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Cattenom, irgendwann knallt es....  

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Bluepath
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vor 7 Jahren   

.... und wir sitzen in der ersten Reihe....

Wieder Panne in Cattenom Nach einem erneuten Zwischenfall in Cattenom ist derzeit nur noch ein Reaktor in Betrieb. Die Blöcke 3 und 4 wurden in der Nacht heruntergefahren, nachdem eine Filtertrommel ausgefallen, mit der das Kühlwasser für die Reaktoren gereinigt wird.


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vor 7 Jahren   

Meine Güte, keine Woche ohne Probleme. Konsequenzen ? KEINE, NIX, NULL, NADA. Die Politiker beseiern sich reihum mit Forderungen, den Franzosen ists grad egal. Nix passiert, ausser neuen Zwischenfällen, die natürlich nie wirklich gefährlich sind. Als ob an so einer komplexen Maschinerie nicht jeder kleine Defekt potenziell gefährliche Auswirkungen haben kann. Ich wünsche den Betreibern die Krätze! :devil:


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vor 7 Jahren   

Alles richtig, was geschrieben wurde. Aber:

Bei der derzeitigen Diskussion über Stromverteuerungen in Deutschland wird es in Frankreich auch nicht viele Befürworter für das Abschalten von Cattenom geben - vielleicht mal abgesehen von den Menschen, die in (un-)mittelbarer Nachbarschaft dieses Monsters leben (müssen). Hier gilt unser aller Dank unserer derzeitigen Regierung, die zwar mit dem Ausstieg aus der Kernenergie vieles richtig gemacht hat, aber durch das Rumgeeiere um die Zusatzkosten nicht nur in unserem Land vieles kaputt geredet hat, sondern auch und vor allem bei unseren Nachbarn den Wunsch des Nachmachens arg in Mitleidenschaft gezogen hat. Ohne zu politisch zu werden: aber da hat sich unsere Regierung ein traumhaft schönes Eigentor geschossen mit dem Versuch, Trittin, Roth und Özdemir sozusagen auf dem Grünstreifen zu überholen.


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vor 7 Jahren   

MrGarlic, das ist bestimmt teilweise wie du es beschreibst, aber: JEDER sollte sich im Klaren sein, daß das durch den (vermeintlich) billigen Atomstrom gesparte Geld nicht wirklich gespart ist, und ausserdem nichts mehr nützt wenn Leute oder Landschaft erst verstrahlt sind. Mir stinkts auch das die Stromrechnung trotz persönlicher Sparmaßnahmen dennoch jedes Jahr steigt, aber es ist mir es Wert wenn es auch nur einen kleinen Beitrag zur Abschaffung der AKWs leistet.


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vor 7 Jahren   

frohlux,

das ist aus meinem Text vielleicht etwas sperrig rübergekommen: ich bin auch weit davon entfernt, ein Befürworter der Kernenergie zu sein, und ich finde das Ziel des Ausstiegs aus der Kernenergie gut und richtig - oder "alternativlos", um Frau Merkels Terminus zu nutzen. Aber ich denke, dass man es für die breite Masse falsch angepackt hat, und wenn man jetzt als vorzeigbares Ergebnis zunächst nur die Stromrechnung sieht, dann kann man Verständnis dafür aufbringen, dass viele damit ein Problem haben. Dass Kernenergie keineswegs so billig ist, wie dies die Befürworter gern hätten, das sollte eigentlich mittlerweile bekannt sein (die Asse wurde viel zu schnell in den Hintergrund gedrängt, und das nicht gelöste Problem der Endlagerung wurde nie wirklich öffentlich thematisiert), aber es gibt offenbar Stellen in der Regierung und der Wirtschaft, die diese Tatsache gern totschweigen.

Viel lieber wird ein Szenario gemalt, in dem Deutschland in den dunklen Winternächten ein schwarzer (weil unbeleuchteter) Fleck auf dem Planeten Erde ist, von dem durch das permanente Zittern der frierenden Bürger eine latente Erdbebengefahr ausgeht, wobei dies ebenso blödsinnig ist wie die o.g. Darstellung des praktisch kostenlos und umweltgerecht zu habenden Atomstroms.

Leider verpasst es unsere Regierung, den Bürgern den Atomausstieg richtig zu vermitteln und die daraus folgenden Kosten gerecht auf Bürger und Wirtschaft aufzuteilen. Würde man beides nachvollziehbar in Angriff nehmen, dann wäre die öffentlich Diskussion eine andere - und dann wären wir auch ganz schnell wieder beim Abschalten von Cattenom.


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vor 7 Jahren   

Eins darf man nicht vergessen - bei allen Missständen der Energiewende: Wenn Cattenom hochfliegt hilft keine Diskussion, kein Arbeitskreis oder Sonstiges, dann ist ein großer Teil von Mitteleuropa schlicht unbewohnbar.

Da sind mir ein paar Cent pro Kilowattstunde irgenwie lieber. Wobei dies auch eine verlogene Diskussion ist: - die neue Stromtrassen werden nicht nur von den erneuerbaren Energien genutzt - Was ist mit den Kosten der Endlagerung für Atomstrom? - Warum reicht dem Gesetzgeber eine Versicherung der Atomindustrie für einen Super-Gau über 5 Mrd. € aus? Diese Summe ist ein Witz angesichts des Risikos. Aber eine realistische Versicherung wäre unbezahlbar. Warum bloß? - Was ist mit der Verschmutzung der Umwelt durch Kohle, Gas und Öl? - Wer bezahlt solche "Missgeschicke" wie in Asse? - Wer bezahlt nochmal die Castortransporte? etc.

Natürlich kann man alles besser machen, aber die deutsche Regierung geht zumindest den richtigen Weg!! Die meisten Länder, inkl. Frankreich träumen doch davon! Hier sollte Frankreich am Pranger stehen, MrGarlic.


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vor 7 Jahren   

LuxLuchs,

wie ich schon sagte: über den Atomausstieg als solchen brauchen wir nicht zu diskutieren, das ist völlig richtig im Sinne einer sauberen und sicheren (Um-)Welt. Aber solange wir hier nicht die Probleme in den Griff bekommen, die hausgemacht sind, weil die öffentliche Diskussion bewusst oder unbewusst mit den falschen Argumenten gefüttert wird, nur damit die Energiewirtschaft aus der Energiewende möglichst viel Profit schlagen kann - solange brauchen wir uns nicht zu wundern, das unsere Nachbarn keine große Lust haben, sich der Energiewende anzuschließen.

In Frankreich kommt noch hinzu, dass man dort für viel Geld eine Wiederaufbereitungsanlage für ausgebrannte Kernstäbe hingestellt hat, die sich auch erstmal amortisieren muss (Le Hague). Das alles fließt in Frankreich in die Argumentation pro oder contra Kernenergie ein - und vermutlich hat man sich dort auch noch ein altes kölsches Motto zu eigen gemacht: "Et hätt noch immer joot jejange."

Die Argumente, die Du bringst, sind alle gut und richtig, aber damit kann man in Frankreich keinen Blumentopf gewinnen, denn das sind genau die hausgemachten Probleme, von denen ich oben gesprochen habe. Was interessiert einen Franzosen die Asse, neue Stromtrassen oder die vom deutschen Gesetzgeber festgesetzte Versicherungssumme für Atomunfälle? Punkten könnte man vielleicht mit den Castortransporten und ganz sicher mit der Umweltverschmutzung durch fossile Energien, aber gerade letzteres macht sich auch die Atomindustrie zu eigen. Genau da liegt das Problem!


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vor 7 Jahren   

Liebe Leute, es ist doch ganz einfach - die AKW's sind in der Masse über der Betriebsdauer für die sie entwickelt und gebaut wurden.

Der nächste Kawumm wird kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Frage ist doch nur wo und wann.


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dasp76
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vor 7 Jahren   

Könnt ihr euch vorstellen, dass Cattenom noch bis 2052 laufen soll? Also ich finde das eine Katastrophe. Dies ist jedoch die Aussage der Werksleitung von Cattenom von Februar diesen Jahres (siehe Links unten). Bis 2052 wird doch in Cattenom ganz sicher etwas passieren (!!!)

Wie könnte man als Bürger den Druck auf Regierung, Politik, Energiebehörde erhöhen um hier Einfluss zu nehmen und ggf Entscheidungen herbeizuführen?

http://www.cattenom-non-merci.de/13.html "Erst am 07. Februar gab der Betreiber des AKWs in Cattenom bekannt, dass man eine Laufzeit von rund 60 Jahren erreichen wolle. Dies bedeutet, dass der jüngste Reaktor erst 2052 abgeschaltet werden wird. Desweiteren will EDF drei Milliarden € bis 2022 ins AKW Cattenom investieren"

http://www.wort.lu/de/view/cattenom-laufzeit-verlaengert-was-halten-sie-davon-4f61b085e4b0860580a9adad "Am Mittwoch gab der Betreiber des AKWs in Cattenom bekannt, dass man eine Laufzeit von rund 60 Jahren erreichen wolle. Dies bedeutet, dass der jüngste Reaktor erst 2052 abgeschaltet werden wird"


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upandaway64
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vor 7 Jahren   

Hmm...ich frage mich grad, wie es aussehen würde, wäre das AKW auf Luxemburger Seite gebaut worden ?? Oder auf Deutschem Boden (war doch auch damals Thema, oder trügt mich meine Erinnerung ?)


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2506 Nachrichten

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vor 7 Jahren   

upandaway64: Hmm...ich frage mich grad, wie es aussehen würde, wäre das AKW auf Luxemburger Seite gebaut worden ?? Oder auf Deutschem Boden (war doch auch damals Thema, oder trügt mich meine Erinnerung ?)

Deutschland war nie als Standort vorgesehen, was Luxusburg angeht kann ich nichts sagen.


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Bluepath
686 Nachrichten

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vor 7 Jahren   

dasp76 : "Wie könnte man als Bürger den Druck auf Regierung, Politik, Energiebehörde erhöhen um hier Einfluss zu nehmen und ggf Entscheidungen herbeizuführen?" Der franz. Regierung, ob Hollande oder Sarkozy, ist es ziemlich egal, Hauptsache, billig Strom produzieren, verkaufen und Wählerschaft zufrieden stellen.

Was jeder persönlich tun kann ? Es sind vielfältige Protestaktionen - auch von L-Seite - und Demos in Gange,(googeln?),die letzte am letzten Samstag, s. auch Facebook. Sich informieren, Prioritäten setzen, mit auf die Demos gehen anstatt gemütlich vor dem Kamin sitzen zu bleiben. Erst wenn massiv protestiert wird, hat man eine Chance von den Medien wahr genommen zu werden. Ich habe Hollande einen Protest-Brief geschrieben, mal sehen ob, wann und was er antworten (lassen) wird.


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vor 7 Jahren   

Hallo zusammen,

zu diesem Thema, war gestern in der Sendung "Monitor" ein interessanter Bericht.

Gruß


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vor 7 Jahren   

Ja, was da bei "Monitor" berichtet wurde ist schon sehr, sehr bedenklich. Hier zum Nachlesen/-schauen: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1018/atom.php5[/url] gruselig.


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vor 7 Jahren   

Das Problem ist doch: solange man damit als Energiekonzern gutes Geld verdienen kann, solange bleiben die Schrottreaktoren am Netz. Und die französische Politik hat erstmal auch kein großes Interesse daran. Cattenom und Fessenheim - die beiden schlimmsten franz. Reaktoren - liegen auch noch an der Grenze zu Deutschland (mit häufigem Westwind), wie praktisch!

Was kann man tun? Ein bisschen demonstrieren, Grüne wählen, sicher, aber auf Dauer hilft das nicht viel. Eigentlich müsste man radikal werden und es wie die RAF machen, eigentlich, aber das ist auch keine Lösung. Hoffen, man kann nur hoffen, das es irgendwie gut geht.