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Politik

Aufatmen bei Quelle

Das Überleben des angeschlagenen Versandhauses Quelle ist offenbar vorerst gesichert.

Veröffentlicht par KaptanListe die 30/06/2009 | 123 Ansichten

Überleben von Quelle vorerst gerettet

Das Überleben des angeschlagenen Versandhauses Quelle ist offenbar vorerst gesichert. Das Unternehmen erhält vom Bund und den beiden Bundesländern mit Quelle-Standorten, Bayern und Sachsen, einen Massekredit über 50 Millionen Euro, wie Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) und Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) nach einer Sitzung des interministeriellen Bürgschaftsausschusses erklärten. Der Bund, Bayern und Sachsen hätten mit den beteiligten Banken, der vorläufigen Insolvenzverwaltung und Vertretern der Quelle GmbH die Voraussetzungen für die Bereitstellung des Massekredites über 50 Millionen Euro bis zum 31. Dezember 2009 vereinbart, teilte Fahrenschon mit. Quelle könne der Kredit genehmigt werden, sobald eine Genehmigung der EU-Kommission vorliege. Damit werde im Verlauf des Dienstags gerechnet, erklärte Fahrenschon.

Die Landesregierungen von Bayern und Sachsen sollten laut Fahrenschon ebenfalls am Dienstag den Beschluss bestätigen und ihre Förderinstitute mit der Kreditvergabe beauftragen. Die zuständigen Bundesministerien für Wirtschaft sowie Finanzen beauftragen demnach parallel die staatliche Förderbank KfW. Der Kredit soll zur einen Hälfte vom Bund und zur anderen Hälfte von den beiden Bundesländern kommen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte in einer gemeinsamen Erklärung mit Fahrenschon die Zustimmung des Bundes zu der Soforthilfe. Damit bekomme Quelle “in schwieriger Lage endlich eine faire Chance. Das haben das Unternehmen und die 10.000 Familien der Quellemitarbeiter verdient und das ist auch verantwortbar.” Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers begrüßte die Entscheidung als “faire Chance”. “Wir werden alles tun, was im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens in unserer Macht steht, um diese jetzt eröffnete Chance zu nutzen und das Quelle-Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln”, erklärte Hilbers in einer gemeinsamen Mitteilung von Quelle und der Konzern-Mutter Arcandor.

Quelle braucht das Darlehen unter anderem, um den Druck seines neuen Katalogs zu bezahlen. Die Konten des Versandhändlers sind leer, nachdem die Gelder am Tag vor dem Insolvenzantrag Arcandors auf dessen Konten flossen. Bei einem Massenkredit wird der Bund bei einem möglichen Aus von Quelle unter allen Geldgebern aus den verbliebenen Unternehmenswerten – der Insolvenzmasse – zuerst entschädigt wird. Quelle hat in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter, 6000 davon in Bayern.

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