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Unverblümtes von Norbert Blüm

Hartz IV sei der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringe. N. Blüm war unter H. Kohl Minister für Arbeit und Soziales gewesen

Veröffentlicht par KaptanListe die 01/09/2004 | 1.378 Ansichten

Wenn Politiker aus Amt und Würden sind, haben sie endlich die Gelegenheit,
die Wahrheit ungeschminkt zu sagen.
Hier sind die Goldenen Worte des Norbert Blüm:

  • “Das Wort Reform hat zwei Bedeutungen bei uns bekommen. In der Sozialpolitik
    heißt es Kürzungen und in der Steuerpolitik Entlastungen für die
    Spitzenverdiener.”
  • “Der Sozialstaat ist auch wirtschaftlich vernünftig. Ich behaupte,
    erst die Erfindung des Sozialstaats hat die Marktwirtschaft überhaupt ermöglicht.
    Erst nachdem die Risiken wie Unfall, Invalidität, Krankheit und Arbeitslosigkeit
    aus dem Betrieb externalisiert wurden, war unternehmerische Vernunft möglich.”
  • “Ich glaube, dass der Ansatz, die Sozialhilfe und die Arbeitslosenhilfe
    zu vereinen, richtig ist. Nur wie das gemacht wird, ist nicht nur Pfusch, sondern
    das schlägt wirklich dem Fass den Boden aus.”
  • “Es werden Löhne von einem Euro zumutbar. Da wird der Drehtüreffekt
    organisiert. Ich schmeiße einen anständig Bezahlten raus und stelle
    jemand anderen für einen Hungerlohn ein. Das ist die Organisierung des unlauteren
    Wettbewerbs. Der Handwerker mit anständigen Löhnen wird zum Dummen.
    Er wird konkurrenzunfähig.”
  • “Ich kenne viele Leute, die vor Kraft nicht laufen können,
    wenn sie ihre Ideen zu Papier bringen. Aber wenn die dann mit de Wirklichkeit
    konfrontiert werden, sind die alle in den Büschen zu finden.”
  • Quelle:
    Interview von Sascha Tegtmeier, “’Der Sozialstaat geht kaputt’,
    sagt Norbert Blüm”, DIE TAGESZEITUNG; 21./22.8.2004

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    Meffo
    7081 Kommentare
    Vor 16 Jahren

    Nach Kölner Untersuchungen benötigen 40 % der Langzeitarbeitslosen eine Schuldnerberatung, 30 % eine intensive Gesundheits- und Familienberatung, 20 % Deutschunterricht und Einübung von Schreiben, Lesen und Rechnen.
    Insofern macht das Motto „Fordern und fördern“ Sinn und ist durchaus vernünftig.
    Die geschmähten 1-€-Jobs als eine Fördermaßnahme mit der Zwecksetzung: Hinführung zum Arbeitsmarkt ! ebenfalls.
    So Arnd Schwendy, bis 2002 Leiter des Kölner Sozialamtes, nach Pensionierung Vorsitzender der AG der Integrationsfirmen e.V. in der TAGESZEITUNG (13.9.2004).
    Soweit die Theorie, die sich wirkich gut anhört. Wenn das Ganze aber tatsächlich sozialpädagogisch begleitet werden soll, dann kostet das aber erst mal eine ganze Stange mehr Geld und bringt eben nicht die Ausgabenersparnis, die sich Staat und Arbeitgeber erhoffen.
    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer!