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2022 mussten 1.050 Betriebe in Luxemburg Konkurs anmelden

Die Anzahl der Insolvenzmeldungen und Firmenauflösungen ist 2022 zwar erneut rückläufig. Allerdings verzeichnet das luxemburgische Institut Statec ein Rekordhoch an Konkursen im letzten Quartal.

Veröffentlicht par Helge Germeshausen die 17/01/2023 | 342 Ansichten

Die neuen Zahlen des nationalen Statistikinstituts Statec

Die Zahl der Konkursmeldung erreichte im vierten Quartal 2022 ein Rekordhoch.

1.050 Unternehmen mussten 2022 in Luxemburg Insolvenz anmelden. Somit ist die Zahl der Konkursmeldungen abermals leicht rückläufig, geht aus einer Mitteilung des nationalen Statistikinstituts Statec hervor.

2021 gab es 1.160, 2020 noch 1.199 und 2019 noch 1.263 Konkursanmeldungen. Statec vermerkt allerdings mit 388 Insolvenzmeldungen ein Rekordhoch im vierten Quartal 2022. Statec wolle aber noch keine Schlüsse aus diesen Zahlen ziehen – ob es sich hierbei um einen reinen Aufholeffekt handelt oder ob sich dieses Phänomen in den kommenden Monaten weiter verstärken wird.

Unterschiedliche Entwicklungen der Branchen

Auch innerhalb der einzelnen Wirtschaftszweige seien unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Im Horeca-Bereich mussten insgesamt 115 Betriebe Insolvenz anmelden, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (plus 69 %). Damit fällt die Zahl auf das Vorkrisenniveau zurück, so Statec.

Im Handel hingegen gingen die Konkurse um fast 18 % zurück. Auch bei Holdinggesellschaften und Investmentfonds ist ein Rückgang zu verzeichnen (minus 15 %). Bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen gab es sogar deutlich weniger Insolvenzmeldungen (minus 30 %).

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In absoluten Zahlen waren jedoch Holdinggesellschaften und Investmentfonds 2022 am stärksten von Konkursen betroffen, insgesamt 275 Gesellschaften wurden zahlungsunfähig. An zweiter Stelle stehen Handelsunternehmen mit 198 Insolvenzmeldungen.

2.059 Menschen sollen aufgrund der Konkurse ihren Arbeitsplatz verloren haben. Damit blieben die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr stabil. Allerdings handelt es sich hierbei noch um vorläufige Daten, vermerkt Statec. Die Beschäftigungsdaten für 2022 würden noch nicht vollständig vorliegen.

Baugewerbe am stärksten betroffen

Aus diesen vorläufigen Daten kann man herauslesen, dass das Baugewerbe am stärksten von Arbeitsplatzverlusten betroffen ist. 38 % aller Menschen, die 2022 ihren Job verloren haben, kamen aus dem Bauwesen. An zweiter Stelle stehen nicht-finanzielle Dienstleistungen mit 31 %, gefolgt vom Horeca-Bereich mit 18 %.

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Die Entwicklung der Liquidationen im Jahr 2022 ist vergleichbar mit jener der Insolvenzmeldungen. Auch hier merkt Statec einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (minus 16 %). 2022 habe es 846 Liquidationen gegeben, im Jahr davor waren es noch 1.008.

Wie schon bei den Konkursen habe es, verglichen mit dem Jahr 2021, auch bei den Liquidationen einen merklichen Anstieg im letzten Quartal (278) gegeben: plus 14 %. Die Hälfte aller Firmenauflösungen waren Holdinggesellschaften und Investmentfonds.

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