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Arbeit

Armutsrisiko bei Arbeitnehmern in Luxemburg besonders groß

Der Verdienst ist in der Regel nicht schlecht, dennoch steht das Großherzogtum ziemlich schlecht dar - was ist da los?

Veröffentlicht par Eddy Thor die 04/02/2020 | 1.769 Ansichten

Wer hätte das gedacht? Bei den Arbeitnehmern in Luxemburg ist das Armutsrisiko besonders hoch.

Jeder zehnte Erwerbstätige im Alter von 18 Jahren oder mehr in der EU war 2018 von Armut bedroht. In den letzten Jahren ist dieser Anteil von 8,6 % im Jahr 2008 auf 9,5 % im Jahr 2018 angestiegen.
Das ist das Ergebnis einer jetzt vorgestellten Studie von Eurostat.

Als arm gelten Haushalte, die 60 Prozent oder weniger des Mittleren Einkommens zur Verfügung haben.
Die vorliegende Studie von Eurostat bezieht sich auf Daten von 2018.
Als arm gilt demnach, wer 2.013 Euro oder weniger pro Monat erhielt.

Die Quoten der von Armut bedrohten Erwerbstätigen variierten in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten: die höchsten Quoten wurden in Rumänien (15,3%) beobachtet, gefolgt von Luxemburg (13,5%), Spanien (12,9%), Italien (12,2%), dem Vereinigten Königreich (11,3%) und Griechenland (11,0%), während die niedrigsten Quoten in Finnland (3,1%), Tschechien (3,4%), Irland (4,9%), Belgien und Kroatien (jeweils 5,2%) sowie Dänemark (5,4%) verzeichnet wurden.
Deutshcland liegt leicht unterhalb des EU-Durchschnitts.

Armutszunahme in Luxemburg am größten

Luxemburg hat also bei den untersuchten Ländern europaweit das zweitgrößte Armutsrisiko.
Und es kommt noch schlimmer.
den der Studie zufolge hat die Armut in keinem Land so stark zugenommen, wie in Luxemburg.
Der höchste Anstieg wurde demnach in Luxemburg (4,1 Pp.) verzeichnet, gefolgt von Italien (3,2 Pp.), dem Vereinigten Königreich (2,8 Pp.), Ungarn (2,6 Pp.) und Bulgarien (2,4 Pp.), während die höchsten Rückgänge in Griechenland (-3,3 Pp.), Lettland und Rumänien (jeweils -2,4 Pp.), Portugal (-2,1 Pp.) und Finnland (-2,0 Pp.) beobachtet wurden.

Teilzeit- und Zeitarbeitnehmer sind stärker gefährdet

Teilzeitbeschäftigte und Beschäftigte mit befristeten Verträgen sind häufiger von Armut trotz Erwerbstätigkeit bedroht als Vollzeitbeschäftigte mit unbefristeten Verträgen.
Im Jahr 2018 waren Teilzeitbeschäftigte in der EU doppelt so stark von monetärer Armut bedroht (15,7%) wie Vollzeitbeschäftigte (7,8%), während Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen ein fast dreimal so hohes Risiko (16,2%) hatten wie Beschäftigte mit unbefristeten Verträgen (6,1%).

Das Armutsrisiko von Erwerbstätigen in der EU unterscheidet sich leicht zwischen Frauen und Männern.
Im Jahr 2018 waren 9,9% der erwerbstätigen Männer von Armut bedroht, verglichen mit 9,1% der Frauen.

 

 

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