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Gesellschaft

Keine Mogelpackungen einen Monat nach Verpackungsfreigabe

Einen Monat nach Wegfall fester Verpackungsgrößen für viele Supermarkt-Artikel hat der Einzelhandel noch keinen Gebrauch von der neuen Freiheit gemacht.

Veröffentlicht par KaptanListe die 11/05/2009 | 950 Ansichten

Keine Mogelpackungen einen Monat nach Verpackungsfreigabe

Einen Monat nach Wegfall fester Verpackungsgrößen für viele Supermarkt-Artikel hat der Einzelhandel noch keinen Gebrauch von der neuen Freiheit gemacht. Noch gebe es keine Fälle, in denen von den bisher gewohnten Standard-Verpackungsgrößen abgewichen worden sei, sagte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg, der regelmäßig die Entwicklungen in deutschen Supermärkten beobachtet, der Nachrichtenagentur AFP. Seit dem 11. April dürfen Hersteller etwa Zucker, Milch, Schokolade, Kakao, Mineralwasser oder Bier in beliebig großer oder kleiner Verpackung anbieten. Die Verbraucher seien nach der europaweiten Abschaffung der festen Verpackungsgrößen für Zucker, Milch und Co. nun aber allgemein sehr sensibilisiert, sagte Valet.

Fast täglich erreichten die VZ inzwischen Hinweise auf Mogelpackungen bei anderen Lebensmitteln, für die schon länger keine Einheitsgrößen bestehen. So seien in den vergangenen vier Wochen verkleinerte Verpackungen bei einem Roggen-Knäckebrot, einem Geschirrspülmittel, einem Waldfrucht-Shake, einer Markenwindel, einer Marmelade, einem Erdbeer-Knuspermüsli und bei passierten Tomaten aufgefallen. Diese bedeuteten versteckte Preiserhöhungen um bis zu 34 Prozent. Weitere Hinweise prüft die VZ: “Wir bekommen fast täglich Meldungen, einige müssen wir noch gegenchecken”, sagte Valet. Zur Begründung für das Verkleinern der Verpackungsgrößen bei gleichem Preis hätten die Hersteller dabei oft “sehr dreiste Ausreden” parat, sagte Valet. So führe der Hersteller der Marmelade optische Gründe für die von 225 auf 200 Gramm geschrumpfte Menge an: Der “formschöne Becher” solle demnach die Freude am Verzehr erhöhen. Andere führten gestiegene Produktionskosten als Grund an, sagte Valet. So mache der Windelhersteller höhere Rohstoffpreise geltend, obwohl die Zellstoffpreise zuletzt “dramatisch gefallen” seien. Der Knäckebrot-Hersteller verweise auf nur vermeintlich gestiegene Getreidepreise.

Die Europäische Union hatte vor einigen Wochen per Verordnung Verpackungsgrößen freigegeben.

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