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Arbeit

40% der Unternehmen verlieren Bewerber aufgrund von Home-Office-Regelung

Home-Office/ Telearbeit ist nicht nur bei den Arbeitnehmern beliebt, sondern auch bei den Arbeitgebern, wie die jüngste Studie des luxemburgischen Unternehmensverbands zeigt.

Veröffentlicht par Helge Germeshausen die 24/01/2023 | 1.993 Ansichten

Home-Office/ Telearbeit in Luxemburg mehr als erwünscht - wenn da nicht diese Regularien grenzübergreifend wären...

Ein Verzicht auf diese neue Praxis würde sich auf die Personalbeschaffung auswirken.

So haben bereits 40 % der Unternehmen in Luxemburg bereits einen Bewerber aufgrund von derzeit bestehenden Telearbeit-Regularien verloren. Und: Unternehmen würden gerne noch mehr Home-Office/ Telearbeit anbieten.

Arbeitgeber, Arbeitnehmer: in Luxemburg sind heute endlich alle mit der Telearbeit sprich Home-Office einverstanden! Zugegeben, für die Arbeitnehmer war es schon lange beschlossene Sache, denn sie hatten insbesondere mit der Einführung des Covid-19 die Einführung dieser neuen Arbeitspraxis mehr als begrüßt.

Aber es scheint auch auf Seiten der Unternehmen der Fall zu sein, die nunmehr in der Mehrheit sind und ihren Mitarbeitern diese Option anbieten.

Zwei von drei Unternehmen sind bei der Telearbeit sehr großzügig

Für ihre Umfrage hat die Union des entreprises luxembourgeoises (UEL) in Zusammenarbeit mit der Handels- und der Handwerkskammer nicht weniger als 1.073 Unternehmen (mit insgesamt 140.450 Beschäftigten, dass heißt 39 % aller im Großherzogtum arbeitenden Arbeitnehmer) befragt.

Zu den ersten Erkenntnissen, die aus der von der UEL durchgeführten Arbeit gezogen werden können, gehört, dass fast zwei von drei luxemburgischen Unternehmen (60 %), die bereits Telearbeit praktizieren, mindestens 76 % ihrer Beschäftigten die Möglichkeit geben, aus der Ferne zu arbeiten (in einigen Unternehmen sogar bis zu 100 %).

Und offensichtlich hat sich diese neue Arbeitsweise bewährt, denn laut UEL beabsichtigen “67 % der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, Telearbeit in Zukunft zuzulassen oder weiterhin zuzulassen (-> wenn sie bereits eingeführt war, Anm. d. Red.)”.

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Ein Hemmschuh für Grenzgänger

Der Tiefpunkt scheint jedoch bei der derzeit in Luxemburg zulässigen Quote für Telearbeit zu liegen. Der Grund dafür ist natürlich die maximale Anzahl an Telearbeitstagen, die Grenzgängern aus den Ländern der Großregion erlaubt ist. Wird diese überschritten, wird der Arbeitnehmer in seinem Wohnsitzland steuerpflichtig und automatisch an die Sozialversicherung dieses Staates angeschlossen.

6 % der Unternehmen im Großherzogtum sind sich der Gesetzgebung und der Ausgewogenheit bewusst, auf die diese Grenzgänger achten müssen, um im Rahmen der Vorschriften zu bleiben – und verweigern ihnen schlichtweg die Telearbeit.

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Im Allgemeinen versichert die UEL, dass “die Unternehmen darin übereinstimmen, dass die luxemburgische Regierung proaktive Schritte einleiten sollte, um die Steuer- und Sozialversicherungsschwellen zu erhöhen”, insbesondere mit Frankreich, Belgien und Deutschland.

Diese Schwellenwerte würden in der Tat “Hauptbremsen” für die Einrichtung einer sinnvollen und vernünftigen Telearbeit darstellen. 92 % der an der Umfrage teilnehmenden Arbeitgeber sind davon überzeugt.

Noch weiter gehen

Noch besser: Eine überwältigende Mehrheit (83 %!) der Unternehmen, in denen Telearbeit praktiziert wird, “würde es begrüßen, wenn sie die Möglichkeit hätten, ihren Arbeitnehmern zwei oder mehr Tage pro Woche steuer- und sozialversicherungsneutral anzubieten”.

Ein konkreter Bedarf, denn die Weigerung (oder die Unmöglichkeit, je nach Fall) eines Arbeitgebers, seinen Mitarbeitern Telearbeit anzubieten, kann Konsequenzen haben. In diesem Sinne geben 40 % der Unternehmen zu, “schon einmal einen potenziellen Bewerber verloren zu haben, weil sie nicht genügend Telearbeit angeboten haben”. Der Arbeitgeberverband gibt an, dass diese Zahl “ständig steigt”.

In seinen Schlussfolgerungen empfiehlt der Verband der luxemburgischen Unternehmen eine Anhebung der Sozialversicherungsschwelle auf 41 % (gegenüber 25 % ab nächstem Juni) und die Harmonisierung der Steuerschwellen auf 96 Tage pro Jahr (gegenüber 34 Tagen in Frankreich und Belgien und 19 Tagen in Deutschland).

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