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Unterhaltung

Neustart für die Antikenfestspiele

Nach einjähriger Pause wurde in Trier das Programm für die Antikenfestspiele 2010 vorgestellt. Das Bühnenfestival findet vom 25. Juni bis 18. Juli nächsten Jahres statt.

Veröffentlicht par KaptanListe die 24/11/2009 | 1.514 Ansichten

Neustart für die Antikenfestspiele

Nach einjähriger Unterbrechung starten die Trierer Antikenfestspiele im kommenden Sommer vom 25. Juni bis 18. Juli mit neuer Zielorientierung und frischen Impulsen in die zwölfte Saison. Als Hauptwerke werden in der neuen Reihe „Wiederentdeckte Meisterwerke“ die Oper „Nerone“ von Arrigo Boito, die Sophokles-Produktion „Ödipus/Antigone“ des Frankfurter Schauspiels in der Regie von Michael Thalheimer und ein Festspielkonzert mit Mitwirkenden aus der Großregion aufgeführt. Das Rahmenprogramm wurde gegenüber den Vorjahren erweitert und inhaltlich neu strukturiert.
 
Spielort Amphitheater

Austragungsort der Hauptwerke, für die der Vorverkauf am vergangenen Freitag begonnen hat, ist das Amphitheater. Die Tribüne soll wieder in das Oval zurück verlegt werden. Zum Schutz des Orchesters bei leichtem Regen wird über eine adäquate Überdachung nachgedacht. Um die Festspiele auch auf Touristikmessen attraktiver vermarkten zu können, wurde ein professionelles Werbekonzept mit neuem Logo entwickelt. Die vereinheitlichte modernisierte Außendarstellung soll den Bekanntheitsgrad und die Attraktivität des Festivals über die Großregion hinaus steigern.

Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink sagte bei der Programmpräsentation in Anspielung auf den Inhalt der Oper „Nerone“, er wünsche sich, dass das Feuer des Schlussaktes im Kolosseum zu Lebzeiten des römisches Kaisers Nero einen „Flächenbrand für den Neustart der Antikenfestspiele 2010 entfache“. Für Festspielintendant Gerhard Weber können mit dem neu ausgerichteten Programm und dem modernisierten Werbeauftritt die Forderungen des Stadtrats umgesetzt werden. Vor allem mit der Verpflichtung des renommierten Frankfurter Schauspiels unter der Mitwirkung von namhaften Darstellern, darunter Constanze Becker, Marc Oliver Schulze, Isaak Dentler und Michael Benthin, sei mit „Ödipus/Antigone“ in der Inszenierung von Michael Thalheimer, einer der gefragtesten deutschen Regisseure, ein zusätzlicher Publikumsmagnet gelungen. Für diese Produktion mussten für das knapp 1,1 Millionen Euro umfassende Festspiel-Budget zusätzliche Sponsorenbeiträge von rund 100 000 Euro akquiriert werden.

Pompöses Opernwerk

Die 1924 uraufgeführte Oper „Nerone“ des vor allem als Verdi-Librettist bekannten Arrigo Boito wird von Regisseurin Andrea Schwalbach mit dem Bühnenbild von Benjamin Bergmann unter der musikalischen Leitung von GMD Victor Puhl aufgeführt. Für die Hauptrollen des äußerst selten gespielten Werkes konnten mit Gianluca Zampieri (Nerone) und Rachael Tovey (Asteria) zwei viel versprechende Namen im aktuellen Opernbetrieb verpflichtet werden. Ansonsten wird das pompöse Werk neben weiteren Gästen in erster Linie vom Trierer Theater gestemmt. Bei der Festspielkonzert-Kooperation des Philharmonischen Orchesters Trier mit dem Orchèstre National de Lorraine Metz stehen die Uraufführung des Oratoriums „Mosella“ von Pierre Thilloy und Beethovens neunte Sinfonie auf dem Programm. Auch hier wirken unter Leitung von Victor Puhl namhafte Solisten sowie Chöre der Großregion aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland mit.

Corinna Harfouch liest

Zum weiteren Programm der Festspiele gehört eine szenische Lesung mit der vielfach preisgekrönten Schauspielerin Corinna Harfouch und DJ Shaban über Medea, Elektra und Phädra unter dem Oberbegriff „Fragmente der Liebe“.

Mit dem theaterpädagogischen Projekt „Die Aeneis“ von Olivier Kemeid wird unter Mitwirkung des Bürgerhauses Trier-Nord zum ersten Mal eine soziokulturelle Theaterarbeit in das Festspielkonzept integriert. Beim wissenschaftlichen Symposium „Nero als Künstler“ mit der Universität Trier, das erstmals in verändertem Rahmen im Landesmuseum stattfindet, wirken unter anderem der bekannte Althistoriker und Kulturwissenschaftler Professor Alexander Demandt und das Schauspiel Trier bei der Präsentation von Platons „Gastmahl“ mit.

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