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Gesellschaft

Ist die neue Familienabgabe sinnvoll?

Luxemburg will ab 2015 von jedem Arbeitnehmergehalt in Luxemburg 0,5 Prozent abzweigen, um mehr Geld für Bildung zu haben. Was halten die Grenzgänger von dieser Umlage? Luxemburg hat schon entschieden...

Veröffentlicht par KaptanListe die 27/10/2014 | 6.883 Ansichten

Geht es nach dem Willen der luxemburgischen Regierung unter Premierminister Xavier Bettel, muss jeder Arbeitnehmer bereits ab dem 1. Januar 2015 0,5 Prozent seines Bruttogehaltes als Familienabgabe abzwacken.

Schätzungen zufolge sollen die Steuerzahler so um rund 119 Millionen Euro erleichtert werden.
Mit dem zusätzlichen Geld will das Großherzogtum in erster Linie die Entwickling von Kindern in den ersten Lebensjahren fördern.

Einen Arbeitnehmer, der ein Bruttogehalt von 4.000 Euro monatlich hat, müsste davon also etwa 17 Euro abgeben.
Dabei ist es unerheblich, ob und wieviele Kinder er hat.

Einer von TNS Ilres kurzfristig durchgeführten Umfrage zufolge ist mit 71,1 Prozent der Bewohner von Luxemburg eine deutliche Mehrheit gegen die neue Abgabe.
Nur 10,6 Prozent hakten sie für eine gute Idee.

Uns würde interessieren, was Grenzgänger von der neuen Familienabgabe halten.
Immerhin plant die Regierung ja, auch Kinder von Grenzgängern von dem Geld profitieren zu lassen (z.B. durch Chèque Service auch für Pendler).

Wir haben auf der Startseite links eine neue Frage dazu online geschaltet.
Natürlich darf das Thea auch gerne hier unter dem Artikel oder im Forum diskutiert werden.
 

 

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Anderswo im Internet

henkel12
249 Kommentare
Vor 6 Jahren

Die niedrigen Lohnnebenkosten machen die Arbeitsplätze in Luxemburg attraktiv. Es ist beschäftigungspolitisch der völlig falsche Ansatz, Staatskonsum über so eine Abgabe zu finanzieren.
Um den Bevölkerungsgruppen mit niedrigerem Lohnniveau weiter zu helfen, müsste in Luxemburg dringend etwas an den Lebenshaltungskosten geändert werden.

mimsafreddi1
986 Kommentare
Vor 6 Jahren

@Obi: Insbesondere, dass die "Grossen" dann einfach gehen und die "Kleinen" dann gar keine Steuern (inkl. Familienabgabe) mehr Zahlen...

henkel12
249 Kommentare
Vor 6 Jahren

ich habe überhaupt nichts gegen Steuersparmodelle der Konzerne. Steuerwettbewerb ist nun mal ein legitimes Instrument der Wirtschaftspolitik und wird von allen Ländern betrieben.
Der Ansatz muss nicht sein, den "Reichen" etwas wegzunehmen und dann umzuverteilen. Die Politik muss daran arbeiten, dass das allgemeine Niveau der Lebenshaltungskosten endlich mal weniger schnell steigt.
Bei der ausgewiesenen niedrigen Inflation müsste das ja eigendlich so sein aber wir wissen alle, dass diese Statistik noch öfter und stärker manipuliert wird als alle anderen Wirtschaftsstatistiken.

henkel12
249 Kommentare
Vor 6 Jahren

Steuern sparen ist kein Selbstzweck. Das wäre auch ziemlich unsinnig zumal die eingesparten Beträge sich mit nahezu Null Prozent verzinsen. In dem Moment, in dem die steuersparend verschobenen Gewinne ausgeschüttet werden, fällt die Steuer doch an. Längerfristige Steuervermeidung ist also nur dann sinnvoll, wenn das Geld beim Anschub von Projekten verbrannt wird. Und genau das passiert bei Amazon, Facebook, Zalando etc.
Bei den Aktionären liegt ein wesentlicher Teil des Problems. Die sind ja damit zufrieden, dass riesige Beträge steuervermeidend irgendwo geparkt anstatt an sie ausgeschüttet zu werden.

flyskybus
113 Kommentare
Vor 6 Jahren

Irgendwie muss ja das Trambahnchaos finanziert werden!

info
2781 Kommentare
Vor 6 Jahren

Leider beschäftigen sich die wenigsten mit den Fakten hinter diesen Änderungen in Luxemburg.

Es muss immer folgende Strategie bzw Ablauf beachtet werden.

1. keine Änderung wird vorgenommen ohne eine Analyse der Mehreinnahmen bzw Mehrausgaben.
2. es gibt keine Änderung bei der die Mehrbelastungen bzw die Nutznießer der Änderung nicht klar beschrieben werden.

Dann zum Klartext:
Die oben beschriebenen Fakten und Daten beschreiben den Mittelwert zwischen Grenzgänger und Personen mit Wohnsitz in Luxemburg.
Trennt man die Gruppen jedoch auf wird schnell klar das es faktisch eine zwei Klassengesellschaft geben wird. Die dämpfenden Faktoren wie im Bericht beschrieben lassen sich für Grenzgänger nur in Ausnahmefällen Nutzen, im Gegenzug werden jedoch die Punkte gestrichen von denen viele Grenzgänger einen Vorteil hatten.

Ich denke das es nicht lange dauern wird bis die Zahlen offen gelegt werden müssen und dann werden wir alle sehen das wir halt doch nur billige Arbeitskräfte für Luxemburg sind die man je nach Bedarf vom Staat oder AG mehr melken kann als einen Einheimischen.