icon recherche
stock

Staat beschäftigt Handwerker im Büro

Ein Wasserkopf an Verwaltung nervt die Unternehmer nicht nur. Er kostet sie auch eine schöne Stange Geld

Veröffentlicht par KaptanListe die 04/11/2004 | 312 Ansichten

Wer den Meisterbrief abgelegt und ein eigenes Unternehmen gegründet hat, würde gerne in diesem seinen Handwerk Aufträge erledigen und dadurch sein Geld verdienen.

Es ist aber noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und noch kein Geld verdient, da muss der Unternehmer schon allerhand Formulare ausgefüllen oder anderweitige administrative Aufgaben bearbeiten, die der Staat ihm abverlangt, dafür aber keinen müden Cent zahlt.

Ziel einer aktuellen Studie der Luxemburger Handwerkskammer (“Chambre des Métiers” )ist es, die administrativen Belastungen, denen Handwerksunternehmer sich ausgesetzt sehen, zahlenmäßig darzustellen. Die Studie schließt hierbei an eine erstmals im Jahre 1999 erstellte Studie an. Es wird damit nicht nur eine Bestandaufnahme der Situation im Jahre 2004 vorgelegt, sondern auch möglich, die Entwicklung der administrativen Belastungen in den letzen 5 Jahren nachzuzeichnen.

Unter “administrativen Belastungen” wird hier die Verpflichtung der Unternehmen verstanden, verschiedene von der öffentlichen Hand auferlegte Aufgabe zu realisieren, ohne dafür einen finanziellen Ausgleich zu erhalten.

Die Studie beschränkt sich hierbei auf die administrativen Belastungen, denen Unternehmen in folgenden Bereichen ausgesetzt sind:

  • Steuerwesen / Buchführung,
  • soziale Sicherheit,
  • Statistiken und
  • Sicherheit / Gesundheit am Arbeitsplatz.

In der Neuauflage werden auch die administrativen Belastungen im Bereich Umweltschutz berücksichtigt, die in der Studie von 1999 noch nicht aufgeführt waren.

Die der Studie zugrunde liegende Stichprobe umfasst 24 Unternehmen, welche den 5 verschiedenen Handwerksgruppen und 5 Größenklassen angehören.

Die Ergebnisse bestätigen den erheblichen Kostenaufwand durch administrative Belastungen von Handwerksunternehmen. Weiterhin fällt die weitaus stärkere Belastung der Klein- und Kleinstunternehmen auf. Ferner wird auch der Anstieg der administrativen Belastungen nach 1999 belegt.

  • durchschnittliche Belastung pro Jahr und pro Beschäftigten 1.728 €
  • Kostenaufwand der administrativen Belastungen bezogen auf den Jahresumsatz
    der Unternehmen 1,28 %
  • die durch diese administrativen Belastungen anfallenden Kosten sind erheblich höher für kleinere (3.873 € pro Beschäftigen und pro Jahr für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten) als für größere Unternehmen (1.034 € pro Beschäftigen und pro Jahr für Unternehmen mit mehr als 99 Beschäftigten)
  • Summe der vom Handwerk zu tragenden Kosten insgesamt 101 Millionen Euro
  • Steigerung der Kosten verursacht durch administrative Belastungen von
    1999 bis 2004 34 % (inflationsbereinigt: 18%)
  • jährliche Steigerungsrate der Kosten durch administrative Belastungen
    von 1999 bis 2004 3,3 %

Quelle:

“Les charges administratives. Coûts économiques pour l’Artisanat”

Dort kann auch die in Französisch gehaltene Studie als pdf-Datei heruntergeladen werden (50 Seiten).

Zweimal die Woche , Erhalten Sie den kostenlosen Newsletter von diegrenzgaenger.lu

Anderswo im Internet