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Gesellschaft

Baukosten in Luxemburg gehen durch die Decke

Innerhalb eines Jahres wird der Baupreisindex um 15% gestiegen sein. Das gab es seit 1975 nicht mehr. Es ist schwierig, mittelfristige Kostenvoranschläge für die verschiedenen Gewerke zu erstellen.

Veröffentlicht par Helge Germeshausen die 17/01/2023 | 586 Ansichten

Enorme Preisanstiege auch beim Baumaterial zu verzeichnen

Optimisten werden feststellen, dass sich der Trend… verlangsamt. Nachdem das erste Halbjahr 2022 von einem Anstieg der Baupreise um 8,6 % geprägt war, verzeichneten die letzten sechs Monate einen weiteren Anstieg, der sich diesmal auf 6,8 % beschränkte.

Um diese Zahlen zu relativieren, muss man sich vorstellen, dass diese insgesamt +15,9 % der Summe aller kumulierten Preisanstiege der letzten vier Jahre entsprechen. Das ist eine echte Explosion für die Branche und für die Kunden.

Seitdem die Baubranche nach dem Ende der Wirtschaftskrise von einer Preisexplosion in die nächste stolpert, sind die Baumaterialien immer knapper und teurer, die Kosten für Kraftstoffe (vor allem Diesel) und Energie steigen ins Unermessliche, die Arbeitskosten steigen im Rhythmus der Indexzahlen und die Transportrechnungen schießen in die Höhe. Zu wissen, wie viel Sie ein Bauprojekt kosten wird, ist eine geschickte Berechnung. Wenn es sich nicht um eine Zufallsprognose handelt…

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Die Strafe ließ nicht lange auf sich warten: in der Konkursbilanz 2022 entfielen auf den Bausektor mehr als ein Drittel (38 %) der Unternehmensschließungen in diesem Jahr! Mit einer schrecklichen Beschleunigung im letzten Quartal, die nichts Gutes verheißt, da die Baustellen nach dem Ende des kollektiven Winterurlaubs gerade wieder aufgenommen wurden.

Es gibt keine Berufsgruppe, die von diesem Preisanstieg ausgenommen ist. Die spektakulärsten Beispiele zwischen April und Oktober 2022 sind Bodenbeläge (+11,6 %), Fassadenbauer, Schließunternehmen (+9,5 %) und Außenschreinereien (+9,4 %).

Hier liegt man also weit über dem – bereits hohen – Anstieg der reinen Inflation (unter 6 % im Jahresverlauf).

Auf Seiten der Projektentwickler ist Vorsicht geboten, wenn es um den Start neuer Projekte geht. Dies wird sich in einigen Monaten auf die Aktivität auswirken. Während die Handwerker hilflos mit ansehen müssen, wie die Ausgaben steigen und kaum durch einige Indexanpassungen bei den Zahlungen ausgeglichen werden.

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Die Regierung sollte schnell reagieren. Indem sie öffentliche Aufträge sicherstellt oder Ausnahmeregelungen (soziale, steuerliche) für diesen im Sturm gefangenen Sektor festlegt. Dies hatte sie bereits in der Covid-Phase tun sollen, als der Bausektor noch gut davongekommen war.

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