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Arbeit

„Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte im Herzen Europas“

Perspektiven der Arbeitsmarktbeobachtung in den europäischen Grenzregionen und Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit

Veröffentlicht par Eddy Thor die 16/12/2019 | Aktualisiert die 18/12/2019 | 258 Ansichten

Das diesjährige Werkstattgespräch der Interregionalen Arbeitsmarktbeobachtungsstelle (IBA) am 03.12.2019 im geschichtsträchtigen Robert-Schuman-Haus ist beim Fachpublikum auf viel Interesse gestoßen (Foto: IBA/OIE)

In ihren Grußworten zur Eröffnung  betonten Prof. Dr. Heinz Bierbaum (Geschäftsführer des INFO-Institut e. V.) und Roland Theis (Staatssekretär für Europa und Bevollmächtigter für Europaangelegenheiten des Saarlandes) die Bedeutung der grenzüberschreitenden Arbeitsmärkte für ein gelebtes Europa und die Wichtigkeit verlässlicher Daten für die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft.

Zur Einführung präsentierte Nicolas Rossignol (Head of Unit for Evidence and Outreach beim Europäischen Forschungsnetzwerk für Raumentwicklung und territorialen Zusammenhalt ESPON) die Zielsetzungen und Methoden der Raumbeobachtung auf europäischer Ebene anhand einiger konkreter Beispiele.

Herausforderungen durch Grenzgänger-Mobilität

Im Anschluss präsentierten Vertreter von Raumbeobachtungseinrichtungen aus verschiedenen Grenzregionen im Herzen Europas ihre Strukturen und exemplarische Ergebnisse aus dem Bereich der Arbeitsmarktbeobachtung. Zum Auftakt stellte Marie Feunteun-Schmidt (Koordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der IBA) die Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle vor. Anhand einiger exemplarischer Indikatoren aus den Bereichen Jugendarbeitslosigkeit, Grenzgängermobilität und Demografie verdeutlichte sie die aktuellen Herausforderungen sowohl des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes als auch der Arbeitsmarktbeobachtung in der Großregion.

Erkenntnisse aus grenzüberschreitenden Statistikprojekten der Niederlande präsentierte Johan van der Valk (Projektleiter Grenzüberschreitende Statistik bei CBS Nederland). Er stellte aktuelle Interreg-Projekte zur grenzüberschreitenden Arbeitsmarktbeobachtung sowie ein daraus hervorgegangenes Datenportal vor und diskutierte Möglichkeiten, auf dieser Grundlage eine breiter aufgestellte und dauerhaft angelegte grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der statistischen Ämter zu initiieren.

Raphael Alù (Teamleiter GIS-Anwendungen beim Statistischen Amt Basel-Stadt) zeigte auf, dass auch im grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt der Oberrheinregion die Arbeitsmarktbeobachtung nicht an nationalen Grenzen halt machen kann. Das interaktive Webportal des Projekts  EURES Arbeitsmarktmonitoring EURES-T Oberrhein bietet Zugang zu einer Vielzahl von Arbeitsmarktindikatoren.

Vervollständigt wurden die Erfahrungsberichte aus den Grenzregionen im Herzen Europas durch den Vortrag von Bertrand Kauffmann (stellvertretender Regionaldirektor INSEE Auvergne-Rhône-Alpes). Er präsentierte die Raumbeobachtung im Grenzgebiet Frankreich-Waadt-Genf und ging dabei besonders auch auf die Frage ein, wie das Beobachtungsgebiet bestmöglich definiert werden kann.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Dr. Rachid Belkacem (Universität Lothringen/UniGR-Center for Border Studies) moderiert wurde und an der neben Nicolas Rossignol, Johan Van der Valk und Bertrand Kauffmann noch Dr. Jeanne Ruffing (Koordinatorin der IBA) und Madeleine Imhof (Leiterin Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt) teilnahmen, wurde deutlich, dass zwischen den bereits verfügbaren harmonisierten grenzüberschreitenden Daten einerseits und der Vielfalt an Informationen, die die Nutzer in den Grenzregionen benötigen, durchaus noch eine Lücke klafft. Die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Beobachtungsstrukturen insbesondere auf alternative Informationsquellen und neue Modellierungsansätze wurden ebenso deutlich wie das Bedürfnis nach ergänzenden Informationen und Analysen, die die verfügbaren Daten kontextualisieren und nutzerfreundlich aufbereiten. Ein verstärkter Austausch der grenzüberschreitenden Beobachtungseinrichtungen untereinander könnte dazu dienen, voneinander zu lernen und auch nationale und europäische Akteure stärker für die Bedürfnisse der Grenzregionen zu sensibilisieren.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in den nächsten IBA-Bericht zur Arbeitsmarktsituation in der Großregion einfließen, der im Laufe des Jahres 2020 erscheinen wird.

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