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„Vëlosummer 2020“: Radwegenetz, Gepäcktransport und Pendelbus für Luxemburg

Das Fahrrad erlebt gerade eine Renaissance, die durch die Corona-Krise zusätzlich beschleunigt wurde. Geschäfte werden überrannt von Nachfragen.

Veröffentlicht par Eddy Thor die 08/06/2020 | 794 Ansichten

“Manchmal ist das Leben ganz schön leicht – zwei Räder, ein Lenker und das reicht” trillert auch Max Rabe fröhlich vor sich hin.
Ein Lied, dass gerade den Nerv der Zeit trifft – obwohl es das Lied schon länger gibt, als die Corona-Pandemie.

Jeder will Fahrrad fahren. Seit es E-Bikes gibt, nutzen sogar viele Menschen ihren Drahtesel für den Weg zur Arbeit.
Man ist draußen, bewegt sich – und radelt an der frischen Luft jeder möglichen Ansteckungsgefahr einfach davon.

Geschäfte kommen nicht mehr nach

Glücklich kann sich schätzen,wer ein Zweirad sein Eigen nennt – denn die Nachfrage ist enorm.
Die ersten Fahrradhändler, wie zum Beispiel Monz in Trier, schließen ihre Geschäfte bereits tageweise, weil sie Zeit benötigen, die Verkaufsflächen wieder aufzufüllen.

Luxemburgs Verkehrsminister François Bausch hat nun angekündigt, den Zweirad-Verkehr im Großherzogtum auszubauen. “Viele Menschen werden ihren Sommer in der Region verbringen, deshalb gilt es, den Tourismus zu fördern und neue Möglichkeiten für Radfahrer zu schaffen“, so Bausch, als er jetzt den „Vëlosummer 2020″ vorgestellt hat.

Dazu gehört auch die Erhöhung der Prämie beim Kauf eines E-Bikes auf bis zu 600 Euro.
Aber auch andere Projekte stehen auf der Agenda.

So wird die CFL einen Pendelbus speziell für Radfahrer einsetzen, der täglich von 8.00 bis 20.00 gratis zwischen Ettelbrück und Ulflingen zirkuliert.

Straßen werden für Autos komplett gesperrt

Da der August ohnehin der Monat ist, in dem es am ruhigsten auf den Straßen ist, werden einige Teilabschnitte in Luxemburg für den motorisierten Verkehr gesperrt.
„Damit geben wir auch einen Vorgeschmack auf den anstehenden Ausbau des Radwegenetz. Wir werden natürlich nicht das ganze Land für die Autofahrer schließen“, unterstrich Bausch.
98 Prozent der Staatsstraßen würden für Fahrzeuge zugänglich bleiben. Auch Anrainer und Busse könnten auf den besagten Abschnitten weiterhin fahren.

16 Projekte für mehr Vergnügen und Sicherheit

  • Müllerthal via PC3 und PC2 (16 km)
    Die Strecke zwischen Reilandermillen und Grondhaff wird für den Verkehr gesperrt. Schiessentümpel und Heringermillen bleiben für Autofahrer zugänglich.
  • Gonderingen – CR129 (0,8 km)
    Radfahrer müssen momentan auf der PC2 zwischen Luxemburg und Echternach noch eine Strecke im Mischverkehr in Kauf nehmen, die nun gesichert wird, indem der Durchgangsverkehr umgeleitet wird.
  • Alzingen – Syren (3,5 km)
    Hier handelt es sich um eines der Schlüsselstücke, das bislang fehlt, um die Verbindung zur europäischen Radstrecke „Eurovélo 5“ zwischen Martelingen und Schengen herzustellen.
  • „Vëloexpresswee Esch-Luxembourg“ (2,5 km)
    Bis Herbst 2022 soll dieser neue Radweg Esch mit Luxemburg verbinden. Ein Teilstück führt die Radler im August 2020 sicher über einen Teil des gesperrten CR169 zwischen Leudelingen und Steinbrücken.
  • Mamer – Schoenfels (10 km)
    Ein Teil der Strecke, die man von der Aktion „Alles op de Vëlo“ kennt, wird für den Verkehr gesperrt, so etwa die Straße zwischen Schoenfels und Gosseldingen, um auf die PC15 zu gelangen.
  • Mondorf – Ellingen (1 km)
    Sicherer gestaltet wird der Zugang ab Mondorf zur PC7.
  • Koedingen – Godbringen (0,5 km)
    Die PC5 wird mit Junglinster (PC2) verbunden, indem der CR130 gesperrt wird. Da es sich hier um einen steilen Anstieg handelt, wird sichergestellt, dass die Radfahrer von ihrem Rad steigen und diesen gefahrlos zu Fuß meistern können. Gleichzeitig wird Fels mit eingebunden.
  • Bettel – Hoesdorf (3,1 km)
    Der Mischverkehr-Abschnitt des „PC3 des Trois Rivières“, der Vianden via Echternach mit Schengen verbindet, wird auf der N10 verkehrsberuhigt.
  • Wilwerdingen – Weiswampach (2,6 km)
    Zwischen dem See von Weiswampach und der beliebten Vennbahn wird eine Verbindung über den CR336 hergestellt.
  • Ettelbrück – Welsdorf (2,8 km)
    Ein Stück des CR345 wird für den Durchgangsverkehr gesperrt.
  • Limpach – Pissingen (1,5 km)
    Hier klafft noch eine große Lücke im Radwegenetz (Verbindung zwischen Petingen und Luxemburg). Ein Abschnitt der PC9, die über den CR172 führt, wird Radfahrern vorbehalten sein.
  • Mensdorf – Übersyren (2,5 km)
    Die Lücke im regionalen Radwegnetz wird geschlossen.
  • Simmern (Septfontaines) – CR110 (Koerich)
    Ein Teil des Eischtals wird sicherer gestaltet. Mersch wird besser an die pittoreske PC12 angebunden.
  • Steinsel – Hunsdorf – Prettingen – Gosseldingen – Mersch (4,1 km)
    Zusätzliche Alternativen zur viel genutzten PC15 werden geboten. Während des Lockdown waren dort täglich bis zu 1.500 Radfahrer unterwegs.
  • Sandweiler – Scheedhaff (1,7 km)
    Viel einfacher und schneller soll man mit dem Rad von Sandweiler in die Hauptstadt kommen.
  • CR233 – Brücke übers Schienennetz (75 m)
    Durch eine Sperrung für den Verkehr wird die Verbindung zwischen der Stadt und dem Alzettetal (PC1 und PC 15) sicherer gestaltet. Da es sich hierbei um das einzige Projekt innerhalb einer Ortschaft handelt, liegt die Initiative bei der Stadt Luxemburg.

Gepäcktransport für Fahrrad- und Wandertourismus

Ein neuer Dienst wird ab dem 23. Juni in Form eines Gepäcktransports für Radfahrer und Wanderer angeboten. „Ihr Gepäck wird von A nach B transportiert, während sie von Hotel zu Hotel radeln oder wandern und Luxemburg so bequem in Etappen entdecken können“, erklärte Bausch. Das Angebot sei in diesem Jahr kostenlos nutzbar.

“Fahrrad fahren – nichts ist so schön, wie Fahrrad fahren” findet eben nicht nur Max Raabe.

 

 

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