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Unterhaltung

Ein schwarzer Sonntag in Trier-Nord

Uninspiriert und mit Pech an den Fingern verliert die TBB Trier zu Hause gegen die nicht ganz so schwachen New Yorker Phantoms Braunschweig mit 52:63. Außer Dru Joyce (Foto: Thewalt) und Maik Zirbes hatte kaum ein Trierer Normalform.

Veröffentlicht par KaptanListe die 13/11/2011 | 826 Ansichten

Es gibt Tage, an denen läuft es nicht so – manchmal ist es so schlimm, dass man am besten im Bett bleibt. Der einzige TBB-Profi, der sich am Sonntag nachmittag diesen (zweifelhaften) Luxus erlauben konnte, war Aufbauspieler John Redder Bynum, der mit “Magen-Darm” zuhause bleiben “durfte”. Es blieb ihm erspart, sich ein Basketball-Spiel auf schwachem Niveau anzusehen, in dem am Ende die weniger schlechte Mannschaft die Oberhand behielt.

Die Partie startete zerfahren, beide Teams suchten lange nach ihrem Rhythmus. Das erste Viertel war geprägt von Ballverlusten, schlechten Anspielen und schwachen Trefferquoten. Trier schien früher als die Gäste im Spiel angekommen zu sein, Philip Zwiener konnte sich zweimal schön durchsetzen (8:7), für ihn kam nach sechs Minuten Nate Linhart, der auch direkt alles richtig machte und nach einem Steal von Maik Zirbes zum 12:9 abschließen konnte – Auszeit Braunschweig. Danach wurden die Gäste besser, Branko Jorovic gleicht per Dreier aus und markiert kurz darauf das 14:15 durch ein Dreipunktspiel nach Foul von Andreas Seiferth. Ein weiterer Dreier von Routinier LaMarr Greer bedeutet ein 14:18 zur VIertelpause – Trier hatte bisher noch gar nicht von jenseits der 6,75m getroffen, bei immerhin vier Versuchen. Es lief beidseits nicht allzuviel zusammen, Braunschweig hatte aber gegen Viertelende deutlich mehr Struktur vorzuweisen.

Henrik Rödl hatte bereits zu Anfang des zweiten Viertels Joshiko Saibou und Andreas Seiferth für Dru Joyce und Maik Zirbes aufs Parkett geschickt. Die Youngter bemühten sich redlich (Seiferth hatte am Ende sieben Punkte auf dem Zettel), dennoch musste der Trierer Coach bereits bei 6:17 Restspielzeit vor der Halbzeit wieder zum Gespräch bitten: Braunschweig führte nach einem Buzzer-Dreier des ansonsten eher farblosen Stephen Dennis mit 16:24, Zirbes und Joyce mussten wieder ran. Das half. Die TBB war am Brett wieder präsent, Joyce zwang Phantoms-Coach Sebastian Machowski mit einem Dreier zum 23:26 in die nächste Auszeit und eroberte im Alleingang mit zwei schnellen Körben die Führung zum 27:26. Mit einem hauchdünnen 29:31-Rückstand ging die TBB in die Halbzeit, Grund zur Zuversicht gab der bisherige Spielverlauf allerdings nicht.

Das dritte Viertel stellte dann auch klar, warum nicht: Braunschweig kam besser aus der Kabine, war schnell auf 29:36 weg, wirkte nach wie vor stabiler. Ein Dreier von Dragan Dojcin (der zweite und letzte des Abends für die TBB – 2/19 oder auch: 11%!) und ein sehenswerter Alley Oop von Maik Zirbes nach Anspiel von Dru Joyce ließen die Gästeführung zwar wieder auf 34:36 schrumpfen – nach diesem kurzen Aufblitzen spielten allerdings nur noch die Phantoms. Kyle Visser durfte viel zu oft viel zu frei über den Platz in der Trierer Zone verfügen, die Gäste dominierten die Rebounds. Beim Stand von 36:44 nahm Rödl die Auszeit – und nach einem weit offenen Dreier von Braunschweigs Kapitän Nils Mittmann nur wenig später die nächste: 36:44, Braunschweig war trotz vieler Schwächen im Spiel, Trier war draußen. Vor allem auf den kleinen Positionen lief nicht viel zusammen, Oskar Faßler und Dreierspezialist EJ Gallup (dessen Dreimonats-Vertrag demnächst ausläuft) konnten offensiv keine Akzente setzen – zudem fehlte mit John Bynum ein Aufbauspieler, der offensiv wie defensiv für Stabilität und Routine steht. Vor dem letzten Viertel blieb Braunschweigs Führung mit 40:51 zweistellig.

Trier versuchte es zumindest weiter, dennoch war den 3000 Zuschauern schon recht früh klar, dass den Gastgebern hier die Zeit davonlief – die Halle totenstill, die Mannschaft auf dem Feld bemüht, aber erfolglos. Dru Joyce stemmte sich fast im Alleingang gegen die Niederlage, drückte mit dem 48:57 die Differenz noch einmal unter zehn Punkte – doch als die TBB in den Schlussminuten dringend Punkte gebraucht hätte, lief offensiv nichts mehr zusammen. Körbe fielen nicht, die Rebounds landeten bei Braunschweig, und die spielten ein schlechtes Basketballspiel mit Geduld und Anstand zu Ende.

Die TBB verliert mit 52:63, rutscht damit mit 6:10 Punkten auf Platz 12, während Braunschweig auf Platz 9 Tuchfühlung mit den Playoff-Plätzen aufnimmt. Allerdings müsssten die Phantoms noch deutlich mehr zu ihrem Spiel finden, um auf Dauer oben mitspielen zu können.

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