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Unterhaltung

Gesundheitsamt warnt vor Grippewelle

Das Gesundheitsamt Trier befürchtet eine heftige Grippewelle. Allein in den vergangenen Tagen seien ungewöhnlich viele Neuerkrankungen mit der "echten" Influenza registriert worden.

Veröffentlicht par KaptanListe die 16/01/2009 | 2.263 Ansichten

Eine Virusgrippe, die so genannte Influenza, ist schon schlimm genug! Sie schlägt ganz plötzlich zu und verursacht hohes Fieber, starke Kopf-, Glieder – und Muskelschmerzen, trockenen und quälenden Reizhusten, nicht selten auch Kreislaufprobleme – kurz: der ganze Körper ist betroffen und man ist innerhalb kürzester Zeit richtig krank. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes beginnt die Grippewelle in diesem Jahr ungewöhnlich früh. Es sei nach den ersten Fällen auch mit einem heftigeren Verlauf als in anderen Jahren zu rechnen. Das Gesundheitsamt rät deshalb zu einer vorsorglichen Impfung.

Besonders dramatisch sind die Auswirkungen, wenn Komplikationen hinzukommen wie beispielsweise Herz-Rhythmus-Störungen, eine Herzmuskelentzündung, eine Lungenentzündung oder gar ein Infarkt. Dann ist die rasche Krankenhauseinweisung unvermeidbar, um Schlimmeres zu verhindern. Eine mittelmäßig starke Grippewelle verursacht laut Robert-Koch-Institut 10.000 bis 20.000 Krankenhauseinweisungen und bis zu 14.000 Todesfälle.

Dieses hohe Risiko für jung und alt kann ganz einfach durch eine Grippe-Impfung vermieden werden. Ganz besonders wichtig ist es, dass sich Ältere und Menschen mit bestehenden Erkrankungen wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder auch Nierenerkrankungen durch eine Impfung schützen. Das empfiehlt auch die STIKO, die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut.

Grippe – die unterschätzte Gefahr!

Eine Grippe – auch Influenza genannt – darf man nicht mit einer Erkältung verwechseln! Die Erkältung entwickelt sich eher “gemächlich”. Sie kommt mit einer laufenden Nase, Halskratzen und Husten daher. Im Mediziner-Deutsch heißt sie “grippaler Infekt” oder auch “unkomplizierte Infektion der oberen Atemwege”.

An Grippe dagegen erkrankt man meist schlagartig und mit voller Wucht in wenigen Stunden. Hohes Fieber von mindestens 38,5 Grad, trockener Reizhusten, starke Kopfschmerzen sowie quälende Muskel- und Gliederschmerzen sind die unangenehmen Anzeichen. Und: Die Grippe betrifft eben nicht nur die oberen Atemwege, sondern macht den ganzen Körper krank.

Auslöser Viren: Mehr als 200 verschiedene Virustypen können eine Erkältung auslösen. Durchschnittlich zwei- bis viermal pro Jahr haben Erwachsene eine Erkältung, Kinder im Vorschulalter sogar vier- bis achtmal. Jeder Mensch erkältet sich im Laufe seines Lebens 200- bis 300mal. Als Auslöser einer Grippe kommen aber immer nur Grippeviren infrage, und zwar: jedes Jahr neu. Grippeviren verbreiten sich zudem besonders schnell: im Körper und auch von Mensch zu Mensch.

Ansteckung in kürzester Zeit

Grippe – schwer krank in kurzer Zeit: Nur eine halbe Stunde brauchen die Grippe-Viren, bis sie die Schleimhautzellen von Nase und Rachen infiziert haben. Dort vermehren sie sich rasend schnell, weshalb die belastenden Symptome auch so unvermittelt auftreten. Gegen eine Grippe können Medikamente nur wenig ausrichten. Schmerzmittel, Fiebersenker und Hustenstiller können allenfalls Linderung verschaffen.

Im Prinzip hilft nur abwarten: Wer an Grippe erkrankt, sollte sich unbedingt schonen und strikte Bettruhe einhalten – am besten noch drei Tage nach Abklingen des Fiebers. Man kann allerdings den Heilungsprozess unterstützen. So hilft beispielsweise das Inhalieren von Kamille- und Salzlösungen die entzündete Schleimhaut der Atemwege zu beruhigen. Einen ähnlichen Effekt hat das Gurgeln oder Schlürfen von heißen Getränken wie Tee oder Wasser. Ohnehin sollte man reichlich trinken, denn der Körper verliert durch das hohe Fieber viel Flüssigkeit.

Besser: der Grippe zuvorkommen – durch eine Schutzimpfung: Vorbeugen kann man nur mit einer Impfung! Alljährlich sollte man daher eigentlich schon im Herbst einen Impftermin beim Hausarzt vereinbaren. Aber auch jetzt rät das Gesundheitsamt noch zu einer Schutzimpfung. Eine Grippe-Impfung für das ganze Leben gibt es nicht, denn Grippeviren verändern sich ständig. Jede Saison entstehen neue Varianten, auf die die Impfstoffe abgestimmt werden müssen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterhält in der ganzen Welt Labore, die die Viren analysieren und bestimmen. Mit Hilfe dieser Laborergebnisse können dann die aktuellen Impfstoffe hergestellt werden. Sie stehen dann meist ab August/September zur Verfügung.

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Klein aber gefährlich: Grippevirus

Immunsystem unterstützen

Grippeimpfung kann Leben retten: Für ältere Menschen und solche, die an einer chronischen Krankheit leiden ist die Grippe-Impfung besonders wichtig. Die STIKO, die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut, empfiehlt daher, dass sich alle Personen über 60 Jahre impfen lassen sollten. Bislang machen aber nur 50 bis 60 Prozent dieser Altersgruppe von der Impfung Gebrauch. Dabei ist der Impfstoff gut verträglich und das Risiko von Nebenwirkungen steht in keinem Verhältnis zu den möglichen lebensbedrohlichen Folgen einer Grippe-Infektion: zum Beispiel Herz-Rhythmus-Störungen, Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung oder gar Herzinfarkt. Menschen aller Altersgruppen, die an chronischen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkankungen leiden oder Probleme mit den Nieren haben, besitzen ein ohnehin geschwächtes Immunsystem, wodurch Grippeviren “ein leichtes Spiel” haben. Auch für Sie gilt daher: Jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen!

Gefahr lauert überall

Selbstverständlich und ebenfalls von der STIKO empfohlen sollte die Impfung für alle Personen sein, die durch ihren Beruf Gefahr laufen, sich selbst oder andere anzustecken: also zum Beispiel Angestellte in Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheimen, aber auch Berufsgruppen mit viel Publikumsverkehr. Schließlich richtet sich die Impfempfehlung auch an Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Welche Komplikationen sich durch eine Influenza entwickeln können, hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Kranken ab. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besonders gefährdet. So erhöht sich die Anzahl der Herzinfarkte in den Wintermonaten. Experten gehen davon aus, dass eine Grippe-Impfung auch vor einem Herzinfarkt schützen kann und Komplikationen infolge entzündeter Herzkranzgefäße um 25 bis 80 Prozent verringert werden können.

Im Winter 2004/2005 zählte das Robert-Koch-Institut (RKI) zwischen 15.000 und 20.000 Todesfälle in Folge der damaligen Grippewelle. So viele Menschen müssten nicht sterben, denn die Grippe Impfung bietet sicheren Schutz. Der beste Impfzeitraum liegt zwischen den Monaten September bis November, aber auch in den Folgemonaten ist die Impfung durchaus noch sinnvoll.

 

 

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