kostet diese von Jahr zu Jahr eine größere Summe.

Ein Mann auf dem Weg nach oben

“Mosar, der als Bürgermeisterkandidat nächstes Jahr endlich die Hauptstadt für die CSV gewinnen soll, nutzte letzte Woche seine Rolle als Haushaltsberichterstatter, um auf sich aufmerksam zu machen. Dabei knüpfte er an die Tradition eines lautstarken rechtsliberalen Flügels in der CSV an, …

Der Anwalt (…) bedient mit seiner Kritik am Sozialstaat und seinen Ausfällen an den Grenzgängern [besser: gegen die Grenzgänger, rolux] eine mittelständische Wählerschaft, die wenig für die Sozialpolitik der Juncker und Biltgen im Südbezirk übrig hat und folglich versucht wäre, DP zu wählen.”

(Romain Hilgert)

So weit reicht eben gerade die Wirkung der Einsichten, die der Fontagné-Bericht auf manche Luxemburger Wirtschaftspolitiker hinterlassen hat. Karriere ist eben wichtiger, als ökonomische Wahrheiten in praktische Politik umzusetzen.

Quelle:
Romain Hilgert, “Never change a winning Team”

Josée Hansen, “Tête de frontalier. Selon Laurent Mosar, les frontaliers coûteraient désormais plus cher à l’État qu’ils ne lui rapportent”

“d’Land“

Zweimal die Woche , Erhalten Sie den kostenlosen Newsletter von diegrenzgaenger.lu

Anderswo im Internet

Meffo
7081 Kommentare
Vor 16 Jahren

"Auch müssen wir die Entwicklung jener Sozialleistungen im Auge behalten, die an Empfänger im Ausland ausbezahlt werden. Diese haben sich im Vergleich zu 1990 verzehnfacht. Die Nutznießer kurbeln mit diesem Geld die Binnennachfrage aber nicht mehr an."
http://www.csv.lu/text/news.php/1975

Vgl. dazu die Diskussion unter
http://www.lesfrontaliers.lu/forum.php?forum_msg_id=110454t110429#FORUM

caruso
40 Kommentare
Vor 16 Jahren

Selbst viele Luxemburger nehmen ihr geld und gehen damit im benachbarten ausland einkaufen....

Bandit
102 Kommentare
Vor 16 Jahren

Richtig spunk, aber nicht nur einkaufen sondern bauen mittlerweile sogar im großen Stil bei uns ihre Häuser. Somit sind wohl auch viele Luxemburger zu Grenzgängern geworden. Jeder sucht eben für sich die Beste Situation. Möglichst viel verdienen und die Waren (Lebensmittel, Mieten, Grundtücke.....) so günstig wie möglich zu bekommen. Ist doch eigentlich ne ganz normale Sache.

caruso
40 Kommentare
Vor 16 Jahren

genau - es ist so wie fast überall, der preis oder das angebot schafft die nachfrage und ich halte es für unfair alleine den grenzgängern den schwarzen peter zuschieben zu wollen, zumal diese ja auch etwas für das Bip in Luxemburg - seit jahren - tun.

luxlex
544 Kommentare
Vor 16 Jahren

Ich als "alter Luxemburger" kann nur folgendes dazu sagen: Man kann nicht alles haben. Irgendwann wird das momentane System sich rächen, spätestens wenn die ersten Grenzgänger und Gastarbeiter massiv in rente gehn... Das Sozialsystem lässt sich momentan nur so gut bezahlen, weil ein stetiger Zuwachs an Beschäftigten da ist. Also in meinen Augen wäre die einzige Lösung langfristig mit den Renten zu grössten teil auf das Kapitaldeckungsverfahren umzusteigen und nur noch den absolut nötigen Sozialausgleich (sollten die Menschen älter werden als erwartet...) auf die nächsten Generationen umzuwälzen. Nur so ist man gegenüber schwankungen im sozialen gefüge abgesichert, dann ist es egal wie schnell die Beschäftigung wächst (oder schrumpft) und wie die Geburtenzahlen sich entwickeln. Natürlich könnte man so einen Umschwung wegen der Doppelbelastung (man müsste ja für die aktuellen Rentner aufkommen und gleichzeitig für die eigene Rente ansparen) nur sehr langfristig (50-100 Jahre) durchziehen.

Meffo
7081 Kommentare
Vor 16 Jahren

Dass die Situation in Europa und auch in Luxemburg nicht ganz einfach ist, dürfte ja allgemein bekannt sein.
Was mich bei diesem Vorgang so ärgert, ist Folgendes:
Es wird mit großem Tamtam eine Wettbewerbsfähigkeitsstudie bei einem frz. Professor bestellt und öffentlich vorgestellt. Der sagt auch bis zu einem gewissen Grade deutlöich, was Sache ist (vermutlich noch viel zu höflich!).
Dann kommt ein Budgetberichterstatter im Parlament daher und tut so, als wenn nichts passiert wäre, sondern der Kommunalwahlkampf vom nächsten Jahr schon dieses Jahr stattfände.
Wenn jeder Lobbyist nur seine eigenen Interessen und Besitzstände verteidigt und dabei nicht weiter als bis zu seinem Tellerrand blickt, hätte man sich diese Studie auch glatt schenken können. Gute Sprüche haben wir schon genug gehört!

Hamisso
2364 Kommentare
Vor 16 Jahren

Neulich hat RTL mittels ilres eine Umfrage in LU veranstaltet:
Wer ist bereit, um seinem Boss zu helfen, kostenlos mehr zu arbeiten?
(Luxemburger waren von der Idee mehr begeistert als Ausländer in LU!).

Vielleicht sollte man jetzt in Rücksicht auf den inländischen Einzelhandel eine Umfrage veranstalten mit der Frage:

Wer ist dafür, ein höheres Weihnachtsgeld zu erhalten, um in LU einkaufen zu können?

luxlex
544 Kommentare
Vor 16 Jahren

Erstmal zum Klarstellen: Wnn du sagst "nur für Luxemburger" meinst du damit nicht die Staatsangehörigkeit sondern das Wohnland... in Luxemburg wohnen auch 40 % "Nicht-Luxemburger die aber natürlich gleich behandelt werden... Jetzt aber zu den verschiedenen Punkten...

- Mammenrent: nur für Luxembourger

Das wird so lange gut gehen bis der Erste klagt... (genau wie bei den ambulanten Gesundheitsdienstleistungen...)

- Invalidität: nur noch für Luxembourger (Grenzgänger sind nicht invalide)

da bin ich nicht so im Bild... aber ich sehe nicht was dagegen sprechen würde...

- Arbeitslosigkeit: nach 3 Monaten nur noch für Luxembourger

Arbeitslosengeld wird prinzipiell im Wohnland bezahlt in dem einen Land ist es eben höher und dafür kürzer und in dem anderen Land gibts weniger aber dafür länger... Was meinst du mit 3 Monaten ? Du kriegst eh ab dem 1. Monat ALG in Deutschland, es wird eben nur für 3 Monate von Luxemurg rückerstattet, danach bekommst du natürlich weiter dein ALG.

- Kindergeld: als Grenzgänger bis zu 2 Jahren Wartezeit

Nunja, als Grenzgänger bekommst du ja schon mal das deutsche Kindergeld und musst dann nur auf den Differenzbetrag warten, das tut dann nicht ganz so weh... Und frage mal die die in Luxemburg leben nach ihren Erfahrungen mit der Kindergeldkasse.... das klappt auch nicht !

Ruwertal
469 Kommentare
Vor 16 Jahren

@Luxlex

Wie meinst du das bei den ambulanten Gesundheitsleistungen ?

luxlex
544 Kommentare
Vor 16 Jahren

Naja im Gegensatz zu stationnär... will heissen Arztbesuch, Brille kaufen, Medikament in der Apotheke kaufen...

Darunter fallen eben keine Operationen mit Krankenhausaufenthalt...

Ruwertal
469 Kommentare
Vor 16 Jahren

Hat eigentlich jemand versucht den 10 EUR Notgroschen für die Krankenkassen sich aus Luxembourg erstatten zu lassen ?

trjr567
2 Kommentare
Vor 16 Jahren

Das mit den Immobilien ist tasächlich war. Ich kenne einen Lux-Banker der hat hier in Trier mittlerweile 3 Mehrfamilienhäuser gebaut und gekauft. In LUx hätte er für das Geld nur 1 Mehrfamilienhaus bekommen. Mittlerweile suchen sich auch immer mehr Luxemburger Wohnungen im deutschen Grenzgebiet, ist einfach günstiger.

luxlex
544 Kommentare
Vor 16 Jahren

Ich bin einer davon und kenne auch noch weitere Luxemburger in D, B und F ....

olekm
23 Kommentare
Vor 16 Jahren

Kommt Herr Laurent Mosar nicht aus einem Land das etliche EU-Behörden beheimatet
die auch aus Ländern bezahlt werden aus denen Grenzgänger kommen ?
Wer im Glashaus sitzt sollte nicht solche dummen Verlautbarungen machen.

LION73
14 Kommentare
Vor 16 Jahren

Na toll,

gern würde ich nach Luxembourg ziehen und dort wohnen, anstatt täglich 100km abzuspulen (wenigstens hat mein Arbeitgeber einen eigenen Parkplatz, so kann ich wenigstens diesen Vorwurf von mir weisen...)

Nur sollte dann mal dieser Immobilienwahn angehalten werden.
Und was geschieht mit den "Flüchtlingen", die aus dem Ländle in die Nachbarregionen ziehen, eben wegen der hohen Immobilienpreise?

Darüber sollte man auch mal nachdenken.

luxlex
544 Kommentare
Vor 16 Jahren

Tja... schön wärs den Immobilienwahn aufzuhalten... aber wie ? Es ist nun mal so, dass es eine ganze Horde von Beschäftigten gibt für die die Arbeitgeber jeden Preis für eine Wohnung bezahlen würden (EU-Beamte, Botschaftspersonal...) Und dann noch die Tatsache dass es eben soviele Grenzgänger gibt die natürlich versuchen so nah wie möglich an ihrer Arbeitsstätte zu wohnen und ganz nebenbei von den doch etwas günstigeren Bedingungen in L zu profitieren... Sogar bei reger Bautätigkeit wird es noch lange dauern (wenn überhaupt) bis das Angebot der Nachfrage nachkommt, zumal das Sytem zum ewigen Wachstum verdammt ist um die Standards zu halten...

Meffo
7081 Kommentare
Vor 16 Jahren

„Indem es sich um internationale Vergleiche handelt, haben wir auf der Besonderheit Luxemburgs bestanden, auf Grund seiner geringen Größe. Was die Preis- und Lohnbedingungen betrifft, welche die im Großherzogtum tätigen Unternehmen antreffen, so ist der relevante Vergleich nicht zwischen Luxemburg und Frankreich, dermaßen es keinen Finanzplatz in Guéret (Kleinstadt im Department Creuse) gibt. Der passende Vergleich ist zwischen Luxemburg und Paris oder Zürich. Dieser Vergleich, der von UBS vorgenommen worden ist, zeigt, dass die Niveaus von Kosten und Gehältern vernünftig bleiben in Bezug auf vergleichbare Ballungsgebiete. Das Preisniveau von Luxemburg stellt nur 78% desjenigen von Zürich dar, und 75%, wenn man die Mieten in Betracht zieht. Das platziert Luxemburg weit hinter Genf, Basel, London und Paris, ganz zu schweigen von den unerreichbaren Hongkong oder Tokio. Die Gehälter sind dagegen höher in Luxemburg als in vielen anderen Städten, wo das Leben teurer ist. Nichtsdestoweniger erreichen sie 75% der von Zürich, was Luxemburg im Vergleich zur Schweizer Konkurrentin einen ansehnlichen Kostenvorteil gewährt.
Also, die Kosten nehmen in Luxemburg sehr schnell zu, aber sie bleiben wettbewerbsfähig in Bezug zu vergleichbaren Ballungsgebieten.“

[Fontagné-Bericht, S. 48] UBS, Prix et salaires 2003

Hamisso
2364 Kommentare
Vor 16 Jahren

Also Fontagné und UBS stellen fest, dass im Vergleich zu Zürich Luxemburg gar nicht sooo teuer ist...
Das tröstet vielleicht die Deutsche oder eine andere Bank, weniger aber den Mindestlohnempfänger.
Das Tageblatt hat angenommen, dass von 1200 € im Monat ca. 500 € für die Miete drauf gehen.
Der %-Anteil mag ja vertretbar erscheinen. Wo sind aber die Wohnungen in Luxemburg zu 500 €?

Hamisso
2364 Kommentare
Vor 16 Jahren

Das Sitzungs-Protokoll der Abgeordnetenkammer liegt jetzt in gedruckter Form vor.
Hier der nämliche Auszug über die Grenzgänger - ein Verlustgeschäft für den Luxemburger Staat!

„Här President, wéi all Joer ass och fir 2005 de sou genannte Sozialbudget eng wierklich Erausfuerderung, net nëmme well e 44% vun alle geplangte Statsausgabe fir d’nächst Joer ausmécht – dat ass nämlech eng Proportioun, déi net méi héich ass wéi an aneren europäesche Länner mam Sozialstatsmodell och -, mä well de Sozialbudget zënter Joren eng Eegendynamik un den Dag leet, déi riskéirt en aus dem Rad lafen ze loossen, wa mer en net méi prezis gefaasst kréien. Ech explizéiere mech.

De Sozialbudget fir 2004 gouf ëm ronn 150 Milliounen Euro dépasséiert, ouni datt d’Politik duerfir iergendeng Décisioun geholl hätt. D’Expansioun vum Aarbechtsmaart a vun der residenter Populatioun eleng huet dës Méiausgabe bewierkt, op déi d’Politik am Fong och keen Afloss huet. Natierlech affektéieren d’politesch Décisiounen d’Sozialausgabe vum Stat – ech erënneren hei drun, datt déi Cotisatiounserhéijung fir d’Krankekeesen, déi d’Generalversammlung vun der UCM virun zwou Woche beschloss huet, fir de Stat mat zousätzlechen Dépensë vun iwwer 26 Milliounen Euro zu Buch schléit -, mä och ouni esou Décisioune wiisst de Sozialbudget iwwert dat vun der Chamber gestëmmtent Mooss, an zwar all eenzelt Joer.

Krankenkeesen- a Pensiounscotisatiounen esouwéi Kannergeld sinn déi gréisste Posten, déi ënnert dem Unzéie vum Aarbechtsmaart an d’Luucht ginn. Op där anerer Säit, an dat gesi mer och am Recettëbudget fir d’nächst Joer, bréngen zousätzlech Aarbechtsplazen och zousätzlech Recetten aus der Akommessteier, an déi Leit, déi bei eis am Land wunnen, ginn och hiert Geld hei aus. Deemno sinn och steigend TVA-Recetten zum Beispill dermat verbonnen, datt mer netto all Joer e puer Dausend Leit zu Lëtzebuerg bäikréien, déi hei consomméiren.

Mä eng aner Entwécklung wéi déi objektiv Croissance vun de Sozoalausgabemuss eis an deem Kontext dach Suerge maachen, well se déi Logik, no där méi Dépensen duerch e Wuesse vum Aarbechtsmaart och méi Recettë fir de Stat an enger bestëmmter Proportioun no sech zéien, relativéiert. Dës Entwicklung ass déi vun den Exportatioune vun de sozialen Transferten, déi ëmmer méi staark an eis Nopeschlänner ginn. Dat ass virun allem op dat drastescht Usteige vun der Zuel vun de Frontalieren zréckzeféieren.

Fir deenen hire stänneg wuessenden Undeel um Lëtzebuerger Aarbechtsmaart ze verdäitlechen, wëll ech e puer Zuelen nennen. Vum Januar 2001 bis September 2004 ass den Aarbechtsmaart zu Lëtzebuerg ëm 12% gewuess, dat heescht, et hunn um Enn vun där Period 30.000 Aarbechtsdplaze méi zu Lëtzebuerg existéiert wéi un hirem Ufank. An därselwechter Period ass awer d’Zuel vun de Frontalieren ëm 20.000 geklommen, vun 93.000 op 113.000, wat enger Augmentatioun vun 21% entsprécht. Zwee Drëttel vun deene geschafenen Aarbechtsplaze goufen an där Täit mat Frontalieren besat. Dëst an d’lescht Joer si mer méi no bein enger Proportioun vun dräi Véirel. An d’Tendenz hält un – d’Frontaliere si méi disponibel an huelen éischter Plaze mat manner interessante Léin a Konditiounen un, wéi déi Leit dat maachen, déi bei der ADEM ageschriwwe sinn.

De Frontalieren hir Dépensë gnn awer virun allem do gemaach, wou déi Leit wunnen, also net hei zu Lëtzebuerg. Vun hirem Logement iwwer hir Liewesnmëttel an aner Konsumausgabe bis zu der Visite beim Coiffeur an am Kino kann a muss een dervun ausgoen, datt déi méi attraktiv Präislandschaft ronderëm Lëtzebuerg d’Frontalieren derzou bréngt, och do hiert Geld auszeginn. Déi Recettë ginn deemno dem Lëtzebuerger Stat verluer, an d’Relatioun tëschent méi Dépensen a méi Recettë fir Lëtzebuerg gëtt verzunn. Bei de Frontalieren ergi sech Recetten nach aus der Akommessteier an aus dem Konsum op de Lëtzebuerger Tankstellen, awer soss keng an därselwechter Proportioun wéi dat bei de Résidenten de Fall ass. Am Kloertext: D’Explosioun vun der Zuel vun de Frontalieren, déi ronn 40% vum privaten Aarbechtsmaart zu Lëtzebuerg ewell ausmaachen, kascht de Stat nettement méi, wéi se him zréckbréngt.

Um Niveau vun den Exportatioune vun de Sozialtransferten, déi jo och am Konsum vun de Bénéficiairen hiren Néierschlag fannen, wëll ech och e puer Zuelen nennen, well déi absolut fir sech selwer schwätzen.

Zënter 1990 hu sech d’Transferten an d’Ausland vun deene grousse soziale Prestatioune folgendermoossen entwéckelt: Krankekeesen a Pensiounskeese bezuelen haut zéngmol méi an d’Ausland wéi nach 1990. Beim Kannergeld – déi Steigerung ass bal net nozevollzéien – ass et 275-mol méi wéi viru 14 Joer. An d’Tendenz vun der Kurv, déi dës Entwécklung beschreift, dauert un. 1990 goufe sozial Leeschtungen fir 70 Milliounen Euro an d’Ausland transferéiert. 2003 sinn et Leeschtunge fir bal 900 Milliounen, an d’Milliard dierft am Joer 2005 erreecht an dépasséiert ginn. Den Undeel vun den Exportatiounen steigt an där ganzer Period vun 9% op iwwer 21%.

Dës Zuele schwätzen, wéi ech fannen, eng méi ewéi däitlech Sprooch. An et ass nach net eriwwer. Et ass eng Fro vun der Zäit, bis Lëtzebuerg ënnert dem Drock vun europäesche Regelen a Geriichtsuerteeler nach wieder Deeler vu senge Sozialleeschtunge muss fir den Export fräiginn. Do kéint een zum Beispill un d’Mammerent denken, deenen hir Bénéficiairen esou definéiert sinn, datt et musse Mamme vu Kanner sinn, déi zu Lëtzebuerg op d’Welt koumen. Dës Bestëmmung kéint liicht enger Decisioun vum europäesche Geriichtshaff zum Affer falen, no där dann d’Exportatioun vun där Moossnam ëm e gudden Drëttel, wann net méi, keint an d’Luucht dreiwen, ouni Retombéeë fir d’Lëtzebuerger Ekonomie an de Budget, well pensionéiert Fraen an der Genzregioun ganz sécher net vill zu Lëtzebuerg consomméiren.

Et heescht deemno opzepassen op de Sozialbudget, deen enger Dynamik follegt, déi sech dem politeschen Zougrëff entzitt. Ech hunn et scho gesot, an ech widderhuelen et: Bei deenen Erausfuerderungen, déi sech beispillsweis dem Investissementsbudget an deenen nächste véier oder fënnef Joer stellen, kënne mer net parallel och nach massiv steigend Sozialausgaben op d’Schëller huelen. Duerfir geet de kuerz- bis mëttelfristege budgetäre Spillraum wuel ganz einfach net duer.“

5353 – Projet de loi concernant le budget des recettes et des dépenses de l’Ètat pour l’exercice 2005
M. Laurent Mosar (CSV), rapporteur
Mardi, 30 novembre 2004, 8e Séance, www.chd.lu

Meffo
7081 Kommentare
Vor 16 Jahren

So titelt das „Luxemburger Wort“ am 8.1.2005 im Wirtschaftsteil.

Eigentlich hatte ich auch etwas in der Richtung vermutet.

Meffo
7081 Kommentare
Vor 16 Jahren

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt erhält den Oswald-von-Nell-Breunig-Preis 2005 der Stadt Trier.
Diese würdigt damit „die Ernsthaftigkeit, mit der sich der Sozialdemokrat Helmut Schmidt in seinem langen Politikerleben immer wieder auch Fragen eines gerechten sozialen Ausgleichs gestellt“ habe.

40 % der zugewanderten Türken in Berlin sind arbeitslos:
„Das ist eine äußerst schlimme Entwicklung. Wir haben von 1955 bis 1973 unter aktiver Beteiligung der Bundesregierungen unqualifizierte Arbeitskräfte für unqualifizierte Tätigkeiten angeworben. Wenn die auf dem veränderten Arbeitsmarkt, der höher qualifizierte Arbeitskräfte braucht, nicht mehr zurecht kommen, muss man sich darum kümmern und kann nun nicht wie der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt sagen, die ganze Gastarbeiteranwerbung wäre falsch gewesen.“
[Steffen Angenendt, Migrationsexperte der Dt. Ges. f. Auswärtige Politik, taz-Interview 15./16.1.2005]