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Arbeit

Burnout im Homeoffice

Viele Menschen arbeiten komplett oder zumindest zeitweise im Homeoffice. Das bedeutet mehr Flexibilität und mehr Freiheit. Es kann aber auch bedeuten: weniger Arbeitsschutz, weniger Pausenzeiten und weniger echte Feierabende.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 17/01/2022 | 1.310 Ansichten

Der Wechsel ins Homeoffice zu Beginn der Pandemie hatte für viele Beschäftigte positive Seiten.
Besonders Grenzgänger profitieren von der Möglichkeit, weniger Zeit für den Weg zur Arbeit aufwenden zu müssen.
Ein Vorteil ist auch, sich die Zeit flexibler einteilen zu können.
Homeoffice ist also grundsätzlich entspannter, als im Büro zu arbeiten? Mitnichten.
Man ist permanent erreichbar. Darum fällt es schwer, auch nach der Arbeit wirklich abzuschalten.
Mails lesen schon beim Frühstück, nach offiziellem Feierabend noch schnell ein wichtiges Telefonat führen und am Wochenende abarbeiten, was liegengeblieben ist. Das kennen wohl die meisten, die aktuell im Homeoffice sind.

Wie stressig die Arbeit von Zuhause aus ist, hängt maßgeblich vom Umfeld und vom Job ab.
Es gibt nicht wenige Beschäftigte, die unter psychischen Folgen der Arbeit zu Hause leiden.

Betroffen sind dabei durchaus nicht immer Familien, die einem gewissen Multitasking nicht mehr gewachsen sind.
Auch Singles gehören zur Risikogruppe für Burnout im Homeoffice, denn sozialer Austausch ist eine wichtige Ressource für die psychische Balance.

Eine regelmäßige Kommunikation ist unerlässlich – sowohl mit Vorgesetzten als auch mit Kollegen und Kolleginnen.
Smalltalk kommt in Videokonferenzen schlichtweg zu kurz.
Dabei ist es wichtig, nicht immer nur übers Berufliche zu reden.
Fragen wie “Wie geht es dir?”, “Was ist denn mit dir los?”, “Willst du nicht für heute Schluss machen?”, die im Büro selbstverständlich waren, werden virtuell seltener gestellt. Und die virtuelle Kaffeepause? Naja.

Leben zwischen Call, Küche und Kindern

Viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, klagen darüber, dass die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen.
Energie für den Alltag zu tanken fällt da oft schwer. Work-Life-Balance? Weit gefehlt.
Betroffene fühlen sich innerlich ausgebrannt.
Ein Problem ist, dass sich praktisch alles in den eigenen vier Wänden abspielt.
Das bedeutet weniger Pausen – und weniger Abwechslung.
Besonders gefährdet sind Menschen, die sich schwer damit tun, Grenzen zu ziehen – und die obendrein noch perfektionistisch veranlagt sind und sich für ihre Arbeit stark begeistern können.

Weil ein Burnout schleichend daherkommt, fällt eine Diagnose oft schwer.
Erste Anzeichen werden gerade bei Menschen, die im Homeoffice sitzen, oft übersehen.

Es gibt aber durchaus Möglichkeiten, “Berufliches vom Privaten besser trennen zu können”:

  • Kurze Pausen einlegen. Manchmal hilft ein fünfminütiger Spaziergang – oder ein 10 Minuten-Kurz-Workout.
  • Grenzen zwischen Arbeit und Privatem ziehen. Dazu gehören feste Arbeitszeiten. Und wenn die Firma eine Mail um viertel nach acht ab Abend schreibt, dann wird sie erst am kommenedn Morgen beantwortet.
  • Ein richtiger Arbeitsplatz. Der Ort für den Arbeitsmodus. Mit möglichst wenig Ablenkung und einem Fokus auf den Job.
  • Entwickeln Sie Ihren Tagesrhythmus. Routinen verhindern Burnout, weil sie sicherstellen, dass Sie sich nicht die ganze Zeit der Arbeit widmen. Dazu gehört auch, Frühstück oder Mittagessen nur in Ausnahmefällen vor dem PC einzunehmen.
  • Achten Sie auf Gesundheit und Erscheinungsbild. Regeln für Kleidung und Hygiene sollten weiterhin strikt eingehalten werden. Essen sollte möglichst gesund sein. Dauert der Call mal länger, hilft eine Schale mit Nüssen.
  • Kontakt halten. Der Kontakt zu den Kollegen ist unerlässlich. Dazu gehört auch der Austausch über Dinge, die nicht mit dem Job zu tun haben.

 

 

 

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