Wer will dem Index an den Kragen? In Luxemburg wird es kaum Proteste von Seiten der Arbeitnehmer, Beamten und Rentner geben, die allzu glücklich sind, von der allgemeinen Erhöhung der Löhne, Gehälter und Renten um 2,5 % zu profitieren. Auf der Arbeitgeberseite hingegen…

Am Tag nach der Ankündigung eines dritten Indexes für September 2023 nahm Carlo Thelen im Radio 100,7 erneut den Kampf auf. Sicherlich nicht, um das Ende dieser Anpassung “Lohn/Inflation” zu fordern. Aber der Direktor der Handelskammer möchte, dass die Regierung, die aus den nächsten Wahlen im Oktober hervorgeht, das Instrumentarium überarbeitet.

Und während die Parteien an ihren Wahlkampfprogrammen feilen, ging der Leiter noch einmal auf die Grundsätze ein, die seine Organisation gerne umgesetzt sehen würde. Angefangen mit einem einzigen Index, wenn sich die Gelegenheit im Laufe des Jahres ergibt.

965 Mio. € müssen pro Index aufgebracht werden

In der Tat erweist sich die Abfolge der Auslösungen für die Unternehmen als schwer nachvollziehbar. Sie müssen die Erhöhung ohne mit der Wimper zu zucken zum angegebenen Zeitpunkt und ohne Aufschub zahlen. Dies ist für viele kleine Unternehmen oder Firmen ohne große finanzielle Spielräume schwierig.

Im vergangenen Jahr hatte das Statec die zusätzlichen Lohnkosten für die Arbeitgeber auf 965 Mio. Euro geschätzt. Diese Summe wurde zu 200 Mio. € vom Staat und den luxemburgischen Gemeinden, zu 175 Mio. € vom Finanzsektor und zu 590 Mio. € von den anderen Wirtschaftszweigen des Landes getragen.

Bei der diesjährigen Auslösung im September sind es die öffentlichen Finanzen, die den erwarteten Anstieg, zumindest bis Januar 2024, berücksichtigen werden. Dies wird durch Beitragssenkungen für die Unternehmen geschehen. Dieses Prinzip wurde im März bei der letzten Tripartite beschlossen.

Für den Vertreter der Handelskammer wäre es auch gut, wenn der Index nicht alle gleichermaßen betreffen würde. Oder sogar, dass die systematisierte Erhöhung nicht ab einem bestimmten Lohnniveau eintritt. Carlo Thelen weist schon seit langem auf die “Verschärfung der Lohnunterschiede” hin, die jede Indexierung mit sich bringt.

Bis 2024 beibehalten

Wenn das Indexierungssystem überarbeitet werden soll, fordert die Stimme der Kammer außerdem dazu auf, über eine neue Berechnungsmethode für den “Warenkorb” nachzudenken.

So berücksichtigt das Statec bei der Berechnung des Preisanstiegs den Wert (nach oben oder unten) von rund 8.000 im Großherzogtum verkauften Produkten. Carlo Thelen würde es daher begrüßen, wenn bei der Bezifferung des Indexauslösers nicht nachhaltige Güter (wie Kraftstoffe, die mit fossilen Energieträgern verbunden sind) oder bestimmte Produkte, die Kosten für die Gesellschaft verursachen (insbesondere Tabak), außer Acht gelassen würden.

Auch die Union des entreprises du Luxembourg (UEL – Verband der luxemburgischen Unternehmen) atte bereits ihre geringe Liebe zum Indexierungsmechanismus kundgetan. Werden die Handelskammer und die UEL bald gehört? Das Ergebnis der nächsten Parlamentswahlen wird diese Frage größtenteils beantworten. Aber der luxemburgische Staat hat sich bereits mit den Sozialpartnern verpflichtet, den Index, der 2024 eintreten könnte, “koste es, was es wolle”, beizubehalten…

 

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