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EU-Krisentreffen zur Schweinegrippe

Bei einem Krisentreffen zur Schweinegrippe in Luxemburg wollten die EU-Staaten heute ein gemeinsames Vorgehen absprechen. Eing wurden sie sich dabei nicht.

Veröffentlicht par KaptanListe die 30/04/2009 | 891 Ansichten

EU-Krisentreffen zur Schweinegrippe in Luxemburg

Die Europäische Union hat im Umgang mit der Schweinegrippe keine einheitliche Linie gefunden. Bei einem Treffen der Gesundheitsminister in Luxemburg wurde die Forderung Frankreichs nach einem Flugverbot nach Mexiko abgelehnt. Auch Deutschland sprach sich dagegen aus. Der Vorschlag Italiens, einen gemeinsamen Vorrat von Anti-Grippe-Arzneien und Impfstoffen anzulegen, fand ebenfalls keine Mehrheit. Rund um den Globus gibt es immer mehr bestätigte Fälle von Schweinegrippe. In Deutschalnd sind es weiter drei.

Die Gesundheitsminister der 27 Mitgliedstaaten und die EU-Kommission wollten in Luxemburg über die Verfügbarkeit von Impfstoffen und über mögliche Reisebeschränkungen beraten. Angesichts der sich weiterhin rasant ausbreitenden Krankheit rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die zweithöchste Pandemie-Warnstufe aus. Auch mehrere Bundesbürger sind an der gefährlichen Schweinegrippe erkrankt. Nach Angaben von WHO-Chefin Margaret Chan bedeutet die vorletzte von insgesamt sechs Warnstufen, dass eine Pandemie “unmittelbar bevorsteht”. Die Länder müssten jetzt “unverzüglich” ihre Pandemie-Schutzpläne aktivieren, mahnte Chan in Genf. Der WHO-Chefin zufolge bedeutet die vorletzte Warnstufe ein “Signal” an alle Regierungen und die Pharmaindustrie, mit “erhöhter Dringlichkeit” in Aktion zu treten. Die Gefahr müsse “ernst genommen werden”.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch versichert, dass alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Die nötigen Medikamente würden im Falle des Falles da sein, sagte die Kanzlerin in Berlin. Nach den Worten von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sind die Bundesländer bei den Vorbereitungen insgesamt “gut aufgestellt”. Zwar hätten noch nicht alle Länder genügend Grippemedikamente zusammen, um wie vorgeschrieben 20 Prozent der Bevölkerung behandeln zu können, sagte sie in den ARD-Tagesthemen. Doch hätten diese versichert, die restlichen Mittel nachzubestellen.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurde bei insgesamt drei Erkrankten in Hamburg und Bayern das gefährliche Virus entdeckt, sie schweben aber nicht in Lebensgefahr. Dabei handelt es sich in Hamburg um eine 22 Jahre alte Frau, in Bayern sind eine 37-jährige Frau und ein Mann Ende 30 betroffen. Bei einer Kontaktperson, die mit ihr ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) kam, bestand ebenfalls ein Krankheitsverdacht.

Im US-Bundesstaat Texas starb ein 23 Monate altes Kleinkind, das aus Mexiko stammte. Es war der erste bestätigte Todesfall in Zusammenhang mit der Schweinegrippe in den USA. Bisher hat die WHO noch keine Reiserestriktionen empfohlen. Frankreich hat jedoch ein vorläufiges Verbot aller EU-Flüge nach Mexiko gefordert.

Es muss mit Toten in der EU gerechnet werden

„Menschen werden dadurch sterben, es ist nicht die Frage, ob Menschen sterben werden, sondern wie viele“, sagte der EU-Generaldirektor für Gesundheit, Robert Madelin, in Brüssel. „Werden es Hunderte, Tausende oder Zehntausende sein.“

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